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Jüdisches Familienblatt · 1894-01-01 · 31 (1894) · p. [Seite]

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Journal
Jüdisches Familienblatt
Volume
1894
Issue
31 (1894)
Date
1894-01-01
Page
[Seite] (sequence 1)
Language
German
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Nr. 81. Jüdisches ♦ 1894. Herausgegeben von Dr. M. Aah«l*r in Magdeburg.^ ß Hur Unterhattung und Aekrhrung für die istaelilifche Kamilie. ' v»; „ISötsch« ^owUUttMatt" erscheint wöchentlich ab Ar«Ht<9df«(( jut „I»»«elltis«che« rv»«che»ikchrtf«^ . Jebe» «Aveftegt« N««tz»r»<I ««» ötese» Blatt» ist NMlarf«(t — Die Linzeluoipmer kostet (O s>fA. bei brr Expedition „Vie 21usgewiesenen.... Eine Erzählung auS-der Gegenwart. - Bon L. Berg. 16s . - — . <Forti«tzung.) Der steine Gabriel nicke ihr ernsthaft )u. Eine Viertelstunde später verließ ein lunger Mann in einen weiten Hohmzollemmantel gehüllt, den Lalabreser auf dem Kopf, das HauS, bestieg eine Droschke und fuhr dem 'deutschen Theater zu. . Neben dem Theater befand sich das. Hotel de Paris, in welchem Alexandroff wohnst- Der junge Mann huschte die marmorne Freitreppe hinauf. Jetzt stand er vor einer mächtigen GlaSthür» an welcher ein Alabasterschild mit großen vergoldeten Buchstaben prünste: .Jemilion Alexandroff, Bureau de change." Er drücke auf den elektrischen Knopf, der Diener JemilianS öffnete! . . .Guten Abend, Herr Doktor*) Nedertr»ft." "Er hält mich für Benno, dachte Claudia, sehr gut.'- ,Sie treffen eS recht unglücklich^ mein Herr, Herr Alexandroff ist nicht zu Haus." »Er ist bes seinem Bruder?" fragte Claudia bestürzt. Daß sie daran nicht gedacht! Natürlich würde Jemilian bei dem Kranken sitze», ihn pflegen, ihn trösten. Nun hatte sie dm beschwerlichen Weg umsonst gemacht, im Kloster, bei den Boromäem konnte sie Jemilian unmöglich auffuchm. Wmig." stms fragen wollt« sie um dm Anschein zu retten: - .Ich treffe Herrn Alexandroff wohl bei den Boromäem?" .Durchaus nicht. Herm Leonid sieht Herr Alexandroff' nur 'am Vormittag von zehn bis elf. Er' binirt augenblicklich im Restaurant nebenan." .Schön. Ich werde ihn hier erwattm." - . Der. Dimer wurde verlegen. »Herr Dostor, ich bin wirklich untröstlich »Hat Ihr Herr Jhnm verboten, mich vorzulassm?" - Verboten, will ich nicht sagen. George, meinte er hmte früh, wmn die Herrm Liedertrost versprechen solltm, - bedaurc ich, keinen von ihnm empsanger zu können. Sie begreifen ..." .Ich begreife gar. nichts," antwottete Claudia und trat aoS dem Helldunkel des Corridors hastig in das Dorderlicht eines halbgeöffuetm Zimmers. .Ich -will Herm Alexandroff .sprechm, und uh werde ihn sprechm." ' - Der Dimer sah sie erstaunt au. Eine Minutedann gab. er langsam, aber 'mit großer Höflichkeit dm Eintritt frei. .Allerdings," murmelte er, ,daS ist etwas Anderes." ' •*) I» Knfclaab mb Pole« arm» man di« Stubentkn beim Volke' .Doktoren". - Wmn Claudia eüle Ahnung gehabt hätte, daß der Mann sie erkannte! ' . ■ * Monsieur George war die Krone aller kammerdimendm Taugmichtse. Zur Zeit der' arande Expofitton hatte ihn Jemilian einem.bekanntm Pariser Atelier entfühtt, und seit der erstm Stunde, da Monsieur George luit unglaublichem Blick seines vielseittgm Amtes als Sestetair, Embcllmr, Entrepreneur des petits PlaisirS, Gagion und so weiter bei Alexandroff waltete, wurde Jemilian von allen Dandys seiner ziemlich ausgebreitetm Bekanntschaft um das Herreprecht über dieses 'Juwel von Eleganz, Toumürc und Durchtriebenheit beneidet. Und mit Recht. ' Monsieur George war der äußeren Erscheinung nach mindestens ebm so sehr Genttlhomme wie Jemilian. Niemand wußte su .echt, ob der Herr den Dimer oder der Diener die pschüttm Allüren seines Herrm-mehr copiere. Was aber die Galanterie anbttraf, überragte George sttnen in. diesem Fache ziemlich plumpem Geschmack huldigmden Gebieter wie der Eiffelturm irgend xinm Wurst- oder Käsepavillon am Bvulmard Montmartre. Monsieur George kannte die Vögel an den Fedem, namentlich die weiblichen. Ein.Blick auf dm runden, alldem dunklen Kragm doppelt weiß schimmemdm Hals, die zierlichen Hände, der vor ihm stehenden Gestalt hatte genügt, ihm in dem Fremden das Weib zu verraten, seine mit allm Pariser Wasiem gewaschme Nase. witterte das zarte Parfüm des Frauenhaars und das weiche anmuthige Gesicht mit dm strahlenden blaum Augen, die er halb zornig, halb ängstlich bittmd auf sich gettchtet sah, eroberte sein. Herz. Und der Wahrheit'die Ehr«, D!onßeu< George hatte viel mehr Hech wie sein Herr. Er öffnete den Salon. .Tretm Sie ein, mein Herr." Sapristi, dächte er, indem er' die rösmfarbme Ampel höher schraubte, um den seltsamm Besuch besser zu sehen, mir schttnt, das ist das Ottginal der kleinm'Schönheit auf unserm Guendon. Er 'machte sich an" dem Schreibttsch zu schaffm und vergstch Zug um Zug eine Photographie auf Plattnaplätte im Mvraständcr mit Claudia's Anttttz. .Sie ist es, unsere platonische Liebe aus Berlin. Sie ist ans nachgekommm nach so langer Zeit, mein Alter wird Augm machen über sein unverschämtes Glück! Wahrhaftig, wmn ich ein so reizmdeS, junges Weibchen wäre,' ich liefe ihm nicht nach, ich' wüßte warum, — * befehlen Sir, daß ich Herm Alexandroff bmachrichttge?" fragte er laut. ... Claudia hatte sich in die dunkelste Eck des Salons gesetzt. .Herm Alexandroff stürm? beim'Souper?" antwortete sie lächelnd. .O nein, dys wollm wir nicht wagm." .Eh eh, "Madame kmut ihn recht genau, raisonnicrte George weiter, um so merkwürdiger, daß-sie ttotzdem .in ihn

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