Israelitische Wochenschrift für die religiösen und socialen Interessen des Judenthums
- Journal
- Israelitische Wochenschrift für die religiösen und socialen Interessen des Judenthums
- Volume
- 13 (1882)
- Issue
- 13. Jahrgang Nᵒ 3.
- Date
- 1882-01-01
- Page
- [Seite] (sequence 1)
- Language
- German
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jv 3. J882. Israeülisl^e Iah»«, m, Wochen-Zchrift für die religiösen und soeialen Interessen des Jndenthnms. n trt*«t«t 8*-» •Ul»u «. Mft Hunat km »4ch«»tlich >rt»«ti»itKii JitlllolltltlHltlltl" Wrtantro»tlli<tft Jirbactnir und H-rau«g-b»r f«r tzt« .«»che-fchrt-t'. »tr für b»s,L». “"ÄRabbiner vr. M. Kahmer in Magdeburg. >l»cft«r Z»I».4»a,: Na» Cttcirn.» «.: ,xt km ■ * 11 a * k«: 1« *K. (io »rc». t IM. 4 tM«4) J11111 4- •lataUaataitni Kr „9a*«it<trt«t* 4 »» Kt .Mm.tutNalt«. 4 It »I. ßit «ahrtzei«, «,chl »,» Frte»,»! Magdeburg, IS. Januar» Kr«ch«, mk ft» mwi(tj|4 u kt» «attal. aaa G. L. Daall« 4k «Jo., * r « 11« r I «. RüMm, «-«tU«, H,»4»rx «»1«, ««>»«,x 8 « -1«. *a»U x. d««a|M<a. Inhalt: <«tt«»d« tlvtihl t D«r Lnitsch»I«ra»lüisch, Stmrinbcbunb — Preußische Xtobitiontn. Bortchr« »Mb a*rr^sp»»»e»r«,: Deutschland: Mazdeburz. Letpjig Berlin. Hamburg. Oesterreich-Ungarn: Lien. Nrakiu. Xrrncse». Frankreich: Pari« »rr«ts»t« »»» »«»»st» A»»rich»«»r Magbeburg. Berlin, «er. lia. «logau. Budapest. Pari«. Odessa. London. lb»»Ulet«»r Verloren und gesunden 2«s»r»t«. Woche». JniiMtr 1883 Ttwe«. 0642. A»t,»der. D»,ier«t«, . . 19 28 Frelt«, .... 3t) 29 kimwbrab . 31 1 ICR! (» U. 9 «.1 Kotch Chorieach Sok'wtt. e,»,t«,.... 23 3 .... 23 3 Tie«»»«, . . 34 4 Litt»»- . . . 3» & TonurrSta, . . 2t3 6 Der Deutsch-Israelitische Gemeindebund. Eine theoretische Betrachtung »it praktischen Nuv«o»e»dungeu. I. «otto: „Ich habe an di« Idee de« praktischen Lhristenthu»« angeknüpst, w«U bei Vielen »lle«, wa« sie an Shrgesühl und sittlichem Sehalt in sich tragen, wenigsten« aus den fossilen Ueberresten der Religion ihrer Väter beruht. >uch im Hinblick aus eine andere Eonsession dark ich an die prak. tische «tächftenlirbe appeUiren." >Fürst «i«m»rck, am S Januar 1882.) „Praktisches Christ ent hum" und „praktischer Judenthum" sind in dieser Kundgebung der Reichskanzlers nahezu identisch. Fürst Bismarck hat in seiner Rede, deren politischer Gehalt uns hier nicht angeht, den Gedanken entwickelt, daß. die praktische Nächstenliebe sich auf korporativer Grundlage bethätigen müsie, daß sie sich an die Interessenten selbst, an. korporative Associationen, wenden soll. Wo ist diese korporative, praktisch« Religion nun idealer verwirklicht als im Judenthum? Jener Satz de» großen Bolkswirth» Roscher, das, „jede Armenpflege ein er,i«hende» Clement erhalten müsse un!> der Kern jeder Erziehung ein sittlich religiöser ist" — wo ist er (ohne jede staatliche vechülfe) in großartigerer, idealerer Weise angestrebt worden, al» in dem Deutfch-JSraelitischen Gemeindebunde? Eine solche Associatton mul; also, wenn sie keine dem Staate schädlich« Tendenz verfolgen will, dem Staate höchst willkommen sein. E» erscheint darum gerade heute eine theoretisch« Auseinandersetzung hierüber von Nutzen. Roscher sagt in seiner prattischen Rattonalökonomie: „Der Gipfelpunkt jeder Bolksentwickrlung scheint da einzutreten, wo sich die übrigen juristischen Personen zwar dem Staate unterworfen habon, sonst aber noch lebenskräftig sortdauern. Löst der Staat aber in seinem weiteren Fortschreiten sie völlig auf, so daß die Unterthanen ihm gegenüber nur einen zusarimenhangSlosen Haufen von Individuen bilden, so wird daS Volk gleichsam in Staub verwandelr." Eine bureaukratische Centralisation für sociale Thätigkeit liegt dem Fürsten Bismarck, der hierin jetzt seine Ansicht geändert hat, fern Er vertritt den Gedanken korporativer Association kür die Armenpflege und nähert sich hierin dem Grundsätze Roscher's, der da lautet: „solange das Band der Familie, Korporation, Gemeinde stark ist, solange bleibt e» diesen selbst überlassen, ihre verarmten Mitglieder zu erhalten." Vorläufig repräsrntirt uns der Genieindebund das praktische Judenthum. Die korporativen Associationen des praktischen EhristenthumS sollen nach den Worten des Reichskanzlers der religiös-sittlichen Grundlage nicht entbehren. Rach allen Seiten giebt der Deutfch-JSraeliti'che Gemeindebund ein Beispiel einer solchen Association. Aus die juristische Person kommt es hierbei weniger an, als auf die Concentration ausgiebiger Mittel und auf die praktisch-religiöse Thätigkeit, und dieser seine Organisation immer mehr anzupaffen, ist da» ernste Bestreben des Gem.-Bund«s. Die Wandcr-Armenpflege, dieBeamten-PensionSfrage, die Ausbildung von ReligionSlehrern, die Unterstützung kleinerer Gemeinden für relig. UnterrrichtSzwecke, die Darlehn s- Kasse für Frauen und Jungfrauen — sie alle sind Objecte de« Bunde». Von hier au» sind Nothsragen der Zeit, wie die Haudwerkersrage und die Berufswahl angeregt worden. Der Zug nach praktischer Affocation geht mächtig