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Jüdisches Familienblatt · 1894-01-01 · 4 (1894) · p. Seite 16

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Journal
Jüdisches Familienblatt
Volume
1894
Issue
4 (1894)
Date
1894-01-01
Page
Seite 16 (sequence 4)
Language
German
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»nd noch stell«», da»» fähig? Soll d«r jung« Lehrer hier wieder oh« jede Borbildung, Borbereitoug nud Ueb»»g «i» fertiger Meister in der -«»st sein können, währe»d doch der zum Predige» vorzüglich vorbereitet« Rabbiner Jahre lang übte und lrr»tc? Der Rabbiner besttzt akademisch« Bildung »ad der Lehrer, in Reuutniffen »»eit r»rückstehend, sollte austch heran«, von selbst predigen könne»? Der Lehrer, der «» wagt, ohne weitere« Studium und hebräische« Wissen, di« Ranzel zu besteigen, der ist entweder ei» Si^oStzer, der di« heilige Stätte mißbraucht, oder er ist ein unehrlich« Lharakter, weil er al» sein Werk, al« seine Gedanke« »ud Empfindungen au», giebt, wa» ans einer andern Mur gereift ist. Leide« ist sehr zu verurteile». Wer an dem Wege bant, hat viel« Meister, und «er auf der Kanzel erbaue» . will, hat viel« wachsame Augen vor sich, die Worte u»d Thate», da« Wiste» ans der Ranzel und da« Wiste» im Leben genau abschätzen werden, hat Beurteiler vor stch, die bei aller sonstigen llowistrnhrit misten, wa» Pathos und wa« Gefühl, wa« Lippenwerl und wa« Ueberzeugung, wa« Reden und wa» Segen ist. Ich halte es für einen Fehler, ja für eine Geringschätzung der eigne» Person, Predigten eine« Ander» zu memorieren u»d daun für eigne Arbeit auSzugebeu. Dagegen Hab« ich nicht« gegen ei» Ablesen solcher Predigten einznwenden. Aber wozu find denn die Predigtsammluuge» erschiene»? fragt der jungt Lehrer. So ungefähr fragt a»ch der Prediger Lion Wolff in seinem sattsam bekannten Buche über den „jüdischen Lehrer, sein Wirken und sein Leben." Nicht für die Laien» auch nicht etwa für die Rabbiner »nd Prediger al« Musterbeispiele zum Studium, meint er, sonder» nur dazu, daß fie der Prediger-Lehrer memorire «nd halte." „Jeder nur einigermaßen gewandte Lehrer kann eine Red« auswendig lernen und vortragen. Ein tüchtiger Rantor kann Niemand allein durch seine« WÄru »nd durch Fleiß werden, dazu gehört Stimme und Gehör — reden dagegen kann jeder." Wie so Biele« in jenem Buche ist auch dies« Anficht falsch und «ich» für seminaristisch gebildete Lehrer geeignet. Ich will, daß dir Lehrer im Seminar für da» Predigtamt vorgebildet werde. Bi« jetzt ist da« entweder garnicht oder nicht genügend geschehen. E» muß die Homiletik ei» integrierender Theil de« Unterricht« im jüdische» Seminare werden. Do« Seminar muß ersten» für da« nötige Wissen sorgen, au« dem allein ei« logischer, erbauender, religiöser Bortrag entstehen kann, muß den angehenden Lehrer bekannt machen mit den erschienenen mustergültigen Predigtsammlungen mit den Predigtarte», ihn in besonderer Stunde nach homiletischen Handbüchern tillführen in die Theorie über Text, Thema, Disposition, ihn belehre« über Aufbau und Au«.irbritung einer Predigt, ihn vierten« endlich anleiteu. auf Grund der gewonnenen theoretischen Belehrung zu eigenen Leistungen zu schreiten. Wenn allsabbathlich der Seminarist entweder eine gute Predigt hört, oder nach der Reihe eine selbstverfaßte hält, daun wird er beim Eintritt in« Amt ohne Zage» sich z» der Gemeinde wenden und imstande sein, fie auf eine halbe Stunde in Andacht zu erhalte». Mag er immerhin noch weiter lernen, üben und exerziere», an groß« Muster stch «»lehnend fie nach« Men, er ist selbstthätig und kein Hersager. Ob er nun gerade durch viele Hebung und durch Anerkennung in seiner Gemeinde vom schlichten