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Israelitische Wochenschrift für die religiösen und socialen Interessen des Judenthums · 1882-01-01 · 13. Jahrgang Nᵒ 17. · p. [Seite]

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Journal
Israelitische Wochenschrift für die religiösen und socialen Interessen des Judenthums
Volume
13 (1882)
Issue
13. Jahrgang Nᵒ 17.
Date
1882-01-01
Page
[Seite] (sequence 7)
Language
German
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131 — Judenhetze« nach russische« oder borussischem Muster. Sagt« der Köuig doch gestern beim jährlich -attstudeudrr» Empfange der Aelteste« der.hiesigen ilralitischen Gemeinde: „Da« Hau« vo«Orauie« liebt unb schätzt seine jüdisch enUnterthanen. da diese von jeher seine treuesten und besten Bürger gewesen" und erklärte'darauf dem anwesenden Bürgermeister, er wünsch« morgen, Sonnabend, mit der Königin dt« größt« Synagoge -u besuchen Dieser Besuch hat heute stattgefunden und ries in dem belebten Judenviertrl eine freudige Aufregung hervor. So bleibt Holland seinen alten Traditionen der Grwiffeu«freiheit, Toleranz und Humanität treu; darum umschlingt Volk und König ein so innige» Baud der Baterlandslicbe. Vermischte und neueste Nachrichten. Berlin, 24. April. Seit gestern tagen hier streng confidentiell Delegierte au» Cng 1 aud, Frankreich, Oesterreich,Bayern mit dem hiesige» russische» Auswanderung«» comitö. Gestern wurde beschloff.n, als Ziel der Auswanderung nur Amerika feslzuhalten. vr. Hnde«heimer ließ in'» Protokoll sein MinoritätSvotum wegen Pilästina aufnrhmen. — In Betreff Süd- und W estrußlind» soll in Folge de« Rüls'schen Memorandum« kein Unterschied gemacht werden. Berlin. Der neue nordamerikanisch« Gesandte für Berlin, He»r Sargent, hat sich, wie die „New-Aorker StaatSzeit." berichtet, einen deutschen J-raeliten au» San Diego in Kaliformen, Herrn David Felsen seid, einen geborenen Baier», al« Legationssekretär, auserwählt. Berlin. Da« Kummergericht verwarf die Seiten» de» Staat-anwalt« gegen dt« Freisprechung de« Kautmanu» Kantorowicz in der bekannten Pferdebahnsache eingereichle Revision. Hannsprr. Durch den Theaterdrand in Wien gewarnt, werd«» auch in hiesiger Synagoge Anstalten getroffen, um bet etwaiger Feuersgrfahr die Entleerung de» Raume» zu beschleunige». Frsnksnrt «. M. 91m 16. d. M. fand hier eine Versammlung von Delegirten verschiedener Comitv's, di« sich zur Unterstützung der bedrängten rufflschen Israeliten gebildet halten, statt. Vertrete» waren autzer dcm einladenden Couritö Frankfurt die Comitö'« von Mannheim lzugleich auch für Heidelberg und Stuttgart), Bruchsaal, Nürnberg, Fürth, Würzburg, Mainz, Wiesbaden, Hanau. Homburg o H., Cassel. Düsseldorf. Leipzig und Hamburg. Da die Berathuirgen ausdrücklich al» vertraulich« bezeichnet wurden, so kann vorläufig über den Verlauf der Sitzung nicht» berichtet werben; aber so viel kann gesagt werden, daß in allen Punkten unter den Versammelten vollständige Einmürhigkeit herrschte. Än die Versammlung schloß sich ein gemeinsame- Festmahl an, bei dem e» an heiteren und ernsten Toaste» nicht sehlte. Marburg, 20. April. Herr Prof. Cohen ist von dem Custu-minister Goßler in dre Prüfungekominisiion für die Provinz Heffen berufen worden; e» darf bei diesem Anlaß wohl erwähnt werden, daß di« Angriffe, die Herr Pros Cohen in Folge seiner Broschüre in der Iudenfrage erfahre» hat, so weit sie persönlicher Natur waren, gänzttch haltlos sind. Cohen steht treuer zum Juoeilthum al» vielleicht Viele, die ihn mit unwürdigem Verdacht verfolgt habe». Trier, 20. April. (Or.