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Jüdisches Familienblatt · 1894-01-01 · 10 (1894) · p. Seite 40

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Journal
Jüdisches Familienblatt
Volume
1894
Issue
10 (1894)
Date
1894-01-01
Page
Seite 40 (sequence 4)
Language
German
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ich doch bcn Anfang machen? Me sagt nur von Schlägel? Hilf Samiel! S e l m a (für sich) Nannte nicht Papa den Name» Samuel? vielleicht dient dieser mir dazu, um auf den Gegenstand zu kommen, den ich so gern berühren möchte und kan« wie zn berühren weiß. (Laut) Papa, verzeih', wenn ich dich frage, ist eS wahr, daß der alte Samuel, der ehrwürdige Greis, auf deinen Befehl beschimpft, und au» unserem Hause verjagt wurde? Peter. Beschimpfen sollte man den alten Mann gerade nicht, und. . . und . . . sie Hütten mit ihm auch wohl . . . eine Ausnahme machen mögen; daß ich mir aber die Juden, diese ... na. daß ich fie mir von meiner Schwelle fern halten will, das ist ganz richtig. Selma. Darf ich ftagen, was dir die Juden gethan?' Peter (für ßch) Merkwürdig, die einfache Frage d«S Mädchens bringt mich fast in Lerlegenheit, mich, der ich doch in Berfammlungen das Wort zu führen verstehe.. (Laut) Ja, die Juden, diese Juden, diese? Volk der Juden .... Doch daS verstehst Du nicht, und e« kann auch in riuen Mädchenkopf nicht so recht hinein. UebrigenS mußt du als gute Christin wiffen, daß die Juden unseren Heiland gekreuzigt haben. Selma: Doch nicht gestern, und nicht die Juden, die nnter uns leben. Dar ist vor nahezu 2000 Jahren und in einem fernen Welttheil und nur durch Einige diese» BolkeS geschehen. Was kann ein Samuel, ein Dr. Deffauer und jeder andere Jude dafür? Ebensowenig, wie wir etwas dafür könne», daß nufere Vorfahren Heideu waren. Und haben die Marter, die unser lieber Herr Jesus erlitten, nicht zur . Sr» löfung der Menschheit gedient und hat er nicht selbst denen, die ihn gepeinigt, verziehen? Wir aber sollen ganz ander? al» er handeln und uns zu seinen Rächern aufwerfen? Peter (für fich>: Wie nur da? Mädel spricht? Woher hat fie nur diese Gedanken, fie, die fich nur mit Blumen und ihren Handarbeiten beschäfrigt. In den Besenstiel» scheint doch Genie zu stecken. Die muß gerade einen Geist wie von Schlägel heirathen. Wenn er fie erst bekehrt hat, dann werden beide den Ruhm unserer Familie in die Welt hinaustragen. (Fowetzung -folgt.) Leitsitze zu dem Lehrer-Louferraz Bortrag von H. R « u ß. (Schluß.) V. Da» Gotteshaus soll duS der Schul« entwachsene Geschlecht durch Gebe: und Predigt in der ÄotteSverehrung und Lugend stärken und in den Glauben»- und Sittenlehren unterweisen. In den meisten jüdischen Gemeinde« ist der Lehrer beauftragt, dt« Gebete vorzutragen und die Predigt zu halten und bannt er zu beide» Aemtern recht befähigt sei, muß da» Seminar 1) das Vorbeten als besonderes Fach in de» Lehrplan aufnehmen, den Zögling durch berufene Kräfte im Borbeten unterweisen laffeu und ihn durch ausreichend« mustkalifche Ausbildung in den Stand setze», einen Syuagogen-Th?» einrichten und leiten zu können. 2) de» Unterricht in der Homiletik in den Lehrplan auf» nehmen und den Zögling befähigen, eine entsprechend« Predigt auSzuarbeiten und zu halten. VI. ES ist nötig, daß da» Seminar seine Zöglinge erzieh« zu selbstständigen Charakteren, die »nt Herz und Kopf ihrem Berufe dienen und den Kampf um dir Existenz mit «dein Waffen führen können. Deshalb ist «» erforderlich, daß 1) da» Int« uat aufgehoben oder beschränkt, 2) eine fremde Sprach« — am beste» Französisch — al» obligatorischer UnterrichtSgegenstand in de» Lehrplan anfgenomme» werde. erweiterten erreich««!. der in Damit da» Seminar könne, ist e» notwendig . 1) größere Ansprüche an da» hebräische Wiffen da» Seminar rintretenden Schüler z» fielen, 2) erhöht« Anforderungen an die. allgemeine,' an die he-, brätschnnd jüdisch-wissenschaftliche Bildung, au die pädagogische Tüchtigkeit besonder» die. praftische Befähigung und die vorbildlich« Persönlichkeit der Seminarlehrer zu stellen, 3) mit de« Seminar die nötigen beiden UebungSschulen zu verbinden und endlich,. . 4) den UnterrichtSkursuS der jüdtschen Seminare auf vier Jahre auSzudehnen. Juda. 1) Gezwängt in Ghettowände, Geknebelt in daS Joch, Gebunden deine Hände: . Blieb ftei der Geist dir doch. 2) Den konnten fie nicht zwingen. Der schwang fich dennoch auf. Und nie auch wird'S gelingen, Zu hemmen seinen Lauf. 3) Sie konnten viel uns nehmen, Bon Menschenpflicht und Recht; Verachten un». vervehmen: Wir wurden doch nicht schlecht. 4) Und hat man stet» auf'» Neue Den Fuß auf uns gesetzt. Arglistig, sonder Treue, Verbriefte» Recht verletzt; 5) WaS hat dich aufgerichtet, Mein Volk, im Leid verhöhnt. De» Elend» Nacht gelichtet Dich deinem Gott versöhnt? 6) ES war in enger' Klause Dein friedevolle» Heim, Da wo du warst zu Hause» Warst König du allein. 7) Ob draußen jeder Bube Zum Gaffenfpott dich macht. Wurd' doch in nied'rer Stube Dir Ehrfurcht dargebracht. 8) Die Reine deiner Frauen, De» Kinde» treu Gemüt, Vergaog'uer Größe Schauen, Ein helle« Sabbatlied: S)Da» waren Zaubermächte. Die dich gestärkt, mein Stamm, Dir ich, beraubt der Rechte. Bewahrtest wundersam. 10) Drupi laßt n« Neid und Aerger Un» fchmäh'u oha' Unterlaß! De» Juden Herz ist stärker, Al» feiner Feinde Haß! «erlt». Thekla «karra. Inhalt: t: Dle modern« Krankheit. Lustspiel i» vier E.N. V«r>alr«».(F^tsop»g) — L e tts »tz « zu de« q Hi (. KcnfT (Vchbch.) — 3Tb*. karr». verantwort!. Redakteur:Dr. Ra hmer Magdeburg. Druck: Fr iedrick^Rasche »Eo. 'JZXZJ-

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