Israelitische Wochenschrift
- Journal
- Israelitische Wochenschrift
- Volume
- 25 (1894)
- Issue
- 26 (29.6.1894)
- Date
- 1894-06-29
- Page
- [Seite] (sequence 7)
- Language
- German
- Belongs to
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'fe&l feeben des Szegrbiner ObmnWInert l)t. Ööw ganz WonbfT* rühmlich hervorgehobei^ zu werden verbiritt. Diese Reden sind sehr gediegen und reich 4m historischem und .^egetischem Werth. . . ' In B«ja »ahm der Königl. Rath Pros. F. Czirfasz, bisheriger Oberschul-Jnspektor des Kaiser!. Comitats, im Festsaale des Stadthauses von seinem Amte Abschied. Auf die Begrüßung der Deputation der Israelitischen Gemeinde er« wiederte derselbe, daß das Jiidenthum sich nur durch die Einwirkung derFaMilie aus die Erziehung erhalten hat, und aus den Lehranstalten der Bajaer Stadt und Gemeinde d re i Theologen hervorgegangen sind: der Rabbiner,aus Berlin, München n»d Budapest.— Bei der Enthüllung des dem Dichter Täth gcividmeten Monuments ugd beim festlichen Empfangt 'des neuen Erzbischofs Csaszta zeigte sich in Basa Eintracht und Friede unter dm Anlsiingcrn der verschiedrinm Glaubensbekenntnisse der Stadt. — . . Bpmbky, im April. .Als Soldaten haben sich die Jude« überall und so auch hier bewährt. Von den ringe» borrne» Glaubensgenossen quälificirxn sich einzelne auch als Lehrmeister in den betreffenden Regnnentern. Herr MoseS .Daniel vom L. (Priiiz of Wales) Jnfanterie-Regiment, der einen EursuS an der Militär-Noruialjchüle, absolvirte, hat seine Befähigung als englischer Jnstructor 3. Elasse nachgewiesen. . ... In Jgdien darf keiner ohne besondere Lrlaubniß der Regierung Waffen trage». Die Liste der Hiewon Ausgenommenen enthalten 4 §§: 13 — 16 der indischen Waffenacte, durch welche׳ alle frühen» entgegengesetzten Bestimmungen ausgehoben wurden, enthält u. a. den Namen Aron Samuