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Jüdisches Familienblatt · 1894-01-01 · 48 (1894) · p. [Seite]

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Journal
Jüdisches Familienblatt
Volume
1894
Issue
48 (1894)
Date
1894-01-01
Page
[Seite] (sequence 1)
Language
German
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Nr. 48. 'errgn Jüdisches ♦ 1894 ficrausaegtfbcn von Dr. 91. Rahiner in Magdeburg. Kur Untkrhallung und Belehrung für die israelitische Aamilie^ - - i Var „ANdtsch« Fa«ltt«»dlat1" erscheint wSchrntlich als «ratis.vettas« zur „-»»»»««sch»» w»che«schr«s^'. Je»«» egt« Nachdr««» mm» diese« viatte ist '««tees-gt. — v>» Linzelnummer koste« so Pf«. bei der Lipedition der .Irr. wochenschr.» $ir Lchichtftijk nf riin kchseiliiM. Eine Thierfabel Bon E. N. MorgaljeS. Stier Apis, da» gehörnte Oberhaupt aller Ocksenparteien. tte ein« Delegirtenversammlung der größten Rindvichkoryphäeu usen, um. wie das Einladungsschreiben besagte, zu der von »scheu angeregten Einführung einer besseren Schlachtmethode Thierc Stellung zu nehmen und zweckmäßige Beschlüße zu Nachdem der Borsitzend? die Notabeln-Bersammlung mit feierlichen Ansprache begrüßt und den Gegenstand der Tage» »ung mit knappen Worten beleuchtet, erklärte er die Debatte eröffnet und forderte die Redner auf. sich der Reihe nach Worte tu melden. Da e» im Thierreich nicht üblich ist, jede» Individuum Bor- und Zuname,, oder gar deren mehrere »e, so wurden die Redner nur mit: Ochse Rr. I, 2. 3 u. s. w. usen. - Ochse Nr. 1: Bevor wir ins Meritorische des Gegen- >des eingehen, möchte ich mir erlauben, gegen die Tages- »ung selbst einen, wie mir mein Ochsenverstand sagt, sehr ligen Einwand zu erheben; ich möchte die Frage aüswersen, wir 'nicht gegen das Tödten von Thieren überhaupt »t machen sollen, ob es nicht viel radikaler wäre . . . Der Vorsitzende: Ich muß deck Herrn Redner unterhen. Er scheint zu vergessen, daß wir keine dummen. Heu sind, die gern mit unausführbaren Projecten ihre vergeuden amb Phantomen nachjagen, anstatt immer ein tisches Ziel vor Augen zu haben. In diesen Fehler len wir nicht verfallen, und im Gegenthcil unser Können Wollen nur auf das wirklich Erreichbare richten. Was der Herr Redner wünscht — und in. welcher Ochsenseelc ein solcher Wunsch nicht einen kräftigen Wiederhall? — in den Zukunftsstaat der Ochsen. Wir aber haben r mit der Gegenwart zu befassen. Nicht nur fromme Wünsche lsprechen, sondern sachliche.Interessen zu berathen, sind . znsammengetreten, und an diesem Ziele müssen wir sestttn. Ich bitte demnach den Herrn Redner, sich strikt an t Degenstand der Tagesordnung zu halten.!Ochse Nr. 2: Unsere Geschäftsordnung schreibt zwar -daß jeder von uns der Reihe nach seine Meinung äußern : «Doch halte ich ks im vorliegenden Falle für wünschensdie Reihenfolge zu durchbrechen und zunächst die Gelehrten unter uns, die Ochsen der Wissenschaft, zu, lassen, um dadurch eine bessere Einsicht in der zu gewinnen. ES wird unfern Beschlüssen auch ein Ansehen geben, wenn sie ein gewisses wissenschasti Meyräge tragen, und darum bin ich der Meinung, daß ~ ' vor Allem aus ein fach.ochsigeS Gutachten stützen Aus diesen Gründen möchte ich mit Berlaub des