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Israelitische Wochenschrift · 1894-11-30 · 48 (30.11.1894) · p. Seite 377

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Journal
Israelitische Wochenschrift
Volume
25 (1894)
Issue
48 (30.11.1894)
Date
1894-11-30
Page
Seite 377 (sequence 7)
Language
German
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6Ö0 Mark bereit gestellt, deren Zinsen stet» in dem GemeideEtat fvttgeführt werden. Erreicht die StistungSsummc dnrch weitere Zuwendungen, Vermächtniffe und dergl. die Höhe von 3000 Mark, so ist sie hypothekarisch fest,)»legen. — Möge der Gemeinde der eisrige Seelsorger, der Familie der gute Pater und Großvater in voller Gesundheit und geistiger Frische noch lange erhalten bleiben! Strofeburfl, 23. November. (Or.-Corr.) Der letzte Beschluß des hiesigen Gemeindernths, der in den Nummern 44 und 45 Ihres geschätzten Blattes Aufnahme fand, hat die Angelegenheit des hiesigen Synagogenbaues um einen großen Schritt vorwärts gebracht. Wie ich soeben vernoinmen habe, hat die hiesige israelitische Gemeinde den bekannten Professor an der Baugcwerkschule in Karlsruhe, Herrn Ludwig Levy, die Oberleitung des! Synagogenbnues übertragen. Der Bau wird auch nach dem Plane des Professors Levy auSaefühtt. Die hiesige Gemeinde hat damit einen guten Griff aethan. Denn Professor Levy hat schon mehrere derartige Bauten ausgeführt: vor einigen Wochen erst wurde die von ihm in Luxemburg erbaute Synagoge eingcweiht, über deren Bau die ״Luxemburger Zeitung" folgendes mittheilt: ״Das Innere des Tempels »׳acht nach seiner Vollendung einen stimmnngsvollen Eindruck. Edel in den Verhältnissen, reich gegliedert in seinen architektonischen Formen, dir eine glückliche harmonische Mischung der zur Verwendung gelangten stilistischen Motive darstellcn, discret in der Polychromirung und schließlich von tadelloser Akustik, ist die Synagoge ein Meisterwerk religiöser Baukunst und eine willkommen? Bereicherung unserer Stadt an sehenswerthen Monumentalbauten." Bei der Einweihung wurde der Professor von allen Seiten, von den Behörden und von der Gemeinde, zu dem Gelingen des schönen Baues beglückwünscht." Und so dürste auch die hiesige Synagoge unter solcher Leitung ein Meisterwerk der Baukunst werden. Amerika. New Kork. Die ״Sunday News" bringt einen recht interessanten Beitrag zu der Ansiedelung der J-raeliten in New Kork, betitelt ״Hcbraic New Aork." Dem Berichte zufolge fand die erste Ansiedelung von Israeliten auf Manhattan Island schon im Jahre 1654 statt, und zwar waren dieholländische Emigranten, welche in Brasilien eine Hcimath gesunden und von dort von den siegreichen Port»- iesen verdrängt wurden; um ihre Fahrt von Brasilien zu ezahlen, hatten sie noch ihre geringe Habe hingeben müssen und landeten arm und freundlos auf nordamerikanischem Boden. Obgleich der damalige Gouverneur Peter Styvesant sich der Landung der jüdischen Emigranten hartnäckig widersetzte, so wurde ihnen doch nach zahlreichen Petitionen a» die Oberherrschaft in Holland gestattet, sich in ״New Netherland" niederzulassen, so lange sie dem Gemeinwesen nicht zur Last fallen. Um 1680 wurde ihnen gestattet eine Gemeinde zu bilden, doch brachte ihnen erst die Unabhängigkeitserklärung i. 1.1776 gleiche Rechte mit ihren christlichen Mitbürgern. In 1681 wurde ihnen gestattet einen Friedhof anzulegen, der von Oliver Str., Bowery und Chatam Square begrenzt noch heute nach 200 Jahren in diesem, von geschäftlichem Leben überflutheten Stadttheil, wie eine einsam stille Insel, mit ihren alterthümlichen Grabsteinen und hebräischen Inschriften, ein Mahn- und Wahrzeichen bildet an längst verschwundene Zeiten. Die Gemeinde nannte sich schon damals ״Shearith Israel" und erbaute ihre erste Synagoge im Jahre 1729 in Mill Str. in der ersten Ward. Ihr erster Rabbiner hieß Abraham de Lucena. Die ״Sunday News״ fügt hinzu, daß sich gegenwärtig 300,000 Israeliten in New Jork befinden, von denen mehr denn ein Drittheil sich weniger als zehn Jahre hier befinden, indem sie russisch-jüdische Emigration repräsentiren. — Anschließend an diesen Auszug können wir nicht umhin hier zu erwähnen, daß die kürzlich veröffentlichte Statiftik deS GesundheitSrathS die bemerkenswerte Thatsach« ergiebt, daß