Israelitische Wochenschrift
- Journal
- Israelitische Wochenschrift
- Volume
- 25 (1894)
- Issue
- 28 (13.7.1894)
- Date
- 1894-07-13
- Page
- [Seite] (sequence 1)
- Language
- German
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Nr. 28. > " Magdeburg, 13. 3ult 1894• *' XXV. pahvg. eine allgemeine Zeitung des )udenthums. Sj&L J® Erscheint wöchentlich mit!m«i Verlagen (^FamiIi«BbUttM unb wlitterfttarbUtt״; »nb kostet hei alle« Post» imtftn ■nb V«hb>«dl»BGen. .«■ck direkt d-ei der ErveAtto». ctrvl Mark »ieetekjLtzettch. (Noch dem A»»lo»de IS «ork jlPkiich.) Die ««Agabe «h>r »Liktrratorblatt" — n«r d«rch die?«sk »» beziehe« — tostet ■*rk. Die KiBMl-Fr. lostet 86 Pt». ■ , r 1f keranogegeben von _ ( Rabbiner Dr. Hl. Pshmer in Magdeburg. FA» tvahrtzeit, »««tzt Nut £ri«»en! ׳*{r InMrtto für die ^»roelttisch« »Dche«1chrif1* Mi« für bcks »Jüdische LitteratorblLtf, die dicr§rsvaltene Petitzeile oder deren Rlmm 86 Pff., flnb entweder durch die Annoncen- Expeditione« oder — fall» man leidst ans Nnbntt Anfpruch wncht — ilrtct einznlende« «n5 Die XiptditioB dar Jtrul Woeh«B1ehviftM in Ka|tUbar|. ־^3* «יי Wochen- X7 Juli 1894 Tammno. 5654 Sonnabend . . 14 10 Sonntag . . . 15 ... 11 Montag 16 12 Dienstag . . . 17 13 Mittwoch . . . 18 14 Donnerstag . . 19 15 Freitag.' . . . 20 16 Inhalt: f«tt«M»« Xrtifclt Bamberger'« Charakteristiken II. Bon B. R. — Zur Verständigung! Ein offene« Won von einem christlichen Proseffor U. — Da« Iudenthum und die Larnot«. — Die gailze Bibel oder Bibelauäzug? mm« C«rr*fp*M»*MHM1 Deutschland: Magdeburg. Magdeburg. Magdeburg. Berlin, «u« dem Münsterlande. Leer. Eßlingen. Oesterreich-Ungarn: Wien. Wien. - Rumänien: Bukarest. Raßland. Peter«bnrg. ' Va»»ls«tz»« MM» M«M«t»e NMechrtchtteMr Leipzig. Breilau. Slogan. Bochum. Marburg. Kaschau. Mailand. — JmI««*• Nachdruck nn« llrim Blatte ohne Quellenangabe untersag». Holender. vpin (9,26) Porak V.?ilii! Buirrifr'S Khmttmßikki. ל.11 In dieser freien Bewunderung deS Kanzlers begegnen sich Bamberger und LaSkn, die oft zusammengenannt werden, weil sie zu derselben politischen Partei und zu derselben Glaubensgemeinschaft gehörten, die aber doch sowohl im Eharakter wie im politischen Denken durchaus von einander unterschieden sind. Bamberger ist ein orthodoxer Freihandelsmann; er sieht mit Schmerz die Macht des Staates wachsen; er erkennt die Gefährung der individuellen Freiheft, die ihm das höchste Gut ist; LaSker hat selbst zur Zeft, da diese Schule in den deutschen Ministerien wie im Parlamente das Regiment führte, sich ihr niemals völlig verschrieben, sondern dem Staate eine möglichst hohe und weitteichende sittliche und soziale Aufgabe vindicitt. Laster» Kunst wurzelte in der parlamentarischen Debatte, hier war seine Welt, sein Machtgebiet; wenn er sich hinan», wagte auf das Gebitt der allgemeinm Litteratur, wenn er nach dem Lorbeer d«S Schriftsteller» strebte, so waren seine Erfolge bei weitem nicht auf der Höhe der Siege, die er auf der politische» Tribüne davon trug; Bamberger'S Seift ist vielleicht für da» Parlament nicht robust genug; die gute HauSmannSkost LaSker» konnte der Reichstag alltäglich verttagen; aber wem möchte al» ständige Kost Rebhuhn munden? Wie BenaigsenS Pathos so ist Bamberger'S Eleganz -nur für anßerordentliche, gleichsam festliche Stimmungen berechnet und solche festliche Stimmung« zu wecken geeignet. Erst in sein« Aufsätzen kommen alle seine Vorzüge zur vollen Geltung, hier öffnen sich die Schleusen seiner reichen Bildung; hier athmen wir die Höhenluft der geistigen Freiheit, während polkSthümliche Wirkungen oft dadurch erzielt werden, daß die Enge und Beschränkung einen recht kräftigen Ausdruck findet; tief unter ihm lieg« die Vorurcheile, die den Tag tyrannisiren. Dazu dies hochentwickelte Stilgefühl, das nicht rasttt, bi» e» für -den guten Gedanken die würdigste Form gefunden hat. ES wird zweifellos auch für Bamberger da» Wott gelten: mein leichter Stil ist mir schwer genug geworden. Der deutsche Stil würde auf einer höheren Stufe sich befinden, wenn die Kritik und das Auflehnen gegen das Verworrene, Unbeholfene und Häßliche stärker wäre, wenn unsere Schrift, stell» dadurch gezwungen würden, besser zu schreiben; Bamberger weist in diesem Buche einigemale darauf hin, wie streng die ftan. zösischen Autoren mit sich ins Gericht gehen, um die Form ihrer Gedanken möglichst tadellos zu gestalten. So haben wir bei den meisten dieser Suffätze nur daeine Bedauern, daß sie zu kurz sind, daß sie schließen, wen» die Theftnahme für den Gegenstand und für den Autor so recht rege geworden ist. <ft ist für Bamberger eine besondere Freude, wenn er seine Feder führ« kann zu Lob und Preis, denn Wohlwollen ist der innerste Kem seiner Persönlichkeft und er verleugnet dabei nie die große Kunst, welche jedem Lobe erst die volle Kraft giebt, nämlich da» Maßhalten Aber er ist darum keiner jener grand seignears, die auch das Mittelmäßige und Schlechte anerkennen; er kann auch im Tadel unerbittlich fein; er wägt die Worte de- Tadels, ab« n hält sie nicht znrück. Und vielleicht ist in d« statt- י) Schluß »on Kr. 86.