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Jüdisches Familienblatt · 1894-01-01 · 14 (1894) · p. [Seite]

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Journal
Jüdisches Familienblatt
Volume
1894
Issue
14 (1894)
Date
1894-01-01
Page
[Seite] (sequence 1)
Language
German
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L> Herau»gegcdeii von »r. M. Vahmer m Magdeburg. %/ 3»r Unterhaltung und Belehrung für die israelitische Familie. Da« „Jüdische Inmilten-Vlntt Jeder unbefugt» Lschdmud nun l-Blmtt" erscheint wSckentlich ai« Vvaü»>> Beilage »ur „JovaeMifchen Mocheufchvtft' diesem Blatte ist untersagt. — Die Einzelnummer kostet 10 Vf», bei der Expedition. Die moderne Urankheit. Ln ftspielin vier «kt en. — Von S.N. M ar gu l > e». (Tchinh.) - Ru« wolllen alle Juden ihren Beitrag zurück haben. Herr Rothschild verspürte aber gar keine Lust, die fünf Millionen, die inzwischen wieder in sein: Kasse gewandert waren und die er als gute Prise betrachtete» herauSzugebeu. Wißt ihr was, meine lieben Juden? sagte er, ihr habt ja da» Geld >chon einmal ,u einem guten Zweck brstim nt. bauen wir damit ein allgemeine« jüdische» Krankenhau»! Dieser An» trag, sowie die noch weiter von ihm gemachten Vorschläge, wurden per Akklamation angenommen, denn er hatte die Größten und Angesrhnsten unter ihnen indeß heimlich bestochen <Ü ist nicht leicht» fuhr er weiter fort, ein so großar.ige« Gebäude so schnell aufzuführen, ja, sogar den paffenden Platz dafür zu finden. Ich Hab« ab:r gerade ein Schloß, so feenhaft, wie e« selbst unser König Salomo der Weise nicht hatte. Ich behalte die fünf Millionen und gebe da» Schloß für ein Spital her. E« bleibt aber unter un» Er fürchtete noch immer, Herr Ahlwardt könnte sich die Sache denn.doch überlegen. So verhält e» sich» in kurzen Worten erzählt, mlt dieser so hochgepriesenen und so hoch aufge» -bauschten Muuificrnz! Da« Schönst« au der Sache ist nur, daß der Wunderpalast fich allein alte», baufällige« Schloß mit einem verwahrlosten, weitläufigen Park erwie», da» keine Tausend Mart «erth ist ... . Einer au« der Versammlung. Sin, wenn auch baufällige» Schloß mit großem Park'keine Tausend Mark werth? Das scheint mir denn doch etwa» unglaublich .... ' v. Schlägel. Scheint e« Ihnen? vielleicht haben Sie Luft dazu? Geben Sie mir nur.gleich Tausend Mark und . Sir können fich in den Besitz de« Schlöffe» setzen .... dann lorefehrend) Wie die Juden auf dem stachen Land« Hausen, ist männiglich bekannt. Haben sie doch allein alle Schuld an. dem Niedergange der Laudwirthschaft und an 'der Verarmung der Bauern? Ich will-Ihnen eimn glaubwürdigen Bericht eine» agrarische» Longrefft« über' da» un- »ualistcirbare Gebühren dieser Blulsauger verlesen. Da lebten «M die Mitte unsere» Jahrhundert« ju einem Dorfe in Mecklenburg fünfhundert brave Baoernfamilien, di« such schlecht und recht don den paar Joch Feld ernährten, diejeder besaß nnd worauf fie im Schweiße ihre» Angesicht» ihr bischen Kor» pflanzte». Ans einmal nisten sich in der frommen, christlichen vauerngemeind« einige Juden ein, eröffnen eine Schnap»bude und ein 'Bankgeschäft, baue» fich natürlich auch gleich eine Synagoge,* schlachten ' so und so viele Theisten» kiuder, um so »ad so viele Maaß Blut für Ostern zu gewinnen. und der Schacher mit den Bauern, beginnt in einer Weise, der aller Leschrribnug spottet. Ehe ein Jahr um war^ war ihnen alle» verpfändet, ehe rin'Jahr um war, hatte dieser Moloch alle« verschlungen, wa« die arme Menschen durch Jahrzehnte mühsamer Arbeit zusammcngespart in den Nimmersatten jüdischen Magen ist alles gewandert' Schweine und Ochsen, und »üh: und Kälber, und Pferde und Wagen, und tausende arme Bauernfamilien wurden von Hau« und Hof verjagt uny irrten brodlo» umh fl (Ruse Idjifdlil', nieder mit de» Juden I) Einer au« der Versammlung. Ich möchte den Herrn Redner aus einen Widerspruch aufmerksam machen. Er gab zu Anfang seiner Rede' die Zahl jener Dorfbewohner auffünfhundertan. Wie konnten nun tausende Familien zu Grunde gehen? v. Schlägel. Ich vergaß zu erwähnen, daß ein zweite», größere« Dorf hart an diesem lag, nur durch eiu kleine« Flüßchen getrennt und durch eine Brücke verbunden. Da waren wohl an tausend Bauern ansässig, die, wie man fich leicht denken kann, und wa« auch der scharfe verstand de» Herrn Fragesteller« wohl begreifen wird, gleichfalls mit Haut und Haaren von diesem jüdischen Miuotauro» verschlungen wurden . . . Wieder eine Stimme au« der Versammlung. Die Rechnung stimmt, wie mir scheint, noch immer nicht. Fünfhundert und Tausend machen noch keine .... Peter (klingelt,. Hören Sie, Herr Redne., ich habe schon lange ein Pique auf Sie, ich entziehe Ihnen da« Wort und rufe Sie dreimal zur Ordnung, ein«! zwei! drei! Solche Fragen zu stellen ist nicht'parlamentarisch? Haben Sie gehört? v. Schlägel (der fich zu de« neben Ihm sitzenden geneigt hau».). Der Herr Reich»tag«abgeordnete Rector Ahlwardt bemerkt, daß er zufällig selbst in jenem Dorfe war und ihm alle» von höchst glaubwürdiger Seite bestätig! wurde . . . Aber warum sollen wir nur gegen die Juden unsere Anklagen 'erheben?-Haben wir nicht selbst daran Schnld, daß fie un« so über den.Kopf gewachsen find? Mea culpa, mea maxima culpa, wie der Lateiner sagt. Haben - wir nickt in unserer eigenen Mitte unchristliches Unkraut, da«, um mit dem Herrn Präsidenten zu sprechen, mit eisernen Spaten an«ge- 'rottet werden muß? Peter («.nsallend) »mit eisernen Harken", habe ich gesagt. v. S ch l ä g-el. Pardon, ja mit eisernen Harken. Haben wir nicht in unserer Versammlung selbst Leute, die zwar sehr gute Rechenmeister fiyd (den-Interpellanten firl»»d). -aber vom Antisemitikmu« wenig verstehe» pnd sogar mit. den Juden liebäugeln? An der Erziehung liegt der Hauptfehler. Nicht .allein die Regierung, auch die Schulen.find verjudet. E» ist nicht genna, daß wir konfessionelle, daß wir christlich« Schalen haben, unsere Schulen müffen antisemitische Schulen fein. An der Pflegstätte der. Jugend muß da« wahr» Wort de« Httligeit Antistmiti«mu« gelehrt w.-rden. . Prmcipii» obsta l sagt der .Lateiner, doch da« wjxd der Herr Vorredner, der zweite-

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