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Jüdisches Familienblatt · 1894-01-01 · 4 (1894) · p. [Seite]

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Journal
Jüdisches Familienblatt
Volume
1894
Issue
4 (1894)
Date
1894-01-01
Page
[Seite] (sequence 1)
Language
German
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>) HerauSgegeden von vr. M, >Oh»ee ,n Magdeburg. A 3nr Unterhaltung und Belehrung für die israelitische Familie. Da» „«bische |F«ni(in-»Utt>l erscheint wScheutlich ol» *voti»-«tilagt tut „»vvarMischra »achrufchE S«»tp nnfttfUgU »achdrmck» «n» diesem Vluttr ist «ut«s«gt. — Die Einzelnummer kostet »0 Vf», bei der «rvedition. Do» Pedro und sei« jüdischer Minister. Historisch» fT)i|Iti| n< km 14. Zatzrhnnkert. Bo» Sb. ». ZemliaSztv. lFortsetznng statt Schluß.) Da» Gesicht de» König» wurde fahl. .Beim ewigen Leben", schrie er, .werwagt e». Befehle ,u erteilen in diesem Staat außer mir? Mau ruf« Don Albuquerque sofort hierher!" Gar bald erschien derselbe und teilte dem König mit aleißnerischen Worten mit, er habe Befehl zur Schließung der Thorr gegeben, da zu befürchte» fei, die Jude« würden in offene Rebellion auibrecheu, um Don Samuel zu befreie». Er werde jedoch sofort di« Thore offnen lassen, damit de» König» Gesandter passieren kvnne." Kostbare Zeit war bereit« verlortu gegangen. Schnell saß Joel wieder auf und dahiusprengten di« sech» Retter durch da» Stadtthor i» wahnstunigeu Lauf. Unaufhaltsam ging e» vorwärt». Die Pferd« dampfteu. Und so ging e» die ganze Rächt hindurch und eh« die erste» Strahlen der goldigen Lonne über den fernen Bergen zu leuchten begannen, hielten sie schweißtriefend vor den hohen G«fä»g»i»mauern. Mit eine« Satz war Joel vom Rücken seine» Pferde» uud mit gewaltigen Schlägen pochte er an da» Thor. .Ausgemacht!" schrie er, „aufgemacht im Ramende» Kvnig»!' Doch Alle» blieb ruhig. Niemand rührte sich. Und Joel faßte gewaltige Steine vom Boden auf und donnerte endlo» damit an da» schwere eisenbeschlagene Thor. Endlich wurde rin kleiner Schieber oberhalb de» Thon» vorsichtig geöffnet und ein Kopf wurde sichtbar. „Sk* wollt Ihr?" rief Jemand herab, „um» macht Ihr solche» Lürw?" .Oeffnet schnell, ich komme im Auftrag de« König»!" schrie Joel mit lautrr Stimme. .Darf nicht." .Hörst Du »icht, e» ist der Befehl de« König». Don Pedro von Eastilieu befiehlt Dir zu öffnen. Wenn Dir Dein Leben lieb, so »ffur, Knecht!" .Darf nicht öffne», kommt später wenn der Tag begonnen. Hab« strengen Auftrag, Niemand frühe; einzulassen." Und da« Fenster klappte wieder zu. verzweisiaug erfaßt« Joel. Wie ein wilde« Thier warf er sich zur Grd« tu rasender Wuth. Gchistel trat au ihn heran. .Joel", sagte er. .da» «erhstug»-» hat sich au uufer» Ferse» geheftet, ich Lauste ' ~ jfttisplbi verloren." .Noch nicht!" schrie Joel, .noch nicht, kommt alle mit mir, wir müsse» hinein." Wenige Schritte absett» vom Wege befand sich ein kleine» Gehölz. Dorthin eilte Joel mit seine» Begleiter». .Sammelt trockene» Holz soviel ihr könnt und werft e» vor da» Thor!" sagte er uud bückte sich um ebenfalls Holz vom Boden aafzulesen. Große Bündel faßten ste zusammen um» trugen ste au da» G«fängn1»thor und kehrten immer wieder zurück um frische zu holen. Immer größer und au»- gebreiteter wurde der Haufe und nur der ober« Theil de» Thore» war »och sichtbar. ,E» ist genug!" sagte Joel, »jetzt geht mit den Pferde» einige Schritte zurück." Uud während sich Joel noch am Holzstöße zu schaffen machte, befolgten di« übrigen seinen Befehl und zogen sich etwa» zurück. Plötzlich brachen Flammen au» dem dürren Reisig hervor, und immer größer wurden dieselben nud schwollen riesig au und beleckten da» Holz de» Gefängniöthore» u entzündeten e». .Geduld," rief Joel, »sobald da» Thor verbrannt ist, reiten wir durch. Wir kommen hinein und müßte ich g'a u z Toro anzündeu." .Wa» treibt Ihr da unten?" rief jetzt wieder die Stimme oben »Ihr vernichtet königliche» Ngenthum!" .Möge Dich der Saran vernichten," schrie Joel, »öffnest Du nicht sofort, so schneide ich Dir Deine Ohren ab und hänge Dich an den Galgen." .Heda!" rief jetzt die Stimme nach rückwärt», öffnet da» Thor und laßt die Reiter ein" .Ayl endlich!" rief Joel mit Befriedigung, „endlich find wir am Ziele." Da» brennende Thor wurde geöffnet, die Flammen gelöscht und Joel ritt mit seinen Begleitern in den-Gefänguhzhof ein. Ei» Manu trat ihm würdevoll entgegem ,,Wa» verlangt Ihr?" fragte er. Der König gebietet Euch» Euren Gefangenen Don Samuel sofort au un» auözulieferm „Do« Samuel au»zuli«fern! Ist die» de» König» Befehl?" „Ueberzeugt Euch!" eotgegnete Joel «ad reichte ihm eia Stück Pergament, vorauf der König eigenhändig geschrieben hatte: „Don Samuel ist sofort in Freiheit zu setze». Don Pedro." Sofort soll der Gefangen« Euren Hände» übergebm werden. „Tretet dort riu!" sagte er auf etue kleine Thür weisend, „dort findet Ihr ihn."- Mit eine« Freudenschrei eilte Joel in den ihm bezeicharten Raum. Rur einige Augenblicke blieb er darinnen und bau» erschien er «it »eit geöffnete» schrecklich blickenden Auge, mit leichenblassem Antlitz-

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