Israelitische Wochenschrift
- Journal
- Israelitische Wochenschrift
- Volume
- 25 (1894)
- Issue
- 40 (5.10.1894)
- Date
- 1894-10-05
- Page
- Seite 313 (sequence 1)
- Language
- German
- Belongs to
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jNagdeburg, 5. GÄober J89% XXV. Icchrg. Nr. 40. eine allgemeine Zeitung des Iudenthums. »LL. ArsOkeint aeBekentNstt «it zwei Beilagen ־(,JtamlieiibUtt** nnb ״LiMeratnrbl&tt") und kostet bei allen Postintern Bub Vuchbanblnn-en, auch btrekt bei der Erpebltlon. <§reö ßaarlc vierteljährlich. (Nach bem Auslände l8 Dkark jährlich.) Die Ausgabe ohne ^Lirreraturblatt* — nur durch die *״•ft zu beziehe« — tostet LL6 Nurst. Ihr- Tie Caiel'Hr. kostet 26 Pt«. Herauogegeben von Rabbiner vr. W. Kahmer in Magdeburg. t Ivahrstett, Recht mnb ftitbtn! ff»*--- Inserate für die Israelitische Wochenschrift* wie für bas »Jüdische Lttteraturblatf,^ die viergespaltene Petitzeile ober deren Naum I 26 Ptg.t find entweder durch die Annoncen-- g Srpevinonen oder — falls »tan selbauf I] Rabatt Anspruch macht — 41*01 einzu-1 senden au: n Di• Sxpedition der ,JnrneL W00ba1w«hrifiM | in Magdeburg. Sfe״?- Wochen- Oktober 1894 Tischri 56SS Malender. Sonnabend . . 6 6 6,20) וילך) Schab. Schuwoh Sonntag . . . 7 7 Montag . . . 8 8 Dienstag . . . S 9 Mittwoch . . . 10 IO Jom klppar (6,10). Donnerstag . . 11 ll Freitag. . . . 12 12 Anhalt: ftttc«»( Xrtifcl: Linkehr, Bersöhnlichkeit, Dankbarkeit. II. BersShnlichkeit. Bon Dr. Singer-Loblenz. — Der Antisemititmu« vom sittlichen Standpunkte von Carl Scholl. — Sacharjin, der neue Leibarzt dr» Tzaren. Rericht« uni Lorrespoxbenze««> Deutschland: Magdeburg. Halberfiadt. Berlin. Berlin. Berlin. Berlin. Breslau. Weimar. Lreseld. Au» Bayern. Lesterreich-Ungarn: Wien. Wien. Przemy»l. — Schweiz: Kens. — Rumänien: Jassy. — Bulgarien: Sofia. nnb nenrste Nnchrlchtenr Magdeburg. Berlin. Berlin. Berlin. Straßburg i. L. Riddegen. k )nsevnt« r■■ 6i1fr|r, 8nfiMli1$fril, Snflirfril. II. Versöhnlichkeit. Betrachtung zu Jom Kippur von Dr. Singer-Coblenz. Einst ftagten die Schüler den R. Nechunja b. Hakana: Welchem Umstande verdankst Du Dein hohes Alter? Der Meister erwiderte ihnen: ״Niemals freute ich mich, wenn meinem Nebmmmschen eine Beschämung widerfuhr, selbst wenn diese zur Staffel meiner Erhöhung wurde, und nie habe ich meine Lagerstätte ausgesucht, ohne mir Rechenschaft von meinem Verhalten abgelegt und denen vergeben zu haben, die mich beleidigt hatten, während ich gleichzeitig die Verzeihung Gottes für sie erflehte." Wenn der Rosch Haschonoh bei uns seine Mission erfüllt, uns zur Einkehr in unser Inneres bewogen hat, müßtm wir sehr verblendet sein, wenn wir nicht schadhafte Stellen fänden, die deS glättenden Hobels bedürfen. Dieser verhänguißvollen Eigenliebe wollen wir unS nicht schuldig machen, sondem bekennen: wir haben gesündigt, indem wir für das Bedürfrtiß das Auge verschlossen haben, dem wir unfern Bestand verdanken, von dem unser ferneres Sein abhängt. Es mangelte vielfach der Geist der Versöhnung. Wir sehm so Manches in die Erscheinung tteten, das mit dem Mantel der ״Versöhnung" sich umhüllet, aber nur seinem eigenen Treiben — das mit ״Versöhnung" sich nicht deckt — die Kraft zur Vollbringung derselben zuschreibt. Es werden Gegensätze aus politischem und religiösem. Gebiert künstlich geschaffen und hinterher daS bereitgehaltme Uuiv'.rsalpflaster angepriesen. Diese Versühnung meinen wir nicht; wir meinen da- Erkennen und dm Versuch zur Ausgleichung der reichlich gmuq vorhandmm Gegensätze; sie tobm in unserem religiösm Lebm, wo man sich wegm Geringfügigkeiten die Köpfe blutig schlägt und die Unduldsamkeit zum Dogma macht — sie wüthen im öffmtlichm Verkehr, wo sie ungleich schwerere Schädm im Gefolge haben, an derm Heilung in absehbarer Zeit der nüchtem Dmkmde leider verzweifeln muß, ttotz oder vielmehr weil soviel«Heilmittel uns gegen gutes Geld verkauft werdm, die Niemandem Nutzm bring«, als chrem Ver—schreiber. O, daß wir Alle die richtige Einsicht gewönnen, um eS zu beherzig«, daß nur der Ausgleich oder vorläufig wenigstens die nmttale haß- und verfolgungslose Duldung der inner« Stteitpunktc uns befähigm, mit vereinigtm Kräftm dm Antagonistm von außen mit Aussicht auf Erfolg begegnm zu könnm. Das Juvmthum hat ja in der Geschichte einm zu üefm Bodm gesund«, seine Wurzeln sind stack und kräftig und Hab« schon manchm heftigen Sturm überdauett, aber wir wollm dessm Festigkeit und Dauerhafügkeit nicht machwillig in Frage stellm. Die ttmnmdm Mommte im jüdische» Lebm werdm nur von Kleinigkeitm gmähtt; so oft auch ״Großfeucr" gcrusm wurde, stets zeigte es sich, daß nur da- Sttohdach brannte, die Feuermauer aber unversehck, daewige Fundammt keiner Erschütterung auSgesetzt war. Wozu also der blinde Lärm? Ehrliche Fechter verschmähm heimtückische Kniffe, beschimpfm einander auch nicht, sondem verttaum der Gerechtigkeit ihrer Sache, die schließlich zum Siege führm muß. Nur mangelndes, Selbstverttaum verweigeck dem Gegner die ihn« gebührende Achtung und schreit dessm m