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Israelitische Wochenschrift · 1894-11-30 · 48 (30.11.1894) · p. Seite 371

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Journal
Israelitische Wochenschrift
Volume
25 (1894)
Issue
48 (30.11.1894)
Date
1894-11-30
Page
Seite 371 (sequence 1)
Language
German
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eine allgemeine Zeitung des Zudenthums. v Erscheint wöchentlich £!■«1 Beilage» (.J’uuUaBhUtt" uud tt#r»turbUtt"] und leider bei alle» Pester» ent Buchhendlunae», auch direkt bei der SiycMtt»». drei Merk dierkrljtdrlich. (Noch de» «»«lande IS Med lihelich ) . Dl» «»«»»de »dne ^ltteralerbleld — »er d»rch dl« l>ee« zu dezletzen — kostet 8,86 Mark. Ite Kimnl-Kr. kostet 86 Pt«. fyrausgcgebtn von Rabbiner Dr. W. Dahmer in Magdeburg. jfir WtffrtftU, Reefe« unb rieten I ■ ln •erste stk die ^»reelltllche v,che,Ichrli>7 e-te lür da« .Iddilche Lltleraleidlatd, die «teegeldeltene Perlt« eil» oder deren di »UM 86 Pt»., ftnd entweder dnrch die «nnouren- «kdeditioeen »der — lall» man leidst ans diadatt «nldruch »leche — «leeai ein«»- lende,, an: Die Uapetiidion «ler JmiL VoodeNeosteikti» «UUelodur« Anhalt fetten*« »rttfeli Abraham, bas Borbild der Brabheit. Lin religiöse Bettachtung. — Beitrag zur Beschichte de« Bereinswesens israelitischer Lehrer inDeutschlandll. Bon A. Treu-Münster I. W. — Die vierte Jahresversamn״ lung jüdischer Lehrer der Ofiprovinzen. [Verletzte׳ nnd Lerrespendenren 1 Deutschland: Magdeburg. Magdeburg. Magdeburg. Berlin. Berlin. Hannover. Aachen. Dresden. Schneidemühl. Sttaßdurg. Amerika: New-Nork. ^Vstr»is«tzte und »eneste Noeferiefeken, Magdeburg. Berlin. Berlin. Hannover. Ratibor. Göppingen. Antwerpen. Pari». Pari«. Pari«.! )nserwte. Iknlii, Us Birkiil Irr 6rü|rit. Eine religiöse Zeitbetrachtung. Wer das Treiben in den engeren Kreisen einer Stadt oder religiösen Gemeinschaft ttwaS genauer aber mit freierem Auge beobachtet, den erfaßt ein gewaltiges «rstaunen, welch eine Fülle von Diplomaten eS im Lande giebt. Gewöhnlich ^glauben wir, daß die ftunft des Staatsmannes von seltener \ An ist, daß nur sehr Wenige die geistige Gewandtheit de» -- fitzen, um da- Staatsschiff durch all die Klippen und Fährdrn j sicher hindurchzuleiten; aber wie es scheint, wird in einem engen E'Pezirk soviel diplomatische Klugheit v.rbraucht, daß ein ganzer )- Erdthril daran genug hätte; was werden da für Künste und Schliche angewendet, um einer Entscheidung herbeizuführen, l sodaß man glauben sollte, die politischen Meister unserer Zeit :könnte» da noch in die Lehre gehen. Run komnit unS kein abschließendes Urtheil darüber zu, ob denn die diplomatische Kunst überhaupt ein so großer Hegen ist, ob sie nicht mehr dazu dient, die Menschen zu zerrütten und tu verwirren alS sie zu versöhnen und zu befriedigen. Eknyervorragender Staatsmann hat bekanntlich sterbend seinem Sohn da» Geheininiß verrathen, daß dir Welt mit wenig Weisheit regiert wird; aber vielleicht steht sich die Welt nicht schlecht dabei, wenn diejenigen, die sie lenken, schlicht und einfach verfahren und alle schlauen Künste vermeiden; eS müsse» ja nicht immer die theuersten Arzneien sein, die am besten wirken; oft thut es eia einfache» Hausmittel grad so gut uud »och besser. Da» mag auch für die große Staat». Wochenvtctmb. 1884 »Wim. 5655 Malender. rovnadead . . 1 3 m*nn (4,62) L»»»1»st . . . 2 4 Montast . . . 3 6 Tienfta, . . . 4 6 Tal umotor. Mittwoch . . . 5 7 Douuerftstst . . 6 8 Sreitast. . . . 7 9 apotheke gelten, aus der die Heilmittel für die öffentlichen Schäden geholt werden. Jedenfalls ist in keinen Verhältnissen und besonders für dareligiöse Leben da» Klügeln und Diplomatisterrn durchaus von Uebel unv die schlauen Fechtcrstückchen zerstören die Grundlage deöffentlichen Wohls, da- Vettrauen und den Frieden. Koheleth, der welterfahrene, spricht eS auS: ,Gott hat den Menschen grad erschaffen, sie aber suchen viele,Berechnung." Durch diese Berechnungen wird der Unfriede hineingettagen in dabürgerliche Leben; durch diese Ueberkugheit werden die einfachsten Verhältnisse verwirrt. Oft begegntt eS uns, daß Menschen, die sehr Nuge Reden führen, dennoch nicht vorwärts kommen; daS liegt natürlich nicht immer an diesen Menschen selbst; daS liegt oft an widrigen Schicksalen; das Schiff gelangt nicht in den Hafen und sei der Führer auch noch so tüchttg, wenn widrige Stürme ihm den Eingang wehren; der Mensch gelangt nicht zum Ziele, wenn daS Schicksal sich gegen ihn verschwört. Aber sehr oft stehen die Nugen Wotte in schroffem Widerspruch mit dem allzukugen und darum unklugen Thun und auf die Frage: Wer ist der Dümmste? kann man wohl die Antwott ettheilru: Der UeberNuge. Vollends im öffentlichen Leben, in der inneren Verwaltung von Stadt und Staat, ist eS keine Schande zu unterliegen; aber selbst wenn der Widersacher in der Wahl der Mittelkeine Scrupel kennt» sollen wir den reinen Schild unsere Ueber» zeuguugen nicht beflecken. Der Erfolg ist kein AotteSurtheil.

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