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Israelitische Wochenschrift · 1894-12-07 · 49 (7.12.1894) · p. Seite 379

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Journal
Israelitische Wochenschrift
Volume
25 (1894)
Issue
49 (7.12.1894)
Date
1894-12-07
Page
Seite 379 (sequence 1)
Language
German
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Nr. 4S. ••v65 .׳.«^-*'%. - r י‘ r *׳; * Magdeburg, 7. Vecember?894. XXV. Iahrg. IMWschkPlllhenMst eine allgemeine Zeitung des Zudenthums. Erscheint wöchentlich eit zwei Beilagen (״Familienblatt“ und ״Litteratnrblatt“) und krstet bei allen Postä«tern und Buchbandlunaea. auch direkt bei der Expedition, drei Merk vierteljährlich, («ach dem «ullande IS Mark jährlich.) Die «ulgabe ohne,Litteratnrblatt- — nur durch die #1••־ zu beziehen — kostet 8,25 Mark. — e Zle EinxeMVr. kostet 85 Plg. kerausgegeden von Rabbiner vr. M. Kahrner in Magdeburg. Für Wahrheit, «echt and Frieden X Inserate für die Israelitische Dochemschrtfr** wie für das ״Jüdische Litterarnrblatt*', die vtergespaltene Perirzeile oder deren «au« 85 Pfg., finb entweder durch die Annoncen- Expeditionen oder — falls man selbst auf Rabatt Anspruch macht — sleaet einzusenden an: Die Expedition der ״Israel. Wochenschrift*4 in Magdeburg. Inhalt ftUtttbt artiftli Rabbiner Dr. Ungerleider zum fünfundzwauzigjährige» Amt- - Jubiläum. — Judenthum »nd Socialdemokratie. — Beitrag zur Geschichte de- Berein-wesenisraelitischer Lehrer in Deutschland!!!. Bon A. Treu-Münster i. W. vrrlcht« »«d «»rrespondeuze», Deutschland: Magdeburg. Berlin. Northeim. Danzig. Ratibor. Aus der Prov. Cassel. Han:b»rg. München. Lestereich-Ungarn: Wien. Wien. — Rußland: Warschau. Ocvmtfcttc Mnt ncncftc nad?rid?to1: Berlin. Berlin. Magdeburg. Schneidemühl. Schneidemühl. Aus Pommern. Danzig. München. 3«|<(M(. Wochen- Stctmü. 1894 Kiftltm. 5055 Holender. Sonnabend . . 8 10 «,1 (4.48) Sonntag . . . 9 11 Montag . . . 10 12 Dienstag . . . 11 13 Mittwoch . . . 12 14 Donnerstag . . 13 15 Freitag. . . . 14 16 Rabbiner Dr. Ungerleider feierte in dieser Woche sein fünfundzwanzigjähriges Dienstjublläum als Rabbiner der Berliner Gemeinde; wenn schon überall im Lande die religiösen Gegensätze scharf aufeinander stoßen, so ist besonders Berlin der Rampsplatz, wo der - radicale Freisinn und die strenge Orthodoxie sich schroff gegenüberstehen; es ist wahrlich nicht leicht, mitten in diesen ' Rümpfen seinen selbständigen Standpunkt zu behaupten und dem religiösen Frieden zu dienen. Dieser Ruhm gebührt dem Jubilar. von Jacob heißt es in dem Schriftabschnitt dieser Woche: ״Jacob ging seines Weges und ihm begegneten Engel Gottes." So ist Herr Dr. Ungcrleidcr 'in diesen fünfundzwanzig fahren seinen Weg gegangen, er hat nicht um Beifall gebuhlt, er ist in all den ernsten Angelegenheiten, ... die in diesem vierteljahrhundert vor sein Forum kamen, streng ,mit sich selbst zu Rathe gegangen und hat nie seine Ueberzeugungen verleugnet, und well er seinen Weg ging und geht, well er ein selbstständiger Mann ist, darum begegneten ihm Engel Gottes, das sind die Achtung und Verehrung seiner Gemeinde, die Liebe seiner Berufsgenossen, die freudige Theilnahme selbst derer, die Gegner seiner , religiösen Richtung sind; seine Milde, seine herzige Freundlichkeit entwaffnet jeden Widerstand, und träte einer noch so kampfeslustig und kampfgerüstet ihm gegenüber. Durch diesen mllden Sinn ist er der naturgemäße Leiter des Verbandes deutscher Rabbiner, er hat einen wesentlichen Anthell an dem Verdienste, daß in den letzten fahren bei wichtigen Anlässen die Gesammtheit der deutschen Rabbiner sich zu gemeinsamen Erklärungen zusammenfand. Die Glückwünsche, welche die Berliner Gemeinde ihrem Rabbiner widmet, finden weithin einen Wiederhall; möge er noch viele Jahre wie bisher seinen Weg gehen und Engel Gottes ihn und seine edle Lebensgefährtin zu einem rüstigen und glücklichen Greisenthum begleiten! 3M11 ih) eijiilirRitritir. Unser Artikel in Skr. 47 (״eine Rundschau") hat die Auf. merksamkeit unserer Gegner in hohem Grade erregt und besonders der Schlußsatz hat die Runde wohl durch die ganze ׳conservative und anttscmitische Presse gemacht. Vermuthlich haben die Antisemiten also den ganzen Artikel gelesen und das ist schon um deswegen erfreulich, weil fit dann auch unser Urtheil über ihre verlogene Presse haben hinunterschlucken müssen. Jener Satz lautete: ״Die Sozialdemokratie (man mag über sie denken wie man will) — dieser Parenthesesatz ist in sämmtlichen Antisemitenblättern fortgclassen — ist der einzige starke Damm gegen den Antisemitismus. Ter Liberalismus ist tobt und die vielfach sich regenden humanen Gegenbestrebungen (z. B. Egidysche) sind nur noch (sollte heißen: erst) Strohhalme an Widerstandskraft.)" lieber diesen Satz nun ist jene Presse mit Heller Freude hergefallen und verkündet überall, daß das Judenchum nun auch bereits offen seinen ״Zusammenhang" mit der Sozial» demokratic eingestehe und ״ein angesehener Rabbiner für ihre Unterstützung eintrete'". Tie Verdrehung unserer Worte ist zwar für jeden vemünstigcn Menschen offenkundig, um aber jedes Mißverständniß unmöglich zu machen, wollen wir uns heute einmal grundsätzlich über das Berhältniß von Judenthum und. Sozialdemokratie aussprechen und zwar mit

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