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Jüdisches Familienblatt · 1894-01-01 · 11 (1894) · p. [Seite]

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Journal
Jüdisches Familienblatt
Volume
1894
Issue
11 (1894)
Date
1894-01-01
Page
[Seite] (sequence 1)
Language
German
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Jüdisches 1804 <L^. 'S . Da« »r»rv unbefugte Heraurgegeben von vr. «. tbOfmtt tn Ntagdeburg. 3«r U«terhalt«ug u«d Belehrung für die israelitische Familie »r irtmUiea-VIcH“ erscheint wöchentlich al» Vvativ-SeUaae zur ,.L»v«Mtschrn Wocheufchoifk' »druck» «Nt» diesem Wlnttr ist unterfn-t. — Die Einzelnummer rostet »0 PfObei der Erveditton. Die moderne Krankheit. Lustspielin vier Akten. — BonS.N. Margulie». .(Fortsetzung.) Selma. War sagst, du, Papa« .-Peter. Ich.Mine, dar verstehst du denn doch nicht. Er ist ja nicht die« allein, war un» die Juden verhaßt machen mutz. Diese Raff«, diese semitische Abstammung. - 6(1 ma. Und von dieser Raff« stammt doch'unser Hei land, und ich bin zwar.in der Geschichte und Literatur der Juden nicht bewandert, aber wie ich hörte, gingen doch so viele große Minner au» ihnen hervor. Ich kenne tu der Mufik nur Mendelsohn und Meyerbeer und in der Literatur Hein« und Auerbach Peter. Pahl Da« find alle« doch keine Schlägel. Du ' wirst bald Gelegenheit-haben, einen wirklich' großen Mann kennen zu. lernen, und wenn ihr euch erst befreundet, dann wird er dir schon alle die Fragen, die dein« Zunge sö ge» - linfig zu stellen weiß, so überzeugend, beantworten, daß dein Mündcheu ganz verstummen wird. Selma (für sich). Wo find wir nur hingexatheu? Ich glaubte da» Gespräch diplomatisch rkNgeleitet zu haben; ich wollte vom alte» Smnnel auf Dr. Deffauer, - der auch «in Jude ist, und von diesem auf «einen.Arnold kommen. Aber da find wir mit eine« Male durch Papa auf eine» Di. Schlägel gekommen. Ich kenne den Mann noch garnicht, aber, ich weiß uscht warum, mir graut vor seinem Namen. Und wie hat r« Papa nur so betont, daß ich mich mit diesem Manne, befreund«'. > Han«. Herr Dr'. von Schlägel wünscht seine Aufwartung zu machen. Doch' da 'folgt der Herr Dr. schon selber. ' . . . . . Achter Auftritt. von Schiigel, dt« Hörigen. ' V«N Schlägel («tt einer «lose in der Hand und eine« Buch« unter» «ns), verfitze» SK, daß ich so ohne Eerrmoniea hiey eiugetreteu bi». Ich glaubte, Herr Prästdent,.verstanden »n haben, daß Sie allein find. Dominos Tobiscom! Peter (»«stelle«»). Herr Dr. v. Schlägel, Redacrenr der .Wahrheit", «eine Frau, meine Docht«. * v. .Schlägel, (kühl unter vielen Hmbeugunge» Fra» -Besenstiel, »t« Hand). .. Susa n ttt (M e«it«> Welche feine Manieren! Selma (»«t Seite). Da» Prnehmeu. eine» Gecken!. - v. Schlüge!. -Sa» hasten Sie da für «tau« fear Schlüge!. ^GaSrnl. Da» Wahre Parodie«, herrliche» »iltou noch zur Vervollständigung de« Tableau» eine Rymphengrotte an schönen Nymphen würde ti nicht fehlen. S usaune (bei' Sette). Welche Sprache! Peter (bet Seite). Da« nenne ich sprechen! Selma (bei Seite). Wie abgeschmackt! v. Schlägel.' In unserem Berufe kommt man leider garnicht dazu, fich dem Genuffe der schönen Natur hinzugeben. (fich,u Se'una wendend.) Au« den duftenden Kelchen der Blumen, Ihren lieblichen Schwestern, ziehen Sie, »ein Fräulein, wohl edlere Nahrung für Seist und Semüth, al» wir au» unseren staubige» Büchern und Schriften. Ja, in unserer Sphäre ist alle» eiskalt und staubig, und selbst den schönen blauen Himmel'durchmeffen wir nur mit dem kaften Fernrohr. Sie. aber lassen Ihrer, kindlichen, entzückenden Blick träumerisch über den HimmelSdom schweife«, um, ohne viel zu forschen, die Myriaden von Sternbildern zu bewundern, unter 'denen Sie da» der Venu», wie au» einem Spiegel, am holdesten anlächtlt. Peter u. Susan ne (zugleich bei Seite). Herrlich! Großartig!- Selma (bei Seile). Wie fade! Und geradezu unverschämt! -v. Schlägel. Sie pflege» wohl selbst Ihren Garten, mein Fräulein? Wa» muß da» Ihnen für «ine herzerfrruend« Beschäftigung gewähren, wenn Sie so mit du Gießkanne in der Hand von Beet zu Beet wandeln und all die schönen Biümleiu bespritzen^ an deren -Blättchen einzelne Tröpfelt wie Perlen hängen bleiben, und wie sie da gegen Sie» mein Fräulein, wie zum Danke die Köpfchen neige« für die zarte. Pflege, die Sie, ihrejunge, gute Mutter, ihnen aügedtibeu laffen l Wa» muß da» für einen reizenden Anblick gewähren! Wir aber, wir hocken in der dumpfen Fabrik de» Geiste» und . fabriciren gelehrte' Abhandlungen, und anstatt det krystallhellen Quellwaffer» am Nymphenbach, mit dem Sie den Kindern Flora'» lirbevoll Lab« und Leben zuführen, bedienen wir uu« zu unserm Treiben höllisch schwarzer Tinte und.schreiben und schreiben ohne Aufhör mit rußigen Hände«. Aber freilich nur durch diese» schwarze Naß und durch un» schwarz Gesellen entsteht da» Licht, siegt, die Menschenliebe, trimnphirt die — Wahrheit l'— (fich zu Ara» Besenstiel wendend) Sie wissen garnicht gnädige Fra», mit welchen Arbeiten ich jetzt überhäuft bin. Ich bin der Atla», anf deffrn Schütter» die ganz« Last dev Sntisemiti»mu» - ruht und nur «ine« .so tüchtigen Man«, wse e»'unser Herr Prästdent ist — er ist ein wahre»' lmnen mandi '— verdanke ich e», daß ich «iniger- «aßeu zu Athem.-komm« uud für manche leichtere Arbeit «j» Stündchen gewinnen kann. Wenn der .Seoschliche Geist fich mit große» Problemen beschäftigt,, sehnt er sich, e» liegt schon st« unserer Natur, yattüta nach einer. kleine» Erholung, :J j«*« rwigkeit.

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