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Jüdisches Familienblatt · 1894-01-01 · 13 (1894) · p. Seite 52

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Journal
Jüdisches Familienblatt
Volume
1894
Issue
13 (1894)
Date
1894-01-01
Page
Seite 52 (sequence 4)
Language
German
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bc!a::i nun unser Baron Wind, wahrscheinlich durch die Alliance israelite. Was meine» die geschieht nun? Reist da der Judcnbaron bei Rächt und Nebel direct von Buenos Ayrcs nach St. Petersburg» nimmt, kaum «»gelangt, beim Herrscher aller Reußen Audienz und trifft mit ihm eine Vereinbarung, so schlau, wie sie nur eia Jude auSfinuen kann. Wieviel brauchen Eure Majestät? fragt er schnell den Kaiser, ein, zwei Milliarden? @ur, ich vermittle dieses Anlehen, dafür brauche ich eine Million Ackerbauer nach Argentinien, aber nur Juden, da Christen bei mir nicht arbeiten wollen. Tie geruden mir Majestät in der Weise »u verschaffe», daß Sie die Juden vertreiben und sie zwingen nach Argentinien auSzuwandcrn. Chorosclio, war die Antwort, waS zu deutsch „mit den, größten Vergnügen"' bedeutet. Wenn sie aber, verzeihen Majestät» Schwierigkeiten machen sollten, mir nach Argentinien zu folgen? wagte der Laron einzuwerfen. Xitscliewo (thut nichts), dafür ist gesorgt, erwiderte huldvoll der Czar. auf eine neben ihm auf de« Tisch« liegend« Knute hinweisend. Das genügt mir, Majestät, entgegnete mit verständnisvollem lächeln der jüdische Philanthrop. DaS Geschäft war also perfect» und der Baron Hirsch sah fich noch in> letzte» Augenblicke gerettet. Seit der Zeit geht die Expedition regelmäßig vor fich. Die russische Regierung erhält durch die gcheiine Vermittlung des Baron« in Paris so viele Milliarden als sie braucht, und sie wieder schickt dem Baron so viele Jude», als er braucht, einmal verschreibt er fich nach Argentinien mehr, einmal weniger, ganz nach Bedarf. Beide übe, bieten sich an Coulanz, deun beiden ist geholfen. — Es mag Ihnen unglaublich klingen, meine Herren, aber .... Einer aus der Versammlun g: ES klingt sogar sehr unglaublich Peter (Ningklt.) Bitte den Redner nicht zu unterbrechen. v. Schlägel (fortfnhrends: und doch ist eS nur der wahre Sachverhalt, wir ich eS Mt einem Eide bekräftigen kann, und so, und nicht anders ve-hält es fich mit dieser großartigen Munificenz eines Juden .... Ein von Judenblättera nicht minder vielgepriesener Wohlthäter ist bekanntlich der aus dem Frankfurter Ghetto stammend« .Jude Rothschild in Wien. Alle diese Zeitungen posaunten jüngst einen Akt wahrhaft fürstlicher Freigebigkeit eines Sprossen dieser Familie aus. Der jüdische Krösus soll die Kleinigkeit von fünf Millionen Gulden für die Errichtung eine- Lazareths für Schwindsüchtige in Oesterreich gespendet haben, und zwar widmete er dazu ein Schloß, einen Prachtpalast, der al« achte« Weltwunder dargestellt wird. Mit dieser Schenkung meine Herren, hat es eine ganz merkwürdige Bewandtnis, hinter die wir ebenfalls gekonnue» find. Die Geschichte ist intereffant und lehrreich, und, mag sie noch so unwahrscheinlich klingen, doch so wahr, als alles, waS ich Ihnen bis jetzt mitgetheilt habe und noch mitthcileu werde. (Pause, triukt au» einem vor ihm stehenden »läse Waffe, l . . . Als unser geehrter Herr Ahlwardt, trotz aller Anstrengung der Juden, in den Reichstag gewählt wurde, ergriff ganz Israel, von Don bis Berfaba eia panischer Schrecken. Jetzt find wir verloren, sagten sie fich richtig. Durch die Jnimunität geschützt, schießt uns Ahlwardt mit seinen Judenflinten alle todt und begräbt unS in seinen Akten. Blcichröder erbebte in seinem Palast, dem Baron Hirsch klapperten alle Zähne und der Chacham Sascha von Jerusaleni fiel bei der Nachricht rücklings vom