Jüdisches Familienblatt
- Journal
- Jüdisches Familienblatt
- Volume
- 1894
- Issue
- 45 (1894)
- Date
- 1894-01-01
- Page
- Seite 178 (sequence 4)
- Language
- German
- Belongs to
- journal issue
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Sie ist beleidigt. Sie soll volle Genugthuung haben. Ich selbst — da wäscht mich nun mal kein Regen ab — gehe zur Bomstorff: ich bin der und der. Zn der Absicht habe ich mich den Kindern genähert. Mich trifft alle Schuld. Mademoiselle ist rein ein Engel . . . Allerdings . . so in der Höhle des Löwen — oder vielmehr der Löwin . . . lieber klettere ich mit bloßen Füßen auf die Teufelskanzel. Aber »wat sien mött, mött fiat." Ich redete ihr allerlei Tröstliches zu. Aber sie hörte ohne rechte Aufmerksamkeit zu. Ich mertte, es war ihr peinlich, mit mir gesehen zu werden. Es kamen ja alle Augenblick Leute vorbei — und die neugierigen Blicke! Sie hat ja alle Ursache, vorsichtig zu sein. Und doch — es ärgerte mich, daß sie mich los sein wollte. »Meine Gesellschaft, Mademoiselle," sag' ich beleidigt, »wird' Sie nicht lange mehr in Ungelegenheit,n bringen. Uebermorgen reise ich." Und dabei fixire ich sie scharf von der Seite. Hatte mir eingebildet .... hm .... die liebe Eitelkeit ... . Nichts . . . Kein Wimperzuckcn, kein Seufzer, kein Wort. Nur die kleine Hand, die auf ihren Knieen lag, schien mir leise zu zittern. Und dann mar sie wohl ein bischen blaß geworden. Konnte aber auch der Reflex vom Wasser sein. »Wie schade!" sagte sie nach einer Weile und sah mich ruhig an. »Indessen, mein Herr, es ist vielleicht besser so!" Sie hat natürlich recht. Sie ist im Grunde viel klüger, praktischer, vernünftiger, als ich, das kleine Ding ... Ich hatte mir schon halb und halb eingebildet . . . Natürlich ist's besser so!" 9to, vale I Dein Getreuer. (Fortsetzung folgt.) heute, so darf man wohl vermuthen, daß Rothschild, als er diese sechs Kataloge drucken ließ, noch nicht den Titel eines HoffactorS hatte, daß die Kataloge mithin älter find alder älteste datitte Katalog, älter auch als derjenige aus der Pfälzischen Bibliothek. Der Umfang der sechs Kataloge ohne Hostitel schwankt zwischen 8 und II Seiten, dcrjeinige der vier übrigen zwischeu 11 und 16 Seiten. Bei Gelegenheit des Erwerbs obiger Bücher erhielt die Bibliothek von Herrn Simon Leopold Baer zwei interessante ebenfalls auf M. A. Rothschild bezügliche Schriftstücke als Geschenk. . Das eine, datirt Rendsburg, den 19. April 1807, enthält den Auftrag Wilhelms 1. — Landgraf Wilhelm IV. führte vom Jahre 1803 ab als erster Kurfürst von Hessen den Namen Wilhelm I. — an seinen Oberhofagenten, das in den Händen der Franzosen befindliche Medaillenkabinet des Kurfürsten für den letzteren zurückzukaufen. Das zweite Schreiben, datirt Itzehoe, den 26. Februar 1808, enthält die Aniveisung des Kurfürstenauf Zahlung des für das zurückerstattete Medaillenkabinet zugesicherten Kaufpreises, welcher 23,053 Gulden und 20 Kreuzer bettug. Winöchens erster Geburtstag. Ein Jahr vorbei! das erste Deines Lebens, Mein teures Kind! Du, Tonne meiner Welt! Wie dank' ich heute, Gott! daß nicht vergeben- In Deinen Tchutz mein Kleinod ich gestellt! Wie dank' ich, Gott! daß Du uns hast gesegnet. Was wir an unserem Kind so gern gethan! Das