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Israelitische Wochenschrift · 1894-10-26 · 43 (26.10.1894) · p. Seite 331

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Journal
Israelitische Wochenschrift
Volume
25 (1894)
Issue
43 (26.10.1894)
Date
1894-10-26
Page
Seite 331 (sequence 1)
Language
German
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XXV. Iatzrg. Magdeburg, 26. Mclober +4 + eine allgemeine Zeitung des Zudenthums. ^erausgegeben von Rabbiner vr. W. Pshmer in Magdeburg. 1^* jflr wahrhktt, 8c<^t MM» tfritbtn! ׳l^T In•• rat• fftr fcic ^»raelttisch« Voche»schrts»E wie für da» jüdische Lttter»t«rbl«tt*, die vtergeipaltnir Petit-eil» oder deren Re«» S6 Pf*., find eattoeder darch die »««onee»- Exyedinonen oder — soll» aa■ seldst •sf Rode« «nspr«ch »echt — **•et riuiM senden ««: Di« Expeditioa dar ,,lirtiL Wochenschrift“ in NoUdobniU. ־זי5* Inhalt C«it«M»« Jlrttf«! 1 Live religiöse Betrachtung über den Abfall. Bon B. B. — Die Resormbewegung in Deutsch-!and. Boa Rabbiner Dr. Vogelftein-Stettia. »evtechl« MM» L»-»eN»»«»e»1e«. Deutschland:. Magdeburg. Magdeburg. Berlin- Berlin. Bieg lau. Rhede. Au« Sachsen. Westfalen. München. Straßburg. Oefterreich-Vngaru: Wien. .Frankreich: Pari«. Rußland: Odessa. Pwll^li mm« me»«ft« NMtch»i«cht«M, Magdeburg. Berlin. Stolp i. P. Mühlhausen i. DH. Mannheim. Straßburg i. L. Wie». London. Rußland. Jerusalem. Amerika. Rew-Aork. Wochen- Oktober 1884 Tisch ri S655 Ratender. S»««a»r»d . . 27 27 ברבי ג«שי (530) בד»«׳1ת SonMta, . . . SS 28 Neumondeinsegnung Montag . . . LS LS Dienst«, . . . -0 so | Bosch Chodesch . . Sk 1 | Marcheschwan. Donnerst«, . . Rov. 1 ׳ 2 Krrtta,. . . . 2 » * Kit rritfüfr Srtiidtui iirr In IfefiD. Mose sagte einst zu seinem Bolle: ,Nicht weil ihr zahlreicher seid als andere Böller, hat Gott an euch Wohlgefallen und euch erwählt, denn ihr seid das kleinste von allen Böllern"; er Protests« damit gegm den Uebermuth und die Uebcrmacht der Ueberzahl; in der Weltgeschichte wird nicht nach Majoritäten entschieden. Im gewöhnlichen Leben bleibt uns kein Mittel übrig, um zu einer Entscheidung zu gelangen, als die brutale Frage: wo ist die Mehrheit?, die Mehrheit herrscht, die Minderheit muß sich beugen; diese Ordnung gilt überall, wo eS auf einen unmittelbaren Erfolg ankommt, und so sehen wir denn ein uogebändigteS Bestreben, um jeden Preis, auch um den Preis der Wahrheit, der Ehrlichkeit, d«S Anstandes- , die Mehrheit zu erlangen, aber eS sind doch nur Augenblickstriumphe; Gott hatte einst an Israel, am kleinsten der Böller,!Wohlgefallen und er hat eS dm ,erdrückenden" Majoritätm zum Trotz erhaltm, zum Zmgniß, daß der Geist nicht durch die Menge ettirückt wird. Die Geschichte des Alterthums, soweit fie uns begeistett, soweit fie das Herz der Jugmd mtflammt, soweit fie dm Denkem Probleme stellt und löst, ist die Geschichte weniger Städte und kleiner Landgebiete. Jene griechische Stadt, aus der innerhalb einer -kurz« Spanne soviel Dichter, Künstler, Gelehtte und Denker hervorgegangm find, hatte in ihrer bestm Zeit nicht mehr Einwohner als heut eine mäßige Proviozialftadt; Judäa, das die Welt umgewandelt hat, Hütte dm Umfang eines größerm preußisch« Regierungsbezirks, und gewaltigc Weltteiche des AltetthumS sind nur deSwegm im Gedächtniß der Menschen, weil sie mit diesm kleinm Bezirk«, die aber die Heimstättm der Kultur gewesm warm, in Berührung gekommm sind. Wmn wtt hmtt von einer Geschichte und von einer Entwicklung der Mmschheit redm, so lass« wir gewöhnlich ein« Staat, der mehr als dm viettm Thril aller Erd» bewohner umfaßt und der in diesm Tag« uns wieder ein klägliches Schauspiel seiner Ohnmacht bietet, fast ganz außer Acht; daS geschieht natürlich nicht, weil wir ihn vergessm, sondem weil er unbttheiligt ist an dem Fortschritt der Kultur und der Eivilisation. Die Böller unseres ErdtheilS rüstm Million« von Kriege«, um in einem etwaig« Kampfe dm Gegner durch daS Uebergewicht der Zahl zu besiegen. Aber die Leiter dieser Heere zittem, daß nicht irgmd ein nachdmklicher und sinnreicher Mann, der vielleicht nie eine Musktte getragen hat, irgend etwas erfindet, daS alle ihre Ansttmgungm zu Schandm macht, vor dem die Tausmde und Myriadm zerstieb«. So wmig Verlaß ist auf die Macht der Mehrheit Dmkm wir an Israels Erhebung im letzt« Jahrhundert. Im Ostm unseres ErdtheilS wohnm Million« Judm, vielleicht acht bis zehn Mal soviel als in unserem deutsch« Baterlande, und viele dieser Gmossm aus dem Ostm überraschm uns durch ihr« Verstand und durch ihre Findigkeit, und fie habm dmnoch fast gar nichts gethau, um unsere Gemeinschaft vorwärts zu bring«, während die halbe Million auf dmtschem Bod« wohnmder Judm, verjüngt durch die Bvrührung mit deutschem Geiste, da- Judenthum verjüngt hat

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