Israelitische Wochenschrift
- Journal
- Israelitische Wochenschrift
- Volume
- 25 (1894)
- Issue
- 50 (14.12.1894)
- Date
- 1894-12-14
- Page
- Seite 387 (sequence 1)
- Language
- German
- Belongs to
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- Bydgoszcz 2× ep/1047854
- Odesa 1× ep/1000834
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eine allgemeine Zeitung des Zudenthums. Erscheint wöchentlich »it 1 »et Brilagt» <..Ps«i1ieodlstt י vnd ^Isttoratorblatf) und tollet bei allen Pollü»tern und Vuchkandiunaen. auch direkt bei der Ettevition. ctrei lldark vierteijLhr.ich. («ach dem «ullande lv Mart jährlich.) Die Ausgabe ohne ^Litteraeurblatf — nur durch die Pott zu beziehen — koket LLd Hark. Tie EinxM-lfr. tollet 25 Ptg. Herausgegeben von *2v «r* Rabbiner Dr. W. Aahmer in Magdeburg. ■* ifflr Wahrheit, Recht and Frieden! ■זיע* Inserate für die ^IäraeUtische vochenichrift" wie für das .Jüdische Lttteraturblatt", die viergeipaltene Petirzeile oder deren Rau« LS Pfg., flnb entweder durch die Annonce«- Expeditionen oder — falls man selbst auf Ravst! Anspruch «acht — Jiroct einzusenden an: Via Expedition der ..Israel. Wocbeneclirift" in Magdeburg. *5* £ n (j a 11 Leitende Artikelr Amateure. Bon Tr. Singer-Cobleiiz. — La« Berinächtniß de» Prof. Dr. M. Lazaru'«. Vertcht« und Larrefpendenj««, Deutschland:! Berlin. Berlin. Berlin. Marburg. Aönigeberg. Bromberg. Hamburg. Bon , der Ruhr. Würzburg. Frankfurt a- M. Bernrlscht« und nenest« Nachrichten, Magdeburg. Berlin. Frank für» a. M. Frankfurt a.M. A. d. Pro». Posen. Eisenach. Schivelbein. Bromberg. Aattowiy. Seidmar. Warschau. Odessa. Riga. Inserat«. Wochenvrermb. 1894 Hiihlew. 0655 Sonnabend . . «־.1 17 Sonntag . . . 16 18 Montag . . . 17 19 Dienstag . . . 18 20 Mittwoch . . . 19 21 Donnerstag . . 20 22 Freitag. . . . 21 23 Halknükr. n-!r4.48) 1׳) Amateure! Aon Dr. Sing er-Loblenz. Es giebt kaum ein Handwerk oder eine Kunstfertigkeit, dessen sich nicht der Sport bemächtigt hätte, um es zur Spielerei herabzuwürdige». Da aber diese Amateurarbeiter lediglich Zerrbilder ihrer Originale schaffen, so hat noch kein tüchtiger Künstler oder Handwerker behauptet, durch sie in seinen! Gewerbe nennenswrrth geschädigt worden zu sein. eS wird ihm im Gegentheil nur in die Hände gespielt. Also geschieht es auch mit der Kunstfertigkeit der neuesten Zeit, welche so vielen beschäftigungslosen Leuten Brod giebt, und dem Handel mit Tcutschthum und der selbstgeprägten dehnbaren Ehrlichkeit — Antisemitismus genannt. Als vor 14 Jahren am 27. November der Abgeordnete Prof .Hähn el jene denkwürdige Interpellation in der Kammer vorbrachte wollte kaum Stöcker zu der damaligen Petition gegen die Juden sich bekennen, und daß sich der Antisemitismus jemals praktisch bewähren könnte, davon wagteu die damaligen Spitzen in ihren kühnsten Träumen nicht zu denken. Ach, was ist seitdem daraus gewordcn!? Tic ungeahnte Ausdehnung zu einer Reichstags-Fraction mag noch nicht einmal so seltsam berühren' weil alles Neue reizt, und je mehr Verwesungsstoff, desto mehr Geier schaoren sich. Selbst datz Äwujjeitung«־ ritter ihren Heeresbann für dieses Stück schlechtesten MittelälterS aufboten, dürfte beim klardenkenden Politiker kaum hohe Verwunderung Hervorrufen — die Herren hatten nichts zugelernt und nichts vergessen. Jeder der Verschworenen suchte dem Wechsrlbalg seine Fayon auszudrücken und die Frage war, wer würde aus diesem edlen Wettkampfe siegreich hervorgehrn: i der sozial-demokratisch»proletarische oder großkapitalistisch, aristokratische Flügel, der theoretische Antisemitismus ü la Treitschke und Wagner, oder der praktische ä la Böckel bez. Ahlwardt, der christlich-sociale Stöcker oder der atheistische Tühring? Ta aber das getrennte Marschircn für die gemeinsame Sache wenig Erfolg verhieß, so hat man an dem antisemitischen Gebäude die verschiedensten Stylgattungen zu einein unharmonischen Ganzen vereinigt und eine nothdürftige Ein» heit zusammengekittet, die dem Einflüsse der Zeit wohl nicht allzulange Stand halten wird, wenn wir uns auch nicht ver» hehlen wollen, daß die nächste Zeit, zumal wenn sie eine Reichstagsauslvsung bringen sollte, uns manche harte Nuß zum Knacken aufgcben wird. Das Schlinimste ist, daß zu diesen Bcrufsantisemiten mit ihren nach und nach abwirthschaftendcn Führern heimliche und verschämte Amateure sich gesellen, welche Jenen die grobe Arbeit wohl überlassen, sie aber durch ihren Einfluß oder unbewußt intellektuell unterstützen. Selbstredend sind nicht ״Amateure", wie Herr Leuß, welcher die Verbindungen, die er als früherer Nähmaschinenhändler zum schönen Geschlecht anknüpfte, zu zarten Beziehungm zu denselben ausdehnte und in dem Wahn befangen war, daß in punvio puncti daS Eigenthum des einen Vertreters deutscher Sittlichkeit auch seinem Genossen gehöre — darüber wird ihn der Staats» walt eines Besseren belehren, bevor er die 10;000 Mk. zu» g rückcrhaltrn wird, die er für seine Haftentlassung deponirt«, und woraus wir wiederum lerneu, daß das antisemitische Geschäft viel einträglicher sei und angenehmer, als derMH.