Jüdisches Familienblatt
- Journal
- Jüdisches Familienblatt
- Volume
- 1894
- Issue
- 32 (1894)
- Date
- 1894-01-01
- Page
- Seite 128 (sequence 4)
- Language
- German
- Belongs to
- journal issue
- OCR quality
- 90% known words query
- IRI
…/6492351-8722849-5962398--2439-5376631- Visual Library
- page viewer of the UB Frankfurt
OCR text
— 128 spräche anerkannten, so seltsam vorkam, bewirkte et. daß wir rast auf Schritt und Tntt von Detektivs ° verfolgt würden. Im Städtchen selbst man unt — ich weiß nicht recht warum — für "Agenten" des Baron Hirsch, und so mancher herzliche .Salem Alckan. wurde auch Herrn Lame, den man znm Juden stempelte auf der Straße angeboten, Ein Glück, daß es dort derzeit keine Rodauantisemiten gab — vielleicht flieht eS jetzt schon welche — sonst hätte ihm leicht manche Unannehmlichkeit passiren können. (Schluß folgt.) Zum neunten Aw. Da» Riagelied rav n> übersetzt von Adolf pick. Linst zu der Patriarchen Gräbern Iirmijahu wandelt, der Prophet, Zu den Gebeinen der Geliebten Lr tiefgebeugt von Rümmer sieht: »war ruht Ihr hier im loderschlummer So sorglos-friedlich? kjört Ihr nicht Den lauten wehruf Eure» Volkes, * BtjT Herz vor Leid und Jammer bricht? Au» ihrem Heimathsland, dem theure», Vertrieben ist der Rinder Schaar — Wo bieb der Segen, der verheißen von Go« einii unsren Ahnen war? Der Israel sollt' Schutz gewähren Bi» in die fernste, fernste Heit, Der e» soll wahren und behüten vor jedem Ungemach und LeidF- Da an» dem nächt'grn Grabesdunkel Lin Jammern, Klagen laut erschallt, Da» an der weiten Himmel»wöldung In wildem Lcho widerhallt: „wann kommt der Lag. wo Du den Rindern, wa» Du verheiße«, Herr, erfüllst. Daß Du de» Bunde», den geschloffen Du «inst mit uns, gedenken willst?- Al» Antwort draus au» HimmeirhShen Länt es herab da« vonnerwort: »weil st« um nicht'gen Land vertauschten Den Lw'gen, ihren Schutz und Hort; > weil au» den Herzen ist geschwunden Die Gotteifurcht und Frömmigkeit, weil sie verhorrien bei der Sünde, Den bösen Wandel nicht bereut — Drum zog ich ab die Hand von ihnen, von Horn entbrannt ob ihrem Spott, Al» sie in ttotzig-kecker Rede Aurriesen: »Nein, r» ist kein Gottlvarpuf der Herr: »weil st« erregten Durch ihren Frevel '««ine«. Horn/ - weil morsch« Brunnen sie gegraben, verschmäht de» ew'gen Leben» Born, weil fremden Göttern sie gehuldigt ' Und nicht befolgt mein Hehngebot, Drum Hab ich über st« beschlossen. . Solch' ditt're» Llend. Leid und Noch >- ^-- voe Gotte» Lhrvn jetzt »einend, klagend " . Lrzvatrr Isaak tritt und spricht: »Hab', Lw'ger, ich. dem Äpfertode Mich freudig hingegeben nicht? ( Nu« muß ich sthau'n' wie meine Rinde«, Zerstreut find auf dem Lrdenrund — wo bleibt, o Herr, wa« Du" verheißen: »Mit Isaak schließ ich meinen Bund?- Und Gott'entgegnet: »weil verspottet Sie Iirmijahu, den Prophet. ' Al» er ist seiner Sttasred' mahnte Zu Umkehr, Buße und Gebet, weil sie Moriah'» heil'ge Stätte — . Lntweiht durch ihrer Sünde», Schuld, ' Macht' ich e» länger'nicht ertragen ' . In kangmuth, Güte und Geduld, wir sollte nicht mein Horn entbrennen, Daß man an mir geweiltter Statt Den edlen Gotte»man» Secharjah 7' , Lrbärmungslo» erschlagen hatl- — Jetzt auch mit «hrSnrrfiickter Stimme ' Lr^ater Jacob'» Rlag' ertönt: - - »Die Rinder, dir ich großgezogen, Sie werden nun verfolgt, verhöhntl Muß tausendfach Dein Volk denn büßen . Begangne Frevelthat und Schuld? wirst nimmer Du, 0 Herr, gewähren Verzeihung ihm in Deiner Huld?- — . - Und Mos«, der al» tteuer Hirte Sein Volk geführt zu Gott zurück, Ruft schmerzvoll au»; »Weh', meine Heerde ward juh. ereilt vom Mißgeschick! - Zerstreut ist fie in all« wi.ide vom Feind gehetzt «Hst Ruh' und Rast! wo bleibt, « Herr, wa» Deinem Diener Du gnädig «inst verheißen hast: »Nie soll verwaist sein unb vrrlvffen, Mein Volk, da» mich zurrst erkannt, Da» ich au» dem Lgypterland« kstraurgefühn mit starker Hand?- Lrzmutter Leah klagt und jammert, Und Rahel weint in bist rem Schmerz. Da» Leid der Rinder hat verwundet Auch Btlhah'», Silpah'» Mutterherz. Da richtet Abraham voll Irouer Hum Himmel auf fein heiß' Gebet, Für feine Rinder, di« verfolgten. Der Vater voller Inbrunst fleht: »Führwahr, hast Du um ihretwillen Nicht zehnfach mich, 0 Herr, erprobt? Seh' ich di« Rinder leiden, dulden — wo bleibt Dein Wort, da» Du gelobt: Nichr» fürchte, Abrami weil Du weihtest Dein Leben mir nur ganz allein, will fiirderhi» ich vir und allen De» Deine» Schirm und Schild stet, senil? T**—*—•* **“’ Da spricht der Herr: »Ihr treuen Seelen, Rrhrt um in Lure Ruh' zurückl Lrhörrn will ich Lure Bitten Um Lu rer Rinder Heil und Glück, wie ich nach Babylon gezogen Mit Israel al» Schirm und Hort, So werd' ich einst e» wieder führen Zurück nach seinem Heimachrortlwart Mim. Inhalt, Die SMmwkicma. Line Erzähl»», au *■ «. Bern. (Schluß., - »eirn Krtse Van V. Sk. Margulieö. Eirtsetzau^j — Z»t»> »d»tf »ick. ... ,