Lehrer zum feinere« Prediger emporgestiegen ist, ob er stch da» Recht erworben hat, sich.Prediger" nennen zu dürfe», werden Sie, trotz Ihrer Verpflichtung und Ihre« Geschick« zu religiösen Borträge«, wohl verneinen. Sie habe» ihre Ausbildung doch al« Lehrer, nicht al« Prediger erhalle». Sie suche» ihre Hauptaufgabe in der Erziehung der Jugend, Sie habe» endlich einen z» gesunden Menschenverstand und guten Geschmack, stch durch eine noch so feine Firma vor Ihren wahre» christüchen Rollegeu abzusoudern. S« war für «ich belustigend, tu einem Bericht über de» Delegirteutag deS D. I. G. v. de» frühere» Lehrer Felix Berantworl.Redakteur: Dr. RahmerMagdeburg. Druck:Friedrich Rasche »So., Magdeburg. Lob lenz in Siege» nuu unter den „Geistlichen" al» diger" Loblenz an« Bielefeld ^rdriziert wiederzufinden. _ wnnder»«»ert ist der Mut derjenige», die in ihrer Eigenschaft. al» Schächter, Borbeter »nd Lehrer sich „Prediger" benamse»,^ «eil sie a»ch religiös« Lorträgr halte». Da heißt e» »ach Prediger Lion Wolff: „Bom Schlachthofe auf He) Ranzel; di« Schürze ab, deu Talar a» l" Darum kommen wir zurück auf di« Forderung» daß z«r»1 Nutze» der religiöse« Bildung und Belehrung unser« Glauben«- genösse» der Lehrer zugleich Prediger sei» und dazu im Seminare vorbereitet werden müsse. (Fortsetzung folgt.) Ui« Kwwftmerr. 3 Ein geradezu erstaunliche« Werk jüdische» Fleiße« und 3 jüdischer Geschicklichkeit hat der warschauer Uhrmacher Gold-- faden geschaffen. ES ist die« eine kunstvolle Uhr, an welcher i er 6 Jahre gearbeitet hat. Der »Warschawtzkp Djennik"'.^ beschreibt da» Wunderwerk wie folgt: „Die Uhr stellt eine Eisenbahnstation dar mit Sälen für Reisende, Telegraphen- ■ '{ Bureau, Rasse, einem sehr hübschen hell erleuchtete» Bahnsteig und einem Blumengarten, in dessen Mitte ein Springbrunnen^? seine silberhellen Wasserstrahlen in die Höhe schleudert.- Die^ Uhr im mittleren Thurm zeigt die örtliche Zeit an, die Uhren der Seitentuppeln, die von Rew-Aork und Peking. Alle Liertelstlnd« beginut ans der Station dir Bewegung: -»erst. .2 tritt der Telegraphist an sein« «rbett, er fertigt ein Tele- < gram« ab, daß die Linie frei ist. Dann erschetut der :. Statipnvchef aus dem Bahnsteig, an der Fensteröffnung der Raffe {cigt sich dir Gestalt de« Kasfirer», um ihn Gruppe» von Paffagieren, die Fahrkarten kaufen; Gepäckträger eile» '? geschäftig hin und her, Glocktngeläute ertönt, lärmend saust. rin Eisenbahuzug heran und bleibt, nach einem gellende» H Pfiff der Lokomotive stehen. Ein Arbeiter prüft mit eine« 3 Hmmner die Achsen, ein Anderer pumpt Waffer in deu Ma- 3 schiurnkeffrl. Nach dem dritten Glockenzeichen verschwindet der ‘ 3Bfl in einem Tunnel. Alle Personen verlaffen deu Bahn-M steig und die Wartesäle. bi» »ach einer Biertelst»»de der D Trubel von Neuem losgeht. «,» Mt Leewbstrwft« Soden» «vu «ux »»i,b«r,. Mein Nachbar Beit, der ist ein Mann, Der sieden Sprache» sprechen kam,. Die Länder und die Meere kennt Und jede» Stern mit Namen uenut Doch fragst Du ihu, mein Ueber Manu, K'KWKLLM?" Sagt sicher er: Da« weißich nicht. Wa« denkst Du nun vom Nachbar Bett? Der Mann ist klug wohl, aber nicht gescheit. An viele» Schwatze» kennt «an »war den Thoren, »nd an der Farbe Schwäne wohl und Mohren, Doch auch d i e Wahrheit sei Dir untrer lorrn: Nicht alle Esel habe« lang« Obren. Ä: 9m Pebr, nt sei, jsbtscher Miutßer. aus dem t«. Iuhchuuderr. (Ferstetza«) »ky. — »i« «»rbildvn, de» jüdtscheuLehrer» ImCtatvir. Lehncvukereuz-Bvrtrea »»» H. «e^ tu «»stedt- •Mni — «•> tu «aubftrut« «» Lebe»« B», Mex Wetuberg. — «ll« rl ei. Et» R»UÜ »erk. Nuchbruck wi diese» Matte si^ «erbst»». rtFriesr

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