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Jüdisches Familienblatt · 1894-01-01 · 38 (1894) · p. Seite 152

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Journal
Jüdisches Familienblatt
Volume
1894
Issue
38 (1894)
Date
1894-01-01
Page
Seite 152 (sequence 4)
Language
German
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orische Trauung vollziehenden Rabbiner oder Chasan mitunterfertigt und dem Ortsrobbiner des Bräutigams übergeben, worauf dann die wirkliche Trauung vollzogen iverden kann. Die proviforifche Trauung ist in der Türkei entstanden, und heißt Ite Minhag Koste1) .nach dem Brauche Konstantinoprls". Nicht nur die Currentschrift*) der spagnolischen Juden ist von der der Aschkenarim abweichend, sondern selbst die Thorarollen werden in anderer Weise geschrieben, d. h. die Häkchen, Kränchen) werden in besonderer Weise gemacht, und so kommt es, daß nach den neueren spagnolisch-portugiesischen rabbinischen Autoritäten die Thorarollen der Aschkeuafim in den Synagogen nicht zur Verlesung gebracht werden. Ich habe in dieser Hinsicht, nm die genug bedauerliche Spaltung »wischen Aschkenafim und Sesardim wenn auch nicht zu beseitigen, so doch zu unterdrücken, den Auftrag gegeben, in Orten, wo Thorarollcn von Aschkenafim vorhanden sind, dieselben auch bei der Liturgie zu verwenden. Mit besonderer Borliebe werden solche Thorarollen verwendet, deren Columnen sämmtlich (mit Ausnahme der ersten) mit dem Buchstaben Waw') beginnen Die Thorarollen werden immer mit Leinwand bedeckt, so daß beim in die Höhe heben der Thorarolle niemals die leere Seite des Pergaments gesehen wird. (3ortf(>unfl folgt.) Prolog. Zur Lazarus-fleier de« „Bereins für jüdisch» Geschichte und Literatur" in Leipzig, am lö September 1804. Wie schroff man über Israel gerichtet. Wie schwer man uns bedrängt zu mancher Zeit. Wie vieles Böse man uns angedichtet. Nie hat geleugnet man, daß Dankbarkeit Die Juden schmückt. „Die Dankbarsten auf Erden" Sv nannte Dickens sie. der Humorist; Der heutige Tag soll davon Zeuge werden, " - Daß Israel des Dankes nie vergißt. Nie soll von uns man, wie von Andern sagen. Daß wir den Dank dein Todten ausgespart. Die Schuld den Lebenden noch abzutragen, . » Das gilt uns stets als rechte Sitt' und Art! — Des heut'gen Abends Feier mag beweisen. Wie gern verdienten Lohn wir bringen dar. Indem Professor Lazarus wit preist», . Den hochverdienten, theuern Jubilar. (Statt Lob? Wie auch der Borurtheile Wolke Gar drohend schwebt ob unstrm Vaterland, . Die mit uns eint ein feste« Bruderband. Die. was sie schaffen auch, was sie erstreben. Zu ihren Brüdern steh'n mit Herz und Hand. Zu diesen Geisteshelden auserlesen Gehört fürwahr Professor Lazarus. — Was in der Bolkesstcl' er gelesen. Der neuen Forschung tiesen, reichen Fluß Wie schöpferisch als Denker er gewesen. Der stlt'nen Redegad« Hochgenuß Dem Einklang zwischen Wort und That und Wesen Heut' ein deredtrer Mund verkünden muß! Ich kann mit wen'gen Worten nur, mit schlichten. Berühren, was er seinen Brüdern war. Und ohne Uederschwänglichkeit berichten, Daß er als Jude »treu und frei", und wahr Uns weihte gern sein Denken und sein Dichten. Dafür wird steudig der Verehrer Schaar, An seinem Ehrentag ihm Dank entrichten, Ihm wünschend noch manch' sroheS Lebensjahr! Ihm galt'« als Pflicht, da« Ideale pflegen, Das immer gipfelt in der Religion, - Drum pries der Denker auch des Glauben« Segen. Drum war sein Vorbild Mose« Mendelssohn. Drum hielt er hoch die Jugendangewöhnunv Und mahnte ernst in der Synode Kreis, „Zu suchen in dem Heiligsten Versöhnung ' „Wie einst am höchsten Fest der Priestergreis." Mit herrlicher Beredsamkeit er zollte Den. Dank, als die Shnodr von hier schied. „Daß die Gemeind« Leipzig blühen sollte" Das wünschte »r in seiyem Abschiedslied! Wie jene« Wort, so ist auch unvergeffen ' Daß Lazarus in dem Gemeindebund „Was wir an Moritz Kohner einst besessen . Als edles Vorbild", gab begeistert /und. Was wir an Lazarus besitzen, ehren Wir Alle, wünschen» ihm au» Herzensgrund: Roch'lange mög' er Lieb und Weisheit lehre»; Heut' werde ihm zur Herzenssteude kund: Was ihm auch. Große«. Schönc» je gelungen Sein reichster Schatz ruht in der Herzen Schrein. Der Dank, den er in'Jsrpel-errungen, . » .Wird ihm ein ehrenvolle« Denkmal sein. ' - Alphons^ Levy. Roch giedt es Mäyner, die vom deutschen Volke AlS Zierden deutscher Wiffenschast erkannt. Dem Bäterglauden treu ergeben, ' ') In jüdischen Schriften heißt Konftantinopel manchmal Koste, manchmal Stambol — ei; tJ)v näXi)/), ja auch Käspoli oder regelmäßig Konftaniinopel. * * ’X Tie übliche llurrentschrisz der spanisch-portugiesiichy, Judest ist für tar dieser Schrift «Unkundigen sehr schwer zu entziffern; in dem 2. Heft» meiner Arbeit: „Titten und Bräuche der Jude» im Lrient" werden 2 Tafeln mit dem Alphabete der üblichen jüdisch-spanisch- °portugiesischeu Lurrentschrift und ejuer zweiten Schreibart, dir mehr ypn den türkischen Judkft und zwar von der arabischen Schrift beeinflußt wurde und die größten theil« von Chachamiig, wen» dieselben hebräisch schreiben, vern^ndet wird. I« letzterer Schrift werden nicht nur mehrere Buchstaben miteinander verbunden, sondern auch wie dies beim arabische» Alphabet der »Fall ist, Buchstaben-über einander gesetzt. •) Solche Thorarollen werden "N (Anspielung »ist Etzod. 27,10) von dem Sesardim genannt. Dtm»wiii1I Mtdakiini 9. Kahme», Druck Leist», von der Landstraße des Lebens. . von»Max Weinberg. N ei-hart, der zu Ehren kam, » Reicher ward mit jeder Stund«, weil ihm, war er that, grlana, Und da» Glück mit ihm im Sunde: » ‘ Füdlt sich unzufrieden doch ' , ID«I er noch e» mußt', erleben, - vag die armen «Na^^irlrut' Auch sich au» dem erheben. - Der ahferstandeur Aatdi. Bon Isidor Brüstiger. (Fortsetzung.) — Dkr Btfchss Wshsrs. Br n fl. k- Sonnenschein — Dir 3»W» ssu'Btümntr». von Dr. W. »riluwald.««»^, rabbiner von Bulgarien. IV. — Prsisß. Zur Lazarus - Mieter Bo» Alnhonje L«»T_ — *«* dpt Lsulsügtzr M Mar »eins

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