-Corr.) Sestern sind 8 der notabelsteil Familieahäupter, die vor 8 Jahren au» der Synagogengemeiude auSgeschieden waren, bei deren Vorstand um Biedereitttritt Ungekomme», welchen, «erlangen seiten» deffelben nach erfolgter Geitehmigung durch die Repräsentanten-Versamm. lung entsprochen worden ist. Wie». Der Antlfemitismu« zuckt hier noch immer. Am Sonntag gab e« in einer Volksversammlung bei den »Drei Engeln" eine regelrechte Keilerei wegen der Judenfrage. Di« Regierung scheint aber keine Lust zu haben, die Antisemiten- Hetze in Oesterreich zu dulde», und der Staatsanwalt hat bereit» gegen einen gewissen Holubek di« strasgerichtlich, Untersüchnng wegen Uebetretung de« 8 302 eing,leitet (Aufreizung zu Feindseligkeiten gegen Nationalitäten, Religionsgenoffenschafteu u. s. w.) Herr Holul'ek ist der Einberufer ersten gegen die Juden gerichteten Versammlung gewesen. Da« Einschreiten de« Staatsanwalt» gegen ihn wird den Eifer der anderen Antisemiten gewalsig abkühlen. Wien. Am 16. d. fand hier eine Arbciterversammlung gegen die Antisemilendeweguag statt. Ueber 2000 Personen waren anwesend Der Verlauf war überaus stürmisch, weil sich zahlreiche Antisemiten ringeschlichen hatten, um die Versammlung zu sprengen. Eine Prügelei entstand, dann wurden die Antisemiten hinausgeworfen. Die Arbeiter sprachen sehr heftig gegen die Bewegung und ihre Urheber Schließlich wurde mit allen gegen 17 Stimmen eine Resolution angenommen. welch« den AntiseinitiSmu» als eine Schmach de» Jahrhunderts bezeichnet und erklärt wurde die Arbeiter lasten sich von de» Antisemiten nicht mißbrauchen. Budapest, 21. April. E» freut mich. Ihnen die erfreulichen Miltheilung machen zu können, daß aus Ainegung unserer hiesigen Rabbiner und Prediger L)r S. Kohn und M Kaisers in g endlich für unsere rustischen Brüder etwa» geschieht. E« bildete sich nämlich ein Comitö, welche» besonder» Fleiß und Thäligkeit bei dieser wichtigen Sache entfaltet, und wie wir au» sicherer Quelle erfahren haben, sollen schon im Lause dieser Woche bedent.nde Geldsummen zusammengebracht worben sein. (Man spricht von 50,000 si.) K. Juugbuuzlau Ich habe eine amtliche Anwesenheit in Prag dieser Tage dazu benutzt, um angeregt von einer Notiz in einer der letzten Nummern der „Wochenschrift," die officiellen Geburtsregister über de» Geburt«t>g de» Director Frankel V**! nachzusehen. Nach der amtlichen Geburt-matrike der i»r. Cultuegenreind.' in Prag Bd. l, p. 150 d. a. 1801 ist nun Herrn Koppelmann Bermann Frankel in Nr. 0. 156 der Judenstadt in Prag vor« best«» Ehefrau Esther geborene» Fischrl am 3 0. September 1801 «in Knabe geboren worden, der de» Name» Sacharia» erhielt. Al» Zeugen sind eingetragen Mose» Fieschel und Jiaac Lüw Piwaka, der al» Beschneider runclionirle. Der 30. Septbr. fiel nun allerdings 180t auf Srmcha» Thora, so daß hrtrnach die Grabinschrift in Breslau mit dem Grabstichel zu corrigiren sein wird. Herrn Koppelmann Lieben, d m verdienstvollen Verfasser de« Tfbi. zugleich meinen Dank für die gefällige Einsichtnahme in die Matrrken. Palästina. Die Vcrtheidiger der Colonisatio» Palästina» sind so nervö« geworden, daß jeder Widerspruch, jede gegnerische Ansicht sie zu Grobheiten hinreißt. Selbst die sonst gut rrdiglrte „Chawazeleth" spricht omr der Alliance i» Ausdrücke», die schon unter aller Kritik sind. Unser Blatt hat e» nun auch i» derselbe» Werse abbckommen. Wir quittiren über die höhnischen Spoltrrden und wünschen, daß Herr Schickam Ende nicht Recht behalte. Wir Halter, u»S nicht berechtigt. Menschen zum Opfer zu bringe». Nicht allein da» Klinra etc., sondern vor Allem die sittlich faule Athmosphare der jetzigen jüd. Bevölkerung daselbst fürchten wrr als Arbeitslust ertötend. Die A r m e n, die jetzt hinkorumen, werden die von Branntwein erhitzlen C h e r e »> leger vermehren und nicht de» Boden bearbeiten Gehen Menscher» auf ihre Kosten hin uud kaufen sich an — Gotte» Segen ihrern Beginnen. Möge ihr Wert geUngen. Unser heißer Wunsch ist eS, daß dem Judenthume und der Judeaheit die Frucht chrer Mühen zunr Heile erwachsen möge.*) Cincinnati, Hier starb am 5. April der Rabbiner Dr. Max Lilienthal im 67.L ben»jahre in Folge einr«Schlaganfull». (Ausführlichere» in nächster Nummer.) *1 Dies gelt« »»«>> als Antwort auf .b i < 1» Docht tu tut« au« Di n herüber grrichtrlr Zrazr. Arhnlich tufrN sich „^ainrtry,-''

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