Jüdisches Familienblatt
- Journal
- Jüdisches Familienblatt
- Volume
- 1894
- Issue
- 52 (1894)
- Date
- 1894-01-01
- Page
- Seite 406 (sequence 4)
- Language
- German
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älil sich die Aufregung etwas gelegt hatte, «hob sich Markus and sittlich thrLnenfeuchteu Äuget: .Gedenket mit mir auch »n;e» »len Mannes, dem unser Ort schon eine segensreiche Stiftung verdank, er ist einer von denen, von wttchen eS y^ßt: "die Frommen aller Böller habm Anteil am ewigen L dm. Ohne diesen Mann würden wir heute schwerlich ge- "stett haben, ohne ihn hätte meine Familie diese- Heim nicht ,ftev können. Gedenket mit mir des seligen Brandt!"' Die Gesellschaft blieb noch lange in gehobener Stimmung beisammen. — Abraham und seine Frau bestanden darauf, daß Mackus und die Tante sie nach Hause begleiten und bei ihnen übernachten sollten. — Den Schenkungsakt hatte Markus ohne Wisim seines Brudermit Herrn Neuberg berathen und ausgefertigt — aber ganz allein ging am folgenden Tage Markus zu Zwanger und rechnete glatt mit diesem ab. Nach drei Monaten zog Markus mit der Tante in das schöne Haus, worin von nun an Friede und Glück chre Heimstätte gefunden hatten. Das ist, meine lieben Kinder, die Geschichte von den zwei Häusern. Wenn sie euch gefallen hat, und du, lieber Jakob Me Sehnlichkeiten mit der Ehanukageschichte demnächst herausgefunden hast, dann sollt ihr auch eine Purimgeschichte hören. .Danke, lieber Onkel! Schön, sehr schön!"*) Aphorismen.**) gedacht, de» Bekenntnisies, einmal von Menschen kann deustnittu Menschen nicht wieder entschwinden. Gewiß hat jede Religion ihre Mängel; keine ist absolut vollkommen, keine so, daß alle denkenden Menschen chre absolute Vollkommenheit einsähen, denn sonst hätten wir längst einen?»itten und eine Herde; aber es kommt allemal nur den Angeöttgen einer Religion zu, daß sie Selbstktttik vollziehen. ES ist eine Anmaßung, in die Religion einet Anderen hineinzureden, zu meinen, die Verständigen, die Rachdenkenden würden ihre kritischen Punkte nicht finden. Also übettaffen wir jede Religion sich selbst. Die Wiffenschast allein übt eine unbefangene Kritik über alle Dinge, welche dem menschlichen Denken unterworfen find, auch über die Religion. Die Wiffenschast allein kennt keine Schranken für ihre Aufgaben. Dafür bleibt fie eben in den Grenzen der Wiffenschast. Individuen und Epochen unterscheiden sich nicht blör durch die Dogmen, sondern ebenso sehr durch den Grad und die Tiefe der Reugiösität. Die R:ligiösität eines Andersgläubigen können wir anerkennen, ja, bewundern, ohne daß wir aus den Inhalt seiner- * landen» achten. Ja wir können durch Borbild und Lehre die laubenSin »gkeit eines Andersgläubigen erwecken oder empfangen. Denn — in allen Religionen ist die Religiöfität selbst doS Letzt« und Tieffte und da» Höchste im Menschenthum überhaupt. Alle Idealität gipfelt in der Religiöfität. Alle Ideen stehen in ihrem Dienst. Sie verleiht Allen di« höchste Weihe. Unter Religion ater versteh« ich nicht bloS da» Dogma, das Beken-.iniß und M« Satzung, sondern die Religiöfität selbst ist fm^ allgemein-menschliche Erdebu«-K-nnb Läuterung, Dom. ttfeianr §nnf vom vom Zeitliö>m zum Ewigen. Der ZstatrrialiSmu» de» Dogma'» und dar Dogma de» ÄatettaliSuiuS wachsen auf einem Baume; und eS ist kein Baum de» Lebens und kein Baum der Erkenntlich. Mit dem überzeugung-losen Ueberttttt von einer Religion in die andere wird «in ethische» Moment geschädigt, dessen die Ration-nicht enttathen kann. Und wenn da» Leben zur Wüste würde, — auch in der Wüste hat Hott sich offrnbatt. Pros. Dr. M. L,,»rn». i not- Ar. ist E. 200» Z.10 zu lese» ,sei««-; 200b .km»* SS .kai" ft. kaß; 202» .auf de»" st. auf«. Läuterung, jene» Aufstrigen Alltäglichen zum Erhabenen, .Arm, mühsam, kummervoll ist unser Leben, .Boll Mühsal, schmerzbeladen, grombeschwett, „Verkannt, mißbilligt gar der Beste» Stteben .Und der Erfolg oft nicht de» Lohne» werth.* So hör" ich oft dir Freund« klagen, Gefinkten Haupte« und mit düsterm Blick. Im ganzen AuSseh'n jene» Mißbehagen, Da« Zweifil hegt am Erdenglück. Wie kommt'», daß neu find jene Klagen, Und unfirn Bätern unbekannt. Daß Fttede, Freud' und Unverzagen Al» frischer Kranz ihr Haupt umwand. Wie kommt'», daß einsten» so zustieden Und jetzt voll Unzufriedenheit, Die Alten glücklich schon hieniedrn Und un« sogar der Himmel weit. „Rur Kleid zum Anziehn und nur Brod zur Nahrung", — So bettten die Bäter stamm. Doch geh' zur Gegenwart mit solcher Offenbarung, Da wurde dir ein heiterer Willkomm! Emst und Jetzt. Bon Max Weinberg. Wir brauchen wenig und nicht lang btl- Wen'ge!" So lehrte Mauna und Alle» dacht' wie er. Heut' leben Junker wie dereinst die Kön'ge, Und gar der Diener wie der Herr. Drum willst du glücklich wie die Bäter leben, Und froh uod selbstzufrieden, ohne Leid, So mußt du gleich dm Bätern streben' Rach Einfalt, Frohsinn und Genügsamkeit. Wa« kümmern dich der Mitwest Götzm? Nicht stet», wa» fie ersteuet, dich ergötzt. Und glaube, aller Prunk und thöttcht Hetzen Nicht den verscheuchtm Fttedm dir erfitzt. Drum stage nicht, wa» Andre habm Und frage nur da» eigne Herz. So stillen noch de» Ew'gen Gabm - Q,n’ deine Rothdurst, deinen Schmerz. Aus dem Spruchschatz des Talmud. poetisch übertragen von Max Weinberg. Jeder Mann lobt sein« Frau, Stimmt'» auch oft nicht ganz gmai Jeder Bürger seine Stadt, Auch wenn ff» nicht» Schöne» hät, Jeder Arämer sein« waar«, So ist' $ seit manchem lieben Jahr«, ftota 47) Mit zwei Hunden wirb zuletztz Auch rin Leu zu Tod gehetzt sSznboätt» SV.) » « Der Mensch bleibt ewig Schüler doch, vom eignen Ainde lernt man noch. sk«d»matd 83, wer, wenn er lacht un» weint, nicht weiß warum? . Der ist nicht gut noch schlecht, der ist nur — dumm. War nützt mir kor mir w»*rr (JeMBota Baulust Bringt Geldverlust.