ihm, von Dir geleitet, nie begegnet Bis heut' ein Unheil auf des Lebens Bahn! Zu 8kslhilhtk )ts Hilsts Sitlfdill. Die »Franks. Zeit." schreibt: Die Freiherrlich Carl von Rothschild'sche öffentliche Bibliothek, welche sich die Aufgabe gestellt hat, die Rothschildliteratur in möglichster Vollständigkeit zu sammeln, erwarb einen (in der »Franff. Ztg." ausführlich besprochenen) Münzkatalog Mayer Amschel Rothschilds. Gleichzeitig gelangte die Anstalt in den Besitz eines Sammelbandes, welcher u. A. neun numismatische Kataloge ebenfalls von M. A. Rothschild enthält. Von diesen Katalogen tragen zwei die Jahreszahl 1783, welche einmal mit Tinte in 1784 ge ändett ist. Diese beiden geben am Schluß die Adresse: Mayer Amschel Rothschild, Hoch-Fürstl.Hessen-Hanauischer Hof-Factor, wohnhaft in Frankfutt am Mayn. Ein Katalog ttägt die Jahreszahl 1786 und gibt am Schluß die Adresse: Mayer Amschel Rothschild, Hoch-Fürstlich Hessen-Casselischer Hof- Factor, wohnhaft in Frankfurt am Mayn. Rothschild war also bereits im Jahre 1783 Hoffactor des späteren Landgrafen Wilhelm IV., welcher im Jahre 1785 seinem Vater in der Regierung von Hessen-Cassel folgte, aber bereits seit 1760 die Grafschaft Hanau besaß. Ter Katalog aus der Pfälzischen Bibliothek ist undatirt. Rothschild bezeichnet sich indeß dorten als Hochfürstl. HessenHanauischen Hof-Factor. Demnach dürfte dieser Katalog vor dem 31. Oktober 1785, dem Todestag des Landgrafen Friedrich II., des Vaters Wilhelm IV., geruckt sein. Die sechs übrigen Kataloge sind undatitt und tragen die Adresse des Verkäufers nicht wie jene vier in fetten Lettern am Ende, sondern in kleiner Fraktur beim Kopftitel, unter der einfachen Bezeichnung- »zu haben bei M. A. Rothschild." Da nicht anzunehmen ist, daß Rothschild sich der ihm zukommenden Hostitels nicht überall, sondern nur hier und dort bediente, zumal dieser Titel damals noch eine viel größere Empfehlung bedeutete als ähnliche Titel von BerautworU. Redakteur Ai. Rahmer, Druck Leistner t & An meine Brust, geliebte«, kleines Wesen! Hier stammle Deinen ersten, süßen Laut! Hier will in Deinem blauen Aug' ich lesen Mein Glück, das mir aus feinem Lichte schaut! An meine Brust! daß selig ich getiieße Tie stolze Lust, Dich mein zu nennen, mein! Daß ich in meinem Herzen Dich verschließe Wie in verdorg'nem Schrein den Edelstein! Tie Hände muß ich zum Gebete falten — Sv sollen sie aus Deinem Haupte ruh'n! — Gott möge Dich beschirmen. Dich erhalten! Mög' segnen alle Zeit, mein Kind. Dein Thun! Er mög' zu Dir sein Antlitz gnädig wenden. Und wähle Dich zu seinem Liebling aus! Er mög' Dir alles Heil der Erde senden Und winde Dir der Himmelssreuden Strauß! Wie einer jungen Pflanze schöne Triebe Ter Gärtuet, ohne zu ermüden, pflegt, — So hege Dich des ew'gen Gottes Liebe Zu jeder Stunde treu uud unentwegt! So wird mein waches Auge Dich behüten . Mit gleicher Lieb' uud Treue Tag um Tag, Und laden wird an Deines Lebens Blüten Mein Herz sich bis zu seinem letzten Schlag! Frankenberg. Richard Landau. Inhalt, Zudenrlechrrei. Briese an« der Sommerfrische. Bon «. Franke. (Fortsetzung.) — Zur «efchtchle »es Haufe- »attzfchUtz. KtndcheuS erster «elmrtStag. Boa Richard Landau. rewf«. dkta, »er .«Medttiau", s«u»U1hch tu Maadetzurg. ~