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Jüdisches Familienblatt · 1894-01-01 · 32 (1894) · p. [Seite]

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Journal
Jüdisches Familienblatt
Volume
1894
Issue
32 (1894)
Date
1894-01-01
Page
[Seite] (sequence 1)
Language
German
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wsppp^wiw1. ■ 1894 Nr. 32. \ 4 Jüdtfches ♦ Herausgegeben pon Dr. M. Rahrner in Magdeburg. Hu- Nnttrhsttung unö.Kelehrung für die israelitifchr Mmilik. ' Vas ,,IU»tt«tz« erschein« wöchentlich als £r«H**8eila#« jMr „Israelitischen wechenlchrtft". Jeder ««v»f«Gte Nach»»««» a«« »lche«, vlatt« ist «ntersa»t. — Die Einzelnummer kostet |0 psg. bei ber Expedition. 17] Die Ausgewiessnen. Eine.Erzählung auS der Gegenwart. Bon T. Berg. . lSchlnst.) .Sie sind mir ein Rätsel, Herr Alexandroff," sagte Life Lehmgnn, „wie' kann ein Mann der Liebe eineso idealen Mädchens widerstehn?" „Die idealen Mädchen wollen schließlich ganz real geheirathrt werden, mein schönes Kind.' Darum mögen solche * junge Damm sich nicht dprch allzugrößes Entgegenkommen »ihre Chancen bei unS verderben. Anständige Mädchen, wie rlukein von Moorbach, sollm keine Extravaganzen begehm, dürfm kein Temperament zeigen, das gehört sich nur für —“ Er hielt inne. Wem sagte er das? Er ärgerte sich jetzt, daß er;u viel gesprochen hatte und' schloß brüsk: „Aber waS geht Dich Fräulein von Moorbach an? Und was küknmert sie mich?" Gegm Mittemacht verließen KemSki, Life Lehmann und .Alexandroff das HauS. » 'Wie sie die Freitreppe herab schrittm, deutete sie aus «in« auf dm untem Stufm ruhende Gestalt: „Sieh doch, was da liegt!" -„Ein Betrunkener," antwortete Alexandroff und stieß verächtlich mit dem Fuße damach. Aber auch im Herz« der Dime lebt das göttliche Mitleidm de« WeibeS noch. . ' „Nicht doch, Jemilian," sagte sie sanft, ,eS kann ein Kranker sein." Sie beugte sich nieder, und fragte: „Was fehlt Ihnen? Sind sie krank? — Der Liegmde richtete sich auf — eine Sekunde starrte ihr rin todtblasseS verzerrtes Antlitz mit glühmdm Augm in» Gesicht, dann war eS verschwunden. Erschrockm klammette sich Life an AlexandroffS Arm. Daun Höne man mfm. „He Alexandroff!" „Hier ist er." Ans'dem Dunkel der Straße tauchte eine hohe Männerfigur hemor. „Wer da?" Es war so finster, die Begegnenden stießm fast aneinander. „Kaminski! und Bmno LiedeNrost! — ES ist ein Unglück «schcheu. Fräulein von Moorbach wird zur Stunde im Hause Lickertroft vermißt. ..." „Sie wird sich bei einer guten Fnuudin verplaudert habm. „Auf dieser FähNe suchtm sie Salmon und seine Frau, habm bneit* verglchfich die halb« Stadt iu Alarm ge- „Daß ich daran nicht gedacht! Wahrhaftig das ist der rinzige We^ hier Verlorenes wieder zu finden!" Er machte Alexandroff eine tiefe Verbeugung und ging mfi Benno eiligst davon. „Ironischer Mensch!" brummte Jemilian. „Herr Alexandmff" flüstettc Life. „Was hast Du? Du zitterst an allen Glied-rn." . „Mich dünkt, ich habe Elaudia gesehm . . . jener junge Mann. ..." . . „Nun wahrlich, Claudias überall!" fuhr Alexandroff aus. „Du träumst Mädchen. — Kommen Sie schneller, Kemski, wir schaffen diese Närrin nach Haus." Mittlerweile schritten Benno und Kaminski ratlos vor dem Theater auf und ab. „Nun habm wir diese Strecke seit zwei Stundm zum sechsten Male zurückgelegt, rief Kaminski, „welch verrückte Idee sich hier ein - Rendezvous gebe,, zu wollen! Sie ist vielleicht jetzt doch zu HauS. Kehren wir um." „U..i wieder die Verzweiflung, die Vorwürfe Helsias zu hören!" rief Bmno, „nein sie ist nicht da, wir finden sie nie mehr!" „So erzähle doch jetzt, wie ein vemünffiger Mensch," sprach KaminSki ungeduldig. „Du hast sie von acht bis neun Uhr hier ermattet?" .3°.' „Sie wollte in Männerkleidung kommm?" .Ja." „Wamm?" „Ich weiß es nicht." „Sie hatte also irgend einen Plan, den du nicht kennst?" „Was weiß ich? Sie hat mich zum Besten gehabt," knirschte Bmno. „Es scheint so. Du hast sie nicht verfehlt?" „Ich habe jede Fliege gesehen, die über den Platz flog —" „Schön, ich bin überzeugt. Da sie nicht kam, gingst Du zu Salmon?" „Nein. Ich ging thöttchtcr Weise eine Stunde vor keinem Hause auf und ab." „Warum?" „Du weißt, daß wir uns heute früh erzümt hatte»." „Ja so. Wie wurde Claudia'S Abwesenheit entdeckt?" „Um halb zehn Uhr wollte Helsia ihrer Freundin gute Nacht sagm und fand das Nest leer. Sie schlug sofott Lärm." „Wohl. Salmon telephonitte auch mir." „Bor der Thür begegneten wir uns, alles Andere weißt Du nun selbst." „Nichts weiß ich, ich stehe vor einem Räthsel." „KaminSki, sie war vielleicht doch bei — Jemilian." » Schon wieder! Du würdest jeden Andern für diese wahuwiBfir WfflMlBijifl ohrfeigen, Claudia bei Iemiüan! Emc

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