Stuhle, und der Angst und des Schreckens ward, soweit die jüdische Zunge klingt, kein Ende. Anfangs wollten die Juden einen allgcineiuen Bußtag ausschreiben, später fiel ihnen aber, wie sie glaubten, ein besseres wirksameres Mittel ein, die ihnen drohende Gefahr abzuwrnden, nämlich den Versuch zu machen, dem Gegner mit Geld den Mund zu stopfen. Daß ein Mann, wie unser hochgeehrte Herr Ahlwardt, mit Hunderttausenden nicht zu erkaufen sei, sagten fich die klugen Juden selbst, allein, ob auch Jemand, und mag er ein Heiliger sein, dem L rantworil. Redatteur: l>. Ra-hmer Magdeburg. Druck: Fr i e verlockenden Zauber va» Millionen wiederstrh«» könnte, da» mochte» sie den« doch nicht glauben. Knrz n»d gut, t» A] wurden im Geheime» in ganz Israel Sammlungen-in große» "1 Maßßabe veranstaltet, ein Gulden «nrde pr. Kopf erhoben, und in kurzer Frist kamen fünf Millionen unter allen Zndeu des ganzen Erdball«» zusammen. Die Leitung de» EomiteS lag in den Händen de» Frankfurter Judeukbnig», de» sie zum Schatzmeister ernannten, und da» eingefioffene Geld wnrd« in seinem Keller aufbewahrt. Zwei jüdisch« Lertrauengpersoue«. überbrachten richtig eine» schönen Tage» dem Rector aller Deutschen dt« fünf Millionen in» Han». Sie waren so bescheiden. für diese», allerdings königliche Geschenk, 'nicht» weiter al» Schweigen sich von ihm auSzubitten. Aber da ' kannten sie unseren Herru Ahlwardt schlecht. Herr Ahlwardt und schweigen? An der Börse herrschte au diesem Tage fieberhafte Erregung, die Antwort wurde mit der größten Spannung erwartet. Er wird e» annehmen, sagten sie, wir find überzeugt, er wird «» annehmeu. Sonst wäre e» ja zum Verzweifeln. Und in den Synagogen wurde gebetet-, daß - Ahlwardt fich erweichen und da» Geld annehmeu möge. Und fie hatten sich doch verrechnet, unsere braven Semiten. Blicket . her, meine Herren, schaut euch gut diesen schlichten Mann an, der an meiner Seite fitzt, hättet ihr e» für möglich gehalten, daß dieser so wenig heroisch aussehende Mann in seinem säst defekten Anzuge, dir sittlich« Kraft haben würde, fünf Millionen mit Verachtung zurückzuweisen? Und doch hat e» dieser, einzig dastehende große Mann gethan. Timeo Danaos et dona ferentes 1 rief er mit einer Wuth, wie fie fich garnicht beschreiben läßt, den jüdischen Abgesandten zu und warf fi» und dar Geld zur Thür hinaus. Mit noch, längeren Naseu^ - al» fie sonst haben, zogen fie ab. (Schluß fol^.) Aremdliu-e? Einst bat gesprochen ein König: .Ihr Juden zieht mit in den Krieg, Und königlich will ich'S euch lohnen, . Wenn unser daS Glück und der Sieg. .Und helstihr, da»Land, da« euch schützte. Vom ftemden Erobrer befrei'». So tollt ihr in unseren Landen Nicht fürder verachtete sein. 3.So sollt ihr mit unserem Volke Genießen in Gleichheit das Recht; n all euren Kindern und Enkeln rziehrn ein freie« Geschlecht." Da zogen hinaus denn zum Streite, Der Vater, der Brüder gar viel. Begrüßten'» im Tode mit Lächeln, Der Freihrtt hell winkende» Zielt Doch «IS der Sieg dann errungen. Der Krieg dann beendet war. Da harrten vergeben» auf Freiheit, Auf Gleichheit wir Jahre an Jahr. Da wurden zu Fremdlingen wieder. Die Seite an Seite-gekämpft, Die man im Getümmel de« Schlachtfeld» Gemeinsam in Gräber gesenkt Und haben in milderen Zeiten. Die endlich uns Freiheit gebracht. Wir Deutschland denken geholfen. Manch ewige» Werk mit vollbracht: » ' Man nennt un« immer noch Fremde, Die zwanzigste Generation. . Noch immer versagt man die Heimat Ahasvern»' rnhlosem Sohn! t Berlin. . , Th»kla Skdrra. Inhalt: Di» «oder»» «rnulhftt. Lustspiel in v»r Akten. ««, S. Margul!«». (Fortsetzung) — Arenttzliagek Bo» Thekla Skorra. . drich Rasche«Co-, Magdeburg.Verlag:RobertFrieseLeipzig-

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