trotzdem in dem am dichtesten von den jüdischen Emigranten bevölkerten Stadttheile, der vom Canal, Hefter, Eldridgc und Forsyth Str. begrenzt wird, wo 1526 Bewohner auf einen Acker Grundfläche komme», und in dem nächsten Bezirk sogar 1774 Personen, und durchschnittlich 57 Familien in einem Hause wohnen, die Sterblichkeitsrate die doch geringste in der Stadt ist, und daß dies der Mäßigkeit und Enthaltsam» feit dieser Volksklasse mit Anerkennung zugeschrieben wird. Die jüdische Bevölkerung von New Jork wird jetzt auf rin Drittel der Gesammtbevölkcrung der Mettopole geschätzt. Neueste und vermischte Nachrichten. Magdeburg, in, November. Mit Bcgiu» der Wintersaiso» hat auch der hiesige Verein für jüdische Geschichte und Literatur seine Thätigkeit ausgenommen und die Mitglieder zu einer General- Versammlung im ״Kaiserhos" berufen, die am 17. d. M. mit einer Ansprache des Borsitzende» über die Ziele des Vereins und das Wintcrprogramni eröffnet wurde. Darauf hielt der zweite Vorsitzende, Herr Oberstabsarzt a. D. Dr. Nosenthal, einen sehr intcreisanteii I'/,stündigen Vortrag ״lieber das heutige Jerusalem" vor de» überaus zahlreich erschienenen Zuhörern. «Wir werden denselben in größerem Auszuge demnächst veröffentlichen.) Es folgte sodann oie Schlußberathung und Annahme der VercinSsatzungen, die nnnniehr gedruckt werden. — Am 24. fand ei» Diskussivnsabcnd statt. Berlin. Herr Rabbiner Dr. Ungerlcider begeht am Sabbath Chanukah (29. Dezember) das Jubiläum seiner 25jährigen Awtirung in der hiesige» Gemeinde. Berlin. Hier starb Dr. Arnold Bodeck, ein sehr begabter jüdischer Journalist, im besten Mannesalter. Hannover, 27. November. Der Abgeordnete Lcuß wurde heute trotz der Eaution von 10,000 Mk. aus Versügung deS Oberstaatsanwalte» wieder verhaftet. Der Mcineidsvcrdacht scheint hiernach doch ein starker zu sein. Ratlbor, 25. November. Heute beging das Bäuerische Ehepaar hier die goldene Hochzeit, cs erhielt die vom Kaiser verliehcnc EhejuviläumSmedaille. — Herr Rabbiner Dr. Blumenthal hält Mittwoch einen öffentlichen Bortrag über ״alte Religionen und moderne Moral". Göppingen, 24. November. Dem hiesigen Herrn Rabbiner Herz ist au- Anlaß seines heute (Samstag) stattfindendc» fünfzig« jährigen Amtsjubilüums der Titel eines Kirchenrats mit deni Rang der 7. Stufe verliehen worden. I» Folge dessen fand sich gestern Vormittag das theologische Mitglied der K. israelitischen Oderkirchenbehörde. Herr Kirchrnrat Dr. Kroner von Stuttgatt mit 'crrn Obcramtmann Dr. Schönmann und den Mitgliedern deS irchenvorstehcramleS, bei dein Jubilar ein, um persönlich die Urkünde über die seltene Auszeichnung nebst de» Glückwünschen Seiner Excellenz, des Herrn Staatsininisters Dr. von Sarwey, der Oberkirchenbehörde und deS Vereins der Rabbiner Württembergs in herzlichen und beredten Worten zu überreichen. Der greise Jubilar dankte bewegt fiir die ihin gewordene Auszeichnung. Gestern Abend wurde dem allbeliebten, von Pflichttreue erfüllten Herrn Kirchenrat Herz von Zeiten des hiesigen Liederkranzes ein Ständchen gebracht, heute früh hat derselbe Festgottesdienst adgc» halten und abends findet ein Fcsteffc» zu Ehren des Jubilars statt. Die Gemeinde wird eine Stiftung für junge Leute zum Lehrzweck errichten, die den Namen des Jubilars tragen wird. Möge cS ihm, der seit nunmehr 50 Jahren in einem und demselben Bezirk als Geistlicher gewirkt hat, vergönnt sein, noch lange seines Amles als treuer und gewissenhafter Seelsorger feiner Gemeinde z» walten! Antwerpen. Ans d.r hiesige» Ausstellung wurde» ungefähr 250 Israeliten mit Prämien ausgezeichnet. Paris. Wie gewöhnlich haben die Gebrüder v. Rothschild auch dieses Jahr 100,000 FrcS. de» hiesigen Stadtarmen gespendet. Patts. In der seierliche» Sitzung der Acadeniie wurden zwei J-raeliten ausgezeichnet, den Preis Bordin erhielt Bcneditc, de» Preis Saintoi» von 2000 Frankcn erhielt Hartwig Dcrenbvnrg. Patts. Der Lberrabbiner von Frankreich richtet einen sympathische» Dankbries an oen aus seinem Amte als Semniarpro sessor ausscheidendcn Herrn Wogue, derselbe soll zum Ehrenprofeffor der Anstalt ernannt werden. (Auch wir wünschen dem um die Wiffenschaft des Judenthumhochverdienten Manne: (.עוד ינוב בשיבה

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