Israelitische Wochenschrift
- Journal
- Israelitische Wochenschrift
- Volume
- 25 (1894)
- Issue
- 45 (9.11.1894)
- Date
- 1894-11-09
- Page
- Seite 347 (sequence 1)
- Language
- German
- Belongs to
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Nr. 45. Magdeburg, 9• November {894♦ XXV. Iahrg. eine allgemeine Zeitung des Zudenthums. Erscheint wöchentlich mit - »ei Verlage» (״Psusillosblstt- und ״Littorstsrblstt**) »ad taflet der aflrn Post» littn »ad Vachd»»dlungen, auch direkt bei der Erpedttio». <irel Üdar)( oierteljührlit. (««h dem Auslände IS Mark jährlich.) Die M»4-abe ohne ^Lirteratarblatt- — 8or d«rch die 01t zu beziehen — kostet LLK Mark.;J8* it EiasoMfr. kostet 25 Ptg. keraurgegeben von Rabbiner vr. M. Ashmer in Magdeburg. jfüt Wahrheit, »echt uni Friede«,! -1.21 & Inserate für die ^Israelitische Vocheuschrifi" wie für das ^Jüdische Litteraturblatv', die viergeipalteae Petitzeile oder deren Raum 85 Pfr.» stad entweder durch die Lnuoneen» Lipedinonen oder — falls man selbst auf Rabatt Anspruch macht — sleaat etnzusenden an: vis Expedition dar ״IaraeL Wochenschrift“ in Magdeburg. 1*יי־ Inhalt Eette«»« Artikel 1 Da» Bibelwort von bei »Erwählung IS rael«" in seiner Bedeutung und geschichtl. Wahrheit- Bon Landrabbiner Dr. Hamburger-Strelitz. — Neue Männer, neue Sitten. Bon Dr. Singer-Loblenz. — Nachruse Verlebte xnt Lerrespendeni««» Deutschland: Magdeburg. Magdeburg. Berlin. Fraustad«. Strabburg i. L. (Schluß.) Züllichau. llrail-hei«. Oesterreich-Ungarn: Wien. Rußland: Odessa. Veriwisecht« «nt nr«rs«e N «^richte«: Berlin. Berlin. Berlin, liöln. Thorn. München. Mühlhausen i. E. Wien. Lolin. Amerika. Ins erat«. Wochen» Illodemb. 1894 Lheschw. 5655 Mslenüer. Sonnabend . . 10 11 (5,13) א■ א־ Sonntag . . . 11 12 Montag . . . 12 13 Dienstag . . . 13 14 Mittwoch . . . 14 15 Donnerstag . . 15 11; Kreitag. . . . 16 17 h5 Siftrliirt 111 In ßmihlii! Zsnels" ii stinkt Sflntii! 11) ikslhiihlliihti 81)r)fit. In neuester Zeit wurde durch das von Herrn Rabbiner Lr. Bogelstein für die jüdischen Gemeinden Westfalens abgefaßte Gebetbuch die Frage von der Beibehaltung oder Weglassung deS in den synanogalcn Gebeten vorkommenden PassuS von der ,Erwählung deS israelitischen Volkes״ wieder angeregt worden, die zu einer weiteren Erörterung dieses Cardinal- Punktes Veranlassung giebt. ES liegt daher im Interesse der betreffenden »reise, Klarheit über das Bibelwort von der Erwählung deS israelitischen Volkes in seiner Bedeutung und geschichtlichen Wahrheit sich zu verschaffen. Vor Allem sei bemerkt, daß diesebisher verkannte und im Sinne eines ParticulariSmuS verschriene Bibelwort auch von christlicher Seite in neuester Zeit einer vorurteilsfreieren Beurteilung und Würdigung sich erfreut.*) Tie Erwählung Israels hatte «ich: den PatticulariSmus zu seiner Grundlage, sollte nicht die Ausschließung der anderen Völker von dem göttlichen Heilsplan, sondern entgegengesetzt ihre Anschließung an ihn und ihre Zuführung zu demselben bezwecken. Sie machte nicht die Israeliten zu Herren, sondern zu Dienern der Menschheit, daß sie zum Heil derselben entsagen und zu Tausenden in den Tod gehen sollen. Dieses Jahttausende lange Märtyrerthum deS israelitischen Volkes für die Erhal- •) Bergt- Letzter in der ,Real-Lucyclopädie der evangelischen Dheologir♦ Artikel .Volk «vite«." «uttke, christliche Ethik «d. 1. Weder, .Da« voll Israel". tung und Verbreitung der reinen Gottesidee mit ihren Lehren des Rechts und der Sittlichkeit, das heilige Erbe der Mensch, heit, hat die Erwählung desselben im Sinne seines Berufe» und seiner Bestimmung zu einer Geschichtswahrheit gemacht. Die Hinweisung auf das durch Israel der Menschheit Zuge» führte und Gewordene erhebt sie zu einer weltgeschichtliche» Thatsache, die anerkannt werden muß. Die treue Erfüllung dieses Beruf«- ist der Grund der Erwählung. ,Und nun, so ihr höret auf meine Stimme und meinen Bund beobachtet, sollet ihr mir sein ein liebes Eigenthum von allen Völkem, denn mir gehött die ganze Erde. Ihr sollet mir ein Reich von Priestern, ein heilige- Volk sein" — sind die zwei Aussprüche, welche Israel- Beruf nach Außen, die GotteSlehre der Menschheit zuzuführm und im Innern die Heiligkeit als Ausdruck sittlicher Gehobenheit zu vollziehen, bestimmen und als Grund der Erwählung hinstell.n (2 M. IS. 5. 6.). . Israel war zu einem religiös-ethischen Gemeinwesen herangebildet, in dessen Mitte die reine Gottesidee eine Pflanz.' stätte erhalten sollte. ,Denn ein heiliges Volk, heißt eS, bist du des Ewigen deines Gottes, und dich hat der Ewige er». wählt, ihm ein liebes Volk zu sein von allen Völkern auf der Erde" (5 M. 14. 2.). Nicht Gott war eS daher, der die andern Völker ausgeschlossen, sondern sie selbst haben sich 7 hiervon in Folge ihrer Nichterhebung zur reinen GotteSid-e ausgeschlossen; ebenso wären die Israeliten nicht zu ihrem Berufe erwählt worden, wenn sie sich selbst nicht hierzu religiös-sittlich erhoben hätten. Die Schrift kennt Abraham, ihrm Ahnherrn, der den reine» GotteSglauben auf seine Nach, kommen, di« Israeliten, verpflanzt und den Grund zu ihrer