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Jüdisches Familienblatt · 1894-01-01 · 25 (1894) · p. Seite 100

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Journal
Jüdisches Familienblatt
Volume
1894
Issue
25 (1894)
Date
1894-01-01
Page
Seite 100 (sequence 4)
Language
German
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3. 4. Kurioses Hreisuusfchreiben. Tie deutsche evangelische Buch- und Tractatgesellschaft in Berlin veröffentlicht und verbreitet folgeudeS FlugblSttchen: „An die Weisen und Große» in Israel richtete der Arzt H. Lrawford in Jerusalem das nachfolgende Plakat im Juni 1863: „Ihr Männer und Brüder! Da ihr mich beschuldigt, daß ich „Geld unter armen Juden auStheile, um ihre Seelen zu ver- „führen, so verspreche ich jetzt, Geld zu geben, nicht den Armen „und Ungelehrten, sondern den Weisen und Großen unter euch, „die im Stand« find, öffentlich aus MoseS und den Propheten „folgende Punkte zu beweisen: 1. „Tausend Piaster-jedem Rabbi, der' beweffen kann, daß das Gesetz, dem die Juden jetzt folgen, daffelbe ist, welches Gott dem Moses gab, ohne irgend einen menschlichen Zusatz oder Beräuderung. 2. „Tausend Piaster jebem Rabbi, der beweisen kann, daß vaS Gesetz, dem die Juden jetzt folgen, eine Seele selig zu machen in dieser oder in der zukänstigen Welt im Stand« ist. „Tausend Piaster jedem Rabbi, der beweffen kann, daß von Natur alle Menschen, sowohl Juden als Heiden, nicht unter Gottes Fluch und Zorn find und in Gefahr der ewigen Berdammniß. „Tausend Piaster jedem Rabbi, der beweffen kann, daß irgend «in Mensch anders vor Gott gerechffertigt werden kann, als durch den Glauben an den Messias, „die Wurzel Davids" und „den HErrn, der unsre Gerechtigkeit ist!" „Tausend Piaster Jedem, der beweisen kann, daß der Mesfias nicht der Sohn Gottes ist, -ebensogut wie der Sohn Davids. „Tausend Piaster einem Jeden, der beweffen kann, daß der Zeitpunkt, den die Propheten für das Kommen des MesfiaS angegeben haben, nicht schon längst vorbei ist. „Tausend Piaster einem Jeden, der beweffen kann, daß der MeffiaS nicht erst in Schwachheit koaimen mußte, um für die Sünden Israels und der Heiden zu leiden und zu sterben, ehr Er als König erscheinen konnte in Macht und Herrlichkest, um di« Welt zu richten. 8. „Tausend Piaster einem Jeden, der beweffen kann, daß JesuS von Nazareth nicht der wahre MeffiaS ist, der Sohn Davids und der Sohn Gottes. „Die versprochenen 8000 Piaster sollen an jeden Juden in Jerusalem oder anderswo bezahlt werden, der die oben gestellten Sätze aus Moses und den Propheten beweisen kann." In einem späteren Schreiben sagt Herr H. Erawsord: „Es hat sich Niemand um die verheißene Prämie gemeldet." Hieran knüpft die genannte Missionsgesellschaft die Frage: „3ft euch etwa bekannt geworden, ob auch nur ein Rabbi es versucht hat, dies« versprochenen hohen Geldprämien zu verdienen du«h eine aus Mose und die Propheten gestützte Beweisführung ihrer Sache, die sie als durch Moses wohlbegründet ausgeben und dafür eisern?" Darauf haben wir kurz zu erwidern: Wir erfahren erst heute, nach 41 Jahren, zufällig etwas von diesem . curiofen Preisausschreiben", und wenn noch kein Rabbi sich bis jetzt gefunden haben sollte, der e» irgendwie berücksichtigte, so geschah dies aus dem einfachen Grunde, well er der Weffung d«S »effen Königs in den Sprüchen (26,4) folgte: „Antworte de» Narren nicht, du würdest sonst ihm gleichen." Schließlich verzehnfachen wir di« GAchncämie für denjenigen, der den Gegenbeweis obiger 8 Punkt« «fffenschaftlich nnwiderleglich erbringt. (Red.) 6. 7.. psett« m. . Uebersetzt von Alphonst Levh-Uerlin. Die Augen zu. den Bergen will ich 'heb«». Bon droben wird die -Hüls« mir gegeben. . Der .Beistand, wird mir von dem Ew'gen werden, 'Der Schöpfer ist de« Himmels und der Erden! Er läßt den Fuß nicht straucheln aus de« Pfade; Nicht schläft,.der Dich behütet so voll Gnade; Israel» -Hüter kennt nicht Schlaf Noch Schlummer! Der Herr behütet Dich vor jede« Kummer; Der Schatten ist Er Deiner rechten Hand, . Beschirmt .de» kags Dich vor der Sonne-Brand Und läßt den Mond Dir in der Nacht nicht schade«; Bor jedem Uebel schützt er Dich in Gnaden I Sein Wallen möge Deiner Seele frommen r . *• Er hüte stets Dein Gehen und Dein Kommen. Dein Ansgang'und Dein Eingang sei geweiht Bon nun an bi« in alle Ewigkeit! - ' " - jp|«(m (50. Uebersetzt von H. L. . Aus Diesen steh' ich aus zu Dir; Laß hören Dein Ohr, Was meine Stimme ruft in mir Zum Himmel empor! Wenn Sünden Du bewahrtest ans, Wer könnte bestehn? Du läßt der Gnade freien Lauf, * Du hörst unser Jleh'n. Ich hoffe, Ewiger, aus Dich, . Ehoffet mein Herz, Und ans sein Wort vertraue ich Bei jegliche« Schmerz. Ja, Gott erharrt die Seel» mein. Was kommen auch mag — Mehr als die Wach' den Morgenschein, Der Wächter den Dag. . Drau', Israel, auf Gott, den Herrn; ' Bei ihm ist die Huld. Er wird sein Bolk erlösen gern Bon all' seiner'Schuld. Aus dem Spruchschatz des Talmuds. Uebersetzt von Max Weinberg. Raubgut ist nicht Gpsergut und nicht Gotterspende, Hier gilt nur, war in Ehren fi-eerworben Deine Hände. (8obir baacbirim rndd» 24.) Nicht chut » der priesterrock und nicht die frommen Mienen, Nur wer der Amte» werth, mag sich der Rleidr bedienen. , » (Berachot 52.) fast selbst den Ilops ihm a Ind magst noch, ob er tot i| frage«? (Sabbath 75.) wer ein böser Weib bekommen. Hat rin schleichend Gift genommen. 3nt«Ui Die Ausgewieseuen. Eiue^krzählung aus der Gegeuwart von C. Berg. — fMntf Ui Mia» uu» Ferdinand Lashüir. Ein Gebeukbkatt von Dr. Moritz Brasch. (Schluß.) — f«wW Preisausschreiben. - Psalm 12L Ueberscht von «lphons. Lev, Berit». — Psak» 180. Uebersetzl von H. L. — ~ schätz d«S ra»»d. Uebersetzt von ~

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