Jüdisches Familienblatt
- Journal
- Jüdisches Familienblatt
- Volume
- 1894
- Issue
- 37 (1894)
- Date
- 1894-01-01
- Page
- Seite 148 (sequence 4)
- Language
- German
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Leib und Seele. Eine Allegorie nach Syuhedrin 91. \ — , Wenn nach befchlosfnem Lebenslauf i Tie Seel’ sich schwing! zum Himmel auf; Erscheint alsbald vor Gottes Thron Zugleich auch Satan, der Dämon. Der klagt die Seel' ob dessen an. Was sündhaft sie ollhier gethan. Tie Seele fordert bald darauf. , Daß man de» Leib auch bring' hinauf. Auf daß man dort, im Himmelreich,' Vernehme beide allzugleich. Sofort wird bald auf Gottes Wink Ter Leib herbeigeholt »gar flink Und der wird d'raus zuerst befragt, Woraus er Antwort giedt und sagt: „0 Himmelsvater, voller Huld! Nicht mich, die Seel' nur trifft dir Schuld. Frei suhl' ich'mich von jeder Sünd' Gleich einem neugebor'nen Kind. War's nicht die Seel', die mich belebt"? .. Rur sie hat's Böse.angestrebt! Was sie ersonnen und erdacht, ' Das hat sie selber auch vollbracht. Ich starrer, regungsloser Kloß, War nicht« als ein vergänglich Schloß, Da» du ihr gnädig hast verlieh'«, Zu weilen zeitlich nur darin. Run kann sie freilich nichts mehr thun,. Ta ich im Erdenfchooß muß ruh'n. T'rum güt'ger Gott in deiner Huld, Sprich frei mich nun von aller Schuld. Auf deine Huld will ich vertrau'««, O laff' mich deine Gnade schau'n!" — Daraus erwidert scheu die Seel': .0 heil'ger Vater ohne Fehl! Ich fühl' von Sünde» mich ganz rein. Gesündigt hat der Leib allein. Bin ich doch nur ein reiner Geist, Der nicht begreift, was Sünde heißt! Als ich den Leid noch Hab' belebt. Hat er nach Bösem selbst gestrebt. Voll Leidenschaften und Begierd', Hat er zum Bösen mich verführt. Und ich, was könnt' ich sonst denn thun. Als leidend ihm im Hirne ruh'n'? Gefeffelt hielt mich dieser Kloß In seinem Innern unter Schloß, Bi« deine väterliche Gnad' Aus dem Verließ befreit mich hat. Run schweb' ich. von der Hast ganz frei, Auf deinen Ruf voll Angst herbei. O laß mich, Vater, für und für In deiner Rähe weilen hier! O laß mich deiner Gnad' erfreu'» Und deinen Ramen benedei'»!" — Ta beide nun im eitlen Wahn Betheuerl, daß sie recht gethan; Mußt' wiederum auf Gott'« Befehl Vereinen sich mst seiner Seel' Der Leib im selben Augenblick Und kehren aus die Erd' zurück. Da sollten beide sehen klar. Daß Leib und Seel' nur als ein Paar Im Erdensein bestehen kann Rach Gott, des Schöpfers weisem Plan; Und daß sonach, wenn Einer irrt. Die Straf dem Anden« auch gebührt. D'run»-denk', o Mensch, solang du lebst. Daß du nach Tugend immer strebst. £) laff’ es «immer außer Acht, Daß all' dein Thun wird stepg bewacht:. Daß Rechnung über Alles du Einst legen mußt, gehst du ^ur Ruh'. 'Heil dir.^venn einst »dein Ende näht, , . Und jede gottgefäll'ge Thal. , Für deinen, stammen Wandel dann Bor Gott als Zeug' dir stehen kann! - SB. Demant. von der Landstraße des Lehens. von Max Weinberg. Iver in der Brust hat frischen Muth 4 Und in den Adern frischer Blät Und mst den Bänden träg' nicht ruht Dem muß gelingen, war er thut. , V . ‘ Tollkühn ist» den Leu zu necken. ( Toll den Tiger aufzuwecken, * Toller eine» jungen Gecken , Eitelkeit ihm auszudecken. ffab’ größer» Umweg nie gesehen, . Air »»er dir Wahrheit wollt' umgehn. Du willst in Buch und Bühne, Daß sich dar Unrecht sühne. Und hoffst in deinen eigenen Sachen, Der Berrgott soll Ausnahme machen. ' Aus dem öpruchschatz des Talmud.. poetisch übertragen von Mar Weinberg. wer möcht' da Kauflust wohl verspüren, wo man nur Ruß gewinne» und perlen kann verlieren. ' ' ’ <Jerusalem Ternmoth Tap. 2.) Den Auserwähltei, nur das festne koo» zufällt, Daß an zwei Tafeln gar ihr tebenrmahl bestellt. (Berachot 5.) Rannst mit der Tanne Zweig Dein Baupt Zwar nicht umwinden Doch wenn der König kommt, ihm Ehrenpforten binde». wie auch die Wunde brennt, die Frevlerhand geschlagen. Selbst hat er die ärgst« davon getragen. bitte Truckfehler-Berichtigung. In „Meine Reise mit Mr. Hall Caine' ich nachstehende Druckfehler zu berichtigen: Nr. 30, S. 119, Sp. 2, Z. b.v. o. pflegten. galt für. dem Weltgebäude, ergehen (st. gehen). 9 v. u. „vor" (ft. von). einen (st. einem). 14 v. o. interessire. 21 v.u. früher« (st. „Führer") 3 v. o. hielt man (fehlt: hielt). „da Gelegenheit (st. die). „ einer (st. einen). 22 v. u. hierüber- (st. hinüber). 27 v. o. aus den (st. „oder"). S. N. MargulieS. 10 fr fr •r . ff m „ 15 g ff ff ff * ft ff 17 9 m m n 120 n 1 n 8 31 m 124 n 1 m 14 m 32 m 127 m 2 21 m m 128 w 1 m 3 n 34 m 136 1 n 4 9 m m 138 2 m 21 m m m 140 m 1 22 „ 36 H 144 ff 1 ff 27 Der auferstandene Aaddt. Bon Isidor Brüstiger. (Fortsepung.) — Dir Inden von Bulaarle», Bon vr. M, «rü». «ald, Großrabbiner von Bulgarien, lll. — Leid »nd Beete. Bon «. Demant, - Von der Landstraße des Lebens. Bon Max Weinberg. — An« de» Bpenchschatz de« D»l»»d. Bon Max «ei», brrg. BerantwortlRedatzeur Ä.-Ratz«er, Drnck Leistner * d« .tgOto—", sß»W«ch i> «flqflflch»,