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Jüdisches Familienblatt · 1894-01-01 · 51 (1894) · p. Seite 202

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Image: UB Frankfurt, Visual Library (IIIF)
Journal
Jüdisches Familienblatt
Volume
1894
Issue
51 (1894)
Date
1894-01-01
Page
Seite 202 (sequence 4)
Language
German
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— 202 ‘ 3 -SP”- '• ' 0 gezwungen die Sinder in die Fremde zu schicken." — .Und dabei bleibe ich auch", sagte heftig Jenny, .ich bi» für daS Wohl meiner Sinder besorgt, — dafür bin ich Mutter." — „Wenn die Sachen so liegen, — dann wollen wir nicht die» jenigen sein, die die Kinder aus der Heimach vertreiben, — dann gehen wir lieber", sagte Markus. .Und da eS nun einmal an der Aussprache ist, — so muß ich es von der Leber sagen, daß eS mich auch kränk, daß Du, Markus, meinen Mann in allen Geschäften bevormundest und ihn dadurch im Fortkommen hemmst." — .Ist das auch Deine Ansicht, Abraham?" stagte Markus. — .Ja, allerdings, — ich kann nicht leugnen, — Tu bist zu engherzig, zu zaghaft, — Du bist eben nicht mit der Zeit fortgeschritten." — .Nun genug, mehr alS genug. — wir wollen nicht länger Friedenstörer sein. — So gerne ich auch, nach dem Wunsche unsereseligen Vaters mit Dir gemeinschaftlich unser Geschäft fottgefühtt hätte, so stehen hier doch wichttgere Fragen auf'S Spiel. Ich will nicht Eurm ehelichen Frieden stören, und auch nicht Eurem vermeintlichen Bottheil im Wege stehen, — aber ich will auch nicht gegen meine alten Grundsätze ha,.dein und daS schwer Erworbene leichtsinuig auf's Spiel setzen." Dann zur Taute sich wendend: .Liebe Tante, Du bist ja auch nicht mehr die jüngste, ich denke, ein stilles, behagliches Leben in allen Tagen wird Dir gut thun; wir Beide zichen in unser altes Haus. Ueber das Gesicht der jungen Frau flog ein Schein freudigen Triumphe-; — und Albrecht sagte: .Wie Du willst; — ich kann ohne Dich fettig werden." Und so war die Trennung herbeigefühtt. — — Rur die Kinder jammerten: .Onkel und Tante sollen nicht sott," — die Tante beruhigte sie ab«, indem sie sagte: .Eure Eltern werden erlauben, daß Ihr von Zeit zu Zeit zu uns kommt;" — und Jenny bestätigte dieses gerne m der Freude über das Gelingen ihres Wunsches. Die Beiden berrittten nun Alles für den Umzug vor: — Markus aber machte einen genauen UeberfichtSptan deS Vermögenan Waaren, Häusern und Liegenschaften, .denn", sagte er, .mir kommt es allerdmgs auf etwas mehr oder weniger Geld nicht an; aber eS muß seine Richttgkeit haben. Und wer weiß, wie man es braucht. — Ich muß mir meinen Vermögenstheil sicher stellen." So wohnten die Beiden nun allein; obwohl eS ihnen schwer wurde, die Kinder nicht mehr um sich zu haben, so gewöhnten sie sich doch daran, zumal die Kleinen doch oft zum Besuche kamen. Tie Tante nahm dann aber immer Veranlassung, sie bald wieder fottzuschicken, um den Verdacht der Beeinflußung nicht auflommeu zu lassen. — MarkuS betrieb nun wieder seinen Biehhandel und legte sich auch eine» kleinen Laden für Manusakturwaarcn an. Jetzt zeigte eS sich, welch ein Bettrauen er bei den Leuten der Umgegend besaß, denn fuft alle kauften bei ihm und machten unt ihm Handelsgeschäfte. Auch Albrecht vergrößerte sein Geschäft und ließ sich in allerhand Spekulationen ein, sehr zur Bewunderung seiner Gattin. Sein treuer Freund und Skatbruder, der Nachbar Zwanger, stachelte ihn sttts zu neuen Unternehmungen an. Zwanger war früher Posthalter und hatte jetzt seinem Sohne dieses Amt übertragen, da er nun nichts zu thun und auch keine Sorge hatte, denn er war reich, so befaßte er sich gerne mit den Geschäftm anderer Leute, gleichviel ob er auch von diesen nichts verstand. Er war nun dahinter gekommen, wieso die Friedbergs, seine nächsten Nachbarn, das schöne Haus und den großen Gattes von dem Oberförster hatten eruxrbm können. .Hätte ich Esel dies« schöne Bchtzuug nicht grade so gut kaufe" körnen? Und mir sagt der Mucker, der Oberförster, nicht» Von der Absicht, sein Hau» zu vakaufeu; die Grundstücke I liegen so vottheilhast beisammen, ich hätte mir das nicht eut» When lasse«. — Aber wer wech? eS ist noch lauge nicht , ^EP-^SjSaaftrar: Ut. üfo 8Uh«er,'4>nrti Bon gdtatT aller Tage Abend." — Bald knüpfte nun auch der Zwanger und dessen Gattin ein freundschaftliches Berk mit dm Fttedbergan und Frau Jmny sagte oft: „Gottzchlob, daß wir die Alte und den Schwager loS sind; jetzt d» man doch gemüthlich einen feinerm, christlichen Beckchrpflegm und braucht nicht jedm Augenblick sich zu schämen^ wenn die Allen mit ihren jüdischen Manirm kommen." — Bei dem nächsten Kaffeekränzchen, daS kurz vor Lhanuka und Weihnachten gegebm wurde, ward natürlich viel, von dem WeihnachtSfest und der Freude der Kinder an de«. Lichterbaum gesprochen. Frau Fttedberg nahm sich vor, i» diesem Jahre auch einm WeihnachtSbaüm zu machen; ihre Nachbarin, Frau Zwanger, aber lud sie dringmd ein, am Weihnachtsabend zu ihnen zu kommm, Fttedberg» Kinder' sollten auch ihre Bescherung unter ihrem Baum frudeu und sie, Frau Zwanger, würde sich fteum, wenn Frau Fttedberg unt ihrm «indem der Einladung folgm wolle. Diese sag« natürlich höchst geschmttchelt zu. So war in Fttedbemt«: Hause alles eitet Freude und Glück. — ES schien wenigsten» so. (Schluß folgt.) Weihnachtsbaum unö Ahanukalampe. „Der Ettöser ward geboren! Sehet diese» gold'nen Baum Jedem ein Geschenk erkoren Wird in diesem stauten Raum." So mst voller Huld und Mild« Das Schulhaupt ttner großen Schaar. Entzückt von solchem heit'ren Bild« Ward schon so manche» Elternpaar. glommt, die Juda Ihr entstammst Zu mst schnell in'« Rachbarhau». De Lampe wstd jetzt angrflammst, Die Ihr kennt vom Elternhaus." So durch da» Stimmgewirre drang Ein Ton. der rein der Seel' entauoll. Au» jüd'schen Herzen strömt rin Sang: Wie man Gott verstauen soll. Makkabäer RuhmeS-Wcihe In den Flammen licht erglüht. In der schönen Schüler Reih« Gotte» Freude sanft erblüht. Dr. S. Rasch sr. » $■: Aus dem Spruchschatz des Talmud. poetisch überstagen von Max Weinberg. Der Mann kann, ölend, Wstzen'wohl gewinnen, Da» Brod daran» bereitet ihm da» Weib, Er baut den Flach», ft« webt daran» da» linnen Und schmückt damit die Truhe und den leib. Tr schasst herbst, wa» für da» Hau» gehört. Doch sie giebt allem lvsth« erst und Werth. (Jebamoth 63) » wer hier mir kann den An»weg sagen, > Dem will die Alst der ich in» Bad Nachträgen. (SvtüwdnD 02) » Nicht» Rühmliche» habt Ihr verübt. Da» Faß war rein, Ihr habt'» getrübt. (Benachit imbba 70) Aanfmann»reg«l: Grst bat Geld, Dann die waare zngesteüt. (Beeastüm US) Inchetttr^poffamig. «in llhanüka^edW^^^«? Eine Lhauukageschich« für Alt nnb Jung. Bon >. Iren. ,«cht»«nn» mft gfeuistekmjK. 8m Dr. G. Kaf4*c, de» «PNtchschtttz brtlaiM*.

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