orsitzendeu in erster Reihe den Herrn Beterinäraizt uns seine Erfahrungen in dieser brennenden Frage (Zustimmung.) Ochse Nr. 7 (Veterinärarzt) ergreift das Wort: Es ist; keine leichte Aufgabe, die mir hier zu Theil wird, denn ge- > rade dem Fachochsen, wenn er eS mit seinem Berufe ernst ‘ nimmt, giebt eine so hochwichtige Frage viel nachzudenken,; und er darf mit seinem Urtheil nicht leichtfertig sein. Ja, . wenn ich es wie die Menschen machen wollte, die sich dem ' Laien gegenüber mit ihrer Gelehrsamkeit brüsten und sich für unfehlbar halten, wäre eS mir ein Leichte», Sie mit gelehrtm Brocken abzuspeisen und mit unverständlichen Phrasen zu ver- 1 bläffen, daß Sie wie die Menschen am Berge dastehen und unsere Weisheit und Allwissenheit verwundert angaffen würden. Wir aber sind, und das gereicht uns wahrlich nicht zur Unehre, aufrichtiger und bescheidener; wir bilden uns nicht ein, alle Weisheit gefressen zu haben; wir, meine Herren, haben den Muth, an dem es den Menschen oft fehlt, zu gestehen, daß wir etwas nicht wissen, nicht wissen können. (Redner leert einm vor ihm stehenden Wasserkübel und fährt fort.) Ich will aber damit nicht gesagt haben, daß ich diese brennende Frage, die uns doch weit mehr als die Menschen angeht, die unter der Maske des Thierschutzes nicht selten ganz andere Interessen verfolgen, nicht gründlich studirt habe. 'Seien Sir vielmehr versichert, daß ich mir alle Mühe gab. diesen Gegenstand theoretisch und praktisch aufs Genaueste zu erforschen »nd daß ich zu diesem Zweckt die mannigfachsten Versuche lmgestellt und tausende vpn Fachschriften zu Rache gezogen.. Das Facit aber ist und bleibt: Jede Todesart ist qualvoll, und sollte es eine minder qualvolle geben, so könnte uns nur ein todter Ochse, (er braucht nicht einmgl gelehrt zu sein) darüber Ausschluß geben. Ja, noch mehr, ein und derselbe Ochse müßte sich, wenn eS anginge, versuchsweise auf verschiedene Art den Tod geben lassen und uns dann berichten, wie er sich dabei fühlte, um endgiltig die Sache entscheiden zu können. Da dieses aber nicht geschehen kann, müssen meines Erachtens alle Gelehrten ewig im Finstern tappim, und wir thätcn darum das Beste, die Sache auf sich beruhen zu lassen. So lange der Mensch Herr der Schöpfung bleibt, werden wir Ochsen schwerlich an der einzigen leichten Tode», art, an Altersschwäche, sterben, und ob wir durch Kopfschlag, Nackenstich, Elektrizität oder Guillotine unser Leben einbüßen, viel können wir dabei nicht gewinnen. Hoffen wir aber, daß der Mensch auch einmal seine Rolle in der Welt auSgespielt haben wird, dann wird auch unser Zeitalter heranbrechen — das goldene Zeitalter der Ochsen! Das walle Gott! Ochse.Nr. 13 (SanitätSrath): Zum Theile schließe ich mich den Anschauungen des Herrn Thierarzte» an. Auch ich bin der Ansicht, daß die vorliegende Frage auf einem Eon» gresse nicht gut zu entscheiden ist. Soweit ich indessen Ex. perimente angestelll, wozu ich mich der Katzen und Hunde und anderes Gethiers bediente, bin ich doch einigermaßen zur Ueberzeugung gelangt, daß es bessere und schlechtere Methoden j gibt. Jch^ade mll der Bruueanfche» Schlach:as tob der I i 'k

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