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Israelitische Wochenschrift · 1894-12-21 · 51 (21.12.1894) · p. Seite 401

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Journal
Israelitische Wochenschrift
Volume
25 (1894)
Issue
51 (21.12.1894)
Date
1894-12-21
Page
Seite 401 (sequence 7)
Language
German
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י״קי׳־י^דז! ,**י"• ־' r-'iry*FzrirchtS das bedeutsamste ist. Großer Jubel durchbrauste daS Land, sännntliche Municipien und Eomitate votirten der liberalen Regierung Vertrauen, die UniversitStSjugend in Budapest brachte voll Begeisterung den Schöpfern der auf ^Freiheit und Gleichheit der Staatsbürger abzielenden oufge» klärten Gesetzgebung einen imposanten Fackelzua. Die Be- Völlerung ist voll innigster Dankbarkeit gegen den konstitu- Itouellen König, der durch hochherzige, freiheitliche Gesinnung Das ganze Land zur Begeisterung gestimmt hat. Wenn erst die Ueberzeugung durch die gesetzliche Praktiken allseitig gewonnen sein wird, daß nur in einem freien aate dciS religiöse Leben sich gedeihlich entwickeln kann, wohl die Mißstimmung auch in kirchlichen Kreisen linden und die nationale Ideen siegreich alle Schichten Der Bevölkerung durchdringen. Frankreich. - Paris. Gelegentlich des TodeS des früher» Ministers, Akademikers und Historikers Duruy erinnern die ״Archives iSr." daran, daß er einst als Minister die orientalische Schule Der Allianz in Paris, welche die Lehrer für die Orientschulen vorbildet, besucht u. A. gesagt habe: ״Wenn ich von einem Zustande der Infamie spreche, in welchem die Israeliten sich so lange befanden, so bezieht sich das Wort nicht auf die verfolgten, sondern auf die Verfolger, die ausschließ- Ach für diesen Zustand verantwortlich waren." Paris. Bei der Eidesleistung der russischen Unterthanen in der hiesigen Synagoge, Victoriastraßc, sagte Zadoc Kahn i» seiner Ansprache u. A.: ״Es kann Vorkommen, meine Brüder, daß dieses oder jenes Land nicht immer gerecht gewesen ist, gegenüber seinen Kindern, Welche nicht» andere» verlangen al» e» zu lieben, e» zu verthei- Digen und an seinem geistigen und materiellen Wohle Mitarbeiten H« wollen. Verkannt und mißhandelt können diese unschuldigen Opfer einer ibnen unerklärlichen Politik, in ihren Jnteresien, in Würde und in ihrer Vaterlandsliebe Schaden leiden. Aber kann ein Kind jemals seine Mutter vergesien oder gar Haffen, Welche chm Existenz und Nahnmg verliehen? E» bedarf ja seiten» Der Mutter nur eines erneuten Zeichen» der Liebe und Zärtlich- Int und alle Leiden, alle Mißstimmung sind selbst in der Er- Dmerung vergeffen. Wie einst der treue Diener Gottenach einer «»«reichen Vergangenheit in hoffnungsvoller Zuversicht gesprachen: Ich danke dir, o Gott, daß du mir gezürnt, e» wendet sich dein Zorn und du tröstest niich, so auch da» heimgesuchte «her immer dankbare Israel." Unter den den Eid leistenden Ruffen waren all« Stände vertreten, also eine gemischte Gesellschaft in de» Worte» eigendster Bedeutung, Bon den großen Bankier» Günzberg, Ephrußi, toliakoff bihinab zu dem polnischen Handwerker, viele russi- Studenten aller Fakultäten, besonder» die der medicinischen, Iren anwesend. Grotzbritannien. London. 14. Dez. Ter ״Jewish Ehronicle" schreibt: ^,Der Erfolg der russischen Anleihe hat einige Bedeutung, ab» -«eschen von dem Interesse, welches sie in finanziellen und «mmerziellen Kreisen erregt hat. Dem Hause Rothschild »urde bündig mitgetheilt, taß es bei Uebernahme der Emission Oft einem Bedrücker seiner Religion die Hand reichen werde. Brr haben allen Grund zu der Annahme, daß die Herren von Rothschild, eh« sie in Unterhandlungen mit dem russi- ' scheu Finanzminister traten, eS fast zur oonäitio 8m« qua non «achten, die Lage der bedrückten Juden in Erwägung zu hen. Wir verrathen kein Geheimniß, wenn vir sagen, daß &K russische Regierung Versicherungen ertheilt hat, welche ehrenhalber binden, die Juden im russische» Reiche nicht iter zu belästigen. Wir können erwarten, daß die,Ause aümäüg gemildert und eine neue Ordnung Ruhe fichät. 407 — von Polen durch den Grafen Schuwalow und die Gerüchte (welche man für begründet hält) über eine bevorstehende Ausdehnung deS NiederlassungS-RayonS, sind Zeichen der Zeit, abgesehen selbst von der ausdrücklichen Erklärung deS Zaren Nikolai, daß er alle seine Unterthanen ohne Unterschied des Glaubens gleich behandeln will." (I.Petersburg.) Neueste und vermischte Nachrichten. Statzburg, i. E. Eine Abordnung de» israelitischen Eonsistorium» de» Nicder-Elsaß hat am 16. November in einer AbschiedSaudienz dem Reichskanzler Fürsten Hohenlohe seine Berehrung und Dank gebracht. Der Fürst empfing dieselbe mit großem Wohlwollen uud sagte, daß er die schönsten Erinnerungen an die i»r. Bevölkerung Elsaß-Lothringen» mit in seinen neuen Wirkungskreis nehmen werde. Beuche» O.-2. Am 26. December, Vormittag» 11— Uhr. findet hier die achte Versammlung der freien Bereinigung jüdischer Lehrer Oberschlesienin Pniower» Restaurant statt. Auf der Tage-ordnung steht ein Vertrag de-Lehrer« Abraham-Königs- Hütte: ״Anregende Gedanken über den Unterricht in jüdischer Geschichte in der Volksschule", Besprechung über die geplanten Neugründungen jüdischer Lehrrrverein«. sowie geschäftliche Anträge und Anregung wichtiger pädagogischer Fragen. Münster i. B-. 10. Dez. v Nach dem neuen Schemati-mu» der Diöces« Münster gibt e» im Umfang derselben 7621 (1892: 7760) Juden. Während die Zahl der Katholiken um rund 29,000, die der Protestanten um 33,000 zugenommen; hat die der Juden um 139 abgenommen. Danzig, Aus Sparsamkeitsrücksichten wird beabsichtigt, hier einen jüngeren Rabbinaiskandidaten aus einige Jahre al» interimistischen Verwalter de» im Frühjahr vacant werdende» Rabbinat» anzustellen. Man nennt oereit» die Namen dreier solcher Kandidaten, von denen 2 ihre theol. Studien zur Zeit noch nicht beendet habe». (Ob da» wohl einer große» Gemeinde wie Danzig, die bei ihrer Zusammensetzung au» mehreren kleinern Gemeinden doch sicherlich eine» bereit» prakttsch erfahrenen und gesetzten Seelenhirten bedarf, würvig ist?) Erfurt. Hier ist ei» Verein zur Bekämpfung der Unsittlichkeit in der Bildung, der öffentlich erklärt, daß jüdische Mitglieder au-geschloffen find. Herr Rabbiner Dr. Salzberger hat in einer sehr sachlich gehaltenen Erklärung sich gegen ein solche» Verfahren ausgesprochen; sind doch die Juden die ältesten Bekenner einer Religion, die zu allererst Moral und di« Bekämpfung aller Uusittlichkeit schon in der heidnischen Welt auf ihre Fahne geschrieben hat; solche Mitkämpfer ausschließen ist—nicht sittlich. . Llssa, 16, Dez. (Orgbr.) Am 11. d. M. feierte der hiesige Verein für jüdffche Geschichte und Litteratur seiu erste» Stiftung», fest im Kaiserhoffaale in Form einer deklamatorischmusikalischen Abendunterhaltung. Eingeleitet wurde dieselbe mit einem Chorgesange unter Leitung de» Kantor» Herrn Oswald, welcher auch von seiner Sange»ku::st durch künstlerischen Vortrag zweier Lieder Zeugniß gab. Sodann begrüßte der Vorsitzende Herr Rabbiner Dr. Bäck die Versammlung. Hieran schloffen sich in schöner Abwechslung Deklamationen, Klavier-, Gesang»- und Bivlinvorträge, bei welchen Herr Rechtsanwalt Nürnberg und Frau, sowie Frau Wenl. Fran Lehrer Behle, Frau Lehrer Cohn, Frau Prediger Rakwitz, Frl. Eisenstädt und die H. H. Jakobow-ki und Emil Nehab ihre Ferttgkeiten zeigten. Reicher Beifall belohnte die Mitwirkenden. Stuttgart. 17. Dez. Der ״StaatSanzeiger für Württemberg" teilt mit: Bei der am 7.—15. vor. Monat» von der hierzu bestellten K. Kommission in Tübingen obgehaltenen ersten Dienst- Prüfung für Rabbmatskandidaten ist Jesaia» Straßburger in Buchau für befähigt erklärt worden. k. J-r. Oberkirchenbehörde: Finkh. Die K. Prüfungskommission besteht außer dem theologischen Mitglied Rabb. Dr. Kroner au» 4 Prosefforen der Universität in Tübingen, den Herren Dr. Sigwart (Logik, Ethik), Dr. Pfleiderer (Philosophie), Dr. Vetter (Exagese) und Dr. Gottschick (Pädagogik, Katechese). Petersburg. 14. Dezember. Der Zar verfügte der ״Pol. Eorr." zufolge, daß die Durchführung aller neuerding»׳ verfügten Au»- Weisungen von Juden zu vnteÄlleiben Hab«. Da» Gesetz, wonach nur 5 pEt. Wischer^udenten a» de» HgMtzuW» Rußland»

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