Israelitische Wochenschrift
- Journal
- Israelitische Wochenschrift
- Volume
- 25 (1894)
- Issue
- 44 (2.11.1894)
- Date
- 1894-11-02
- Page
- Seite 339 (sequence 1)
- Language
- German
- Belongs to
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XXV. Iahrg Nr. 44. eine allgemeine Zeitung des Zudentbums. era«^alnt ^vüekwntliQk «tt zwei Beilagen <״Fan1ili*nblatt“ und ,^»ttOratorblatt"- und kostet bei allen Post׳ L»rern und Buchbandlunaen. auch direkt bet der Expedition, drei Mark oierreijLbrUch. Rast» de« Aub'ande 18 Mark jührttär.) Die Ausgabe ohne.Litteraturblatt" — nur durch die ook zu beziehen — tostet 2,26 Mark. lit EiutaMIr. koket 26 Ptg. keraurgegeden von Rabbiner vr. Hl. Kahmer in Rlagdeburg. fr *ר (fflr wahvhett, Recht uvtft ,{rieben X '׳"*י׳ In••rat• für die »Jtraelittfche Vocheufchrtfrwie für da» »Jüdische LiIteraturblatt-, die viergelpaltene Petitzeile oder deren Rau» 26 Pf«., stnd entweder durch die Annoncen- Expeditionen oder — fall» man selbst auf Rabatt Anspruch macht — »leaot einzulenden an: Via Lupsüitio» äse ״lneasl. VvobsvAedr-iktin Mugäadueg. $ 11 Ij a 11 ’ frittn6t »rriftl: Die hebräische Sprache im Sssentlichen Bonetdienste. BoiitDr. R. — Die Receptio,» der israeli. liiche» Religion. Bon F. Vevlchte uxt Locvciponscnz«,, 1 Deutschland: Magdeburg. Magdeburg. Berlin. Tarmstadt. Bieleseld. Hannover. Treiben. Cölhe». Belgard. Speyer, ceslerreich-vngarn: Wie». Wien. Rußland: Petersburg. . Pcrmlf4t« «n» «eucste Nach richten, Magdeburg. Berlin. Breilau. Mainz. Schweiz. ^Württemberg. Meiningen. Wien. London. Petersburg. )nserat«. Wochen- Blovemb. 1894 Lhrschw. 5655 Malender. Sonnabend . . 3 4 (6,24) נח Sonntag . . . 4 5 Montag . . . 5 6 Dienstag . . . v 7 Mittwoch . . . 7 8 lonuerftag . . 8 9 Kreitag. . . . S 10?je )ririifdif 8|11dt ii ijfrilli4» " " In der Synagoge hat sich für die öffentlichen Gebete, . Gesänge und Schrifworlrsungen die hebräische Sprache erhalten, in den meisten Gemeinden ausschließlich, in einzelnen find nach dem Vorbild der Vorzeit, wo einzelne Gebete in der damaligen aramäischen Umgangssprache ausgenommen wurden, auch in unserer Zeit einzelne Gebete in der üblichen Umgangs, und Landessprache eingelegt worden, obwohl auch meistens die üblichen aramäischen Gebete beibehalten werden, deren Verständniß jetzt noch schwieriger ist, als das der hebräischen Gebete. Von dm Schriftvorlesungen werden bei unS in einzelnm Gemeinden die Propheten-Abschnitte (Haftara) deutsch vorgetragm, von hebräischm oder auch deutschen Bmedictionm (Berachot) begleitet, woran sich dann auch Wohl deutsche Gebete für dm Landesvatcr und die Gemeinde (Mischebrrach) reichen. Allgemein ist die Predigt in der Muttersprache eingefühtt, womit sich gewöhnlich Gesänge vor und nach der Predigt in gleicher Sprache vcrbindm. Die hellenistischen Gemeinden in der Vorzeit, das sind die ehe» maligm jüdischm Gemeinden in dm außerpalästtnaschen Eoloniem, welche, z. B. in Alexandrien und anderen ägyptischen Ottm, deS Hebräischm nicht mehr kundig, in gleicher Weise unter der griechischen Fremdherrschaft die griechische Umgangssprache angmommm hattm, wie vorher die Judm unter der babylonischm Fremdherrschaft statt der hebräischm . Sprache sich an die aramäische Landessprache gewöhnt hattm, — diese hellenistische» Gemeinden hattm in Berücksichtigung . der obwaltenden Verhältnisse ein« GotteSdimst ausschließlich in der ihnen verständlichen griechischen Sprache eingeführt, Gebete und Schristvorlcsungen wurden griechisch vorgetragm. AuS dieser Zeit stammt auch die griechische Bibelübersetzung, die der ״Siebenzig" (Septuaginta) gmannt, welche als die erste Bibelübersetzung den erstm Versuch inachte, die Bibel ftemden Völkem zuzuführm. AuS dieser entstand die lateinische Uebersetzung und nachher folgten die vielm anderm, deren es jetzt im Interesse der Civilisimng und Humanisinmg der Völker nahe an 400 giebt für die verschiedmm Sprachm und Dialekte der Welt. Wcgm der sektirerischen Trennung dieser jüdischen Eoloniem vom Mutterlande aber wurde trotz eines solchm Erfolges schon damals dieser reformistische Schritt der hellmischen Judm in Palästina beanstandet, später aber noch mehr dadurch, daß diese griechische Bibelübersetzung Grundlage des Christmthums wurde und von ihr die jüdischgriechischm Gemeindm, auch die heidnischm, als die erstm für die Annahme desselben präparirt worden sind, Die Altm verwünschtm daher den Tag, welcher diese griechische Neuerung gebracht hatte und stellten diesm Abfall dem durch das ״goldene Kalb" gleich. So erklätt sich die Schm vor jeder religiösen Abweichung und gottesdimstlichm Reform, wie auch die Furcht vor jeder Hinneigung zu dm gleichm Sitten und der religiösm Uebereinstimmung mit den Andern. Hierin liegt mit ein Gmnd für das Festhaltm der Judm an der hebräischm Gebetsprache; außerdem hat die beibehaltme Vorlesung der Bibel in der Originalsprache beim öffmtlichm Gottesdienste die Bibel im Original und mit correctem, ursprünglichm Texte zu erhaltm gesucht. Jedoch liegt darin kein auSreichmder Gmnd, dm Gott«»- a 339