Jüdisches Familienblatt
- Journal
- Jüdisches Familienblatt
- Volume
- 1894
- Issue
- 7 (1894)
- Date
- 1894-01-01
- Page
- [Seite] (sequence 1)
- Language
- German
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Wf. Jüdisches 1894, >) Herausgegcden von vr. M. tUtmn in Magdeburg. Hur Unterhaltung «nd Belehrung für die israelitische Familie. Da« „ILdtfi Stkn tmbcfnptt V«i WamUtra-sNatt" erscheint wSchentlich al« »vatto-Veilagr »ur ^»»»«Mtfchr« Wochrnfchvtkk« dmu» »u» diesem «lnttr ist untresaot. — Di« Einzelnummer kostet to Uf». bei der Lrvedition. Die moderne Krankheit. L u st sp ielin vi er S kt en. — Bon S.N. M argu li e». (Forts«»»»-.) Peter. Und auf der Börse» «o fast nur Juden zusammeukommen, besteht eine ganz geheime Abtyeilung, in der diese» Blut gehandelt wird, mau schließt darin Lieferungen ab »ach Pari»» liondo« und Petersburg, der Preis steigt und fällt, je nach Nachfrage und Angebot, und darum schimpfen viele Zeitungen, »ad oor allen die.Wahrheit" mit Recht auf die Börse, die überhaupt eine Ttuftlserfiudnag ist. Susanne. Aber soviel ich weiß, machen ja auch die Chrifte» Geschäfte an der Börse, so unserr Nachbaren di« Bängter» Schulze u. Co, K. Buchhol, u. Sohn u. s. «. P et er. Da» fragte ich auch» aber die revanchirru stch, um durch Spekulation anf Fallen und Steigen der Papiere, den Inden da» verdiente Selb wieder abzugewiuneu. Oft Vermitteln st« »ur den Sport reicher Savaliere, denen es ei« vergnüge« «acht, ihnen ihr Geld dazn herzugrben. - Aber «ch »ehr.!0ka, ist eine« große« Complott einer jüdischen Gesellschaft, .Altan,tsche J»raelite" heißt fie (du fie-st, »i« ich «tr sch»» »u« sr—tu so ,»t ge»erN) anf der Spur, welche» nnf nicht» geringere» abzielt, als alle Christen in Deutschland, Frnnkrrich und Äglaud ,» ermorden, oder doch zu vertreiben, oft schon hat man »tt dem großen tzofpredigrr Stöcker, den »an in London nmbringen wollte, den Anfang gemacht. Glücklicherweise ist er jedoch noch mit de« Leben davon gekmnmen. Di« nnumstößltche» Beweise über all diese nieder» trächtigen Anschläge befinden fich in den HLnden de» Redakteuer» der .Wahrheit." Susann«. Helliger Gott, was muß man nicht alles erleben l Peter. Die Lage ist ernst. DasBaterland, di« ganz« Welt ist in Gefahr. Alle «äffen wir »n« »um Kampfe rüste», und mir Schuster besonder»,' und darum ist mir die »rech« Ehre gn thril geworden, al» Präfident, soznsaaen al» Kommandant, an di« Spitze der heiligen Lüge . . Lüg-. . Liga, di« fich überall gebildet, . . gestellt zu werden. De« »chaktrur der „Wahrheit" Hab« ich diese hohe Au»zeichuu»g »b verdanken. Er hat auf mich aufmerksam grmacht, er ist e», der, trotzdem ich bi» jetzt immer so still für «ich hiulebtr, t» mir den großen Mann entdeckt hat, der berufen ist, dir ganz« Bewegung zu leiten. ,P eier Besenstiel sei unser Anführer, rief er iu der von ihm einbrrnfenen Versammlung, er und kein Anderer, und hurrahl «ad hoch! «nd nochmals hurrah! und hoch!" erscholl «» und ich wurde unter de« Hotrahrnfeu von Allen umringt und schier erdrückt. Susan»«.' Weißt du. daß ich «ich zu fürchten anfange, ich fähl«, daß es mich so eiskalt überläust. Peter. G» ist auch Grund fich zu fürchten, 'so mitte« »ntrr reißende» Bestie» |» leb«, ... doch jetzt muß ich mich znrückziehen. Rein neuer Beruf schafft mir viel Arbeit: ich muß anfange«» den Talmud, den »Schulchan Weihrauch" ,n studire» und Hab« noch eine wichtige Zusammenkunft mit dem großen Dr. v. Schlägel, den ich jeden Augenblick erwart«. Susanne. So will ich denn nicht stören, lieber Mann. Glück zur Präsidentschaft l Möge von nnn au ... . Peter. Nein, bleib'noch, liebe Frau, lieb« Präsidentin. Ich muß Dir noch erzählen, daß ich bei der Sache auch ein gute» Geschäft mache. Daraus wirst du aber auch die Un» eigeunützigkeit de» neuen Freundes, de« edlen Dr. v. Schlägel, erkennen. Susanne. Du weißt, daß Geschäfte mich wrnig tuteresfireu Peter. Aber vierrtgtausead Mark, mit einem hohen Titel zugleich, verdiene»-, ist doch auch was. Etue vtelgelesene Broschüre von einem großen Manne gegen die Juden ist in einer Million von Exemplare» aufgelegt worden «ad fie gingen wie die frischen väckersemmeln von der Hand ab. Nur »och Hunderttausend Stück dieser Schrift find zurückgeblieben. Der Preis eines jeden Exemplare» ist fünfzig Pfennig, und es ist ein so couranter Artikel wie Schuhleder. Da bot mir der aroßmüthige Freund die sämmtlichen 100000 Stück zum Preise von 10 Pfg. per Stück an. Er zeigte mir so viele Bestellungen, daß ich garuicht zweifeln konnte, all« in kurzer Zeit abzusetzea. Nur stiegen bei mir Bedenken wegen de» Preise» auf, der anf den Broschüre« nicht angegeben ist. Was mache ich aber? ich sage »och nicht zu und gehe von ihm schnurstracks von Buchhandlung zu Buchhandlung und verlange di« Schrift zu kaufen. »Bitte 50 Pfg.» «tr habe» aber nur noch diese» eine Exemplar I" Auch in der zweittu, dritten und vierten Buchhandlung erhielt ich fast dieselbe Antwort. Anstandshalber Hab« ich natürlich überall ein, oder wenn es mehr waren, auch einige Exemplare gekauft, lleberall derselbe Preis 50 Pfg. per Stück! Darauf eilte ich selbst, verständlich zu meinem Freunde zurück »nd da» Geschäft ward — abgeschlossen — Doch', nrir scheint, da kommt er schon. Schnell, liebe Fra«, ein paar Flaschen Wein, und vom stärksten von Herr Schlägel ist ein großer Freund von einem kräftigen Schluck. (Lnsanne ab.) Fü »fte r Auftritt. Bei«, Frida da»» vo» Schlägel. Frida. Herr Dr. von Schlägel wünscht den Herr» zu sprechen. Peter. Ist willkommen, laß ihn eintreten, ich gehe mich nur umkleiden «nd bin gleich da. Frida. (Die Thür öffnen»), Vitt«! v. Schlägel. Wahrhaftig, ein reizende» Kind. Bist du auch so gut al» du schön bist? (sagt fie am Mm> Frida. Herr! v. Schläg el. Ei. Schätzchen, wozu hast du den» eia süße« Mündchen, wenn nicht zu» Küssen? du kannst e» mit dem schönsten Zudenmädche» anfnehweu (ficht fie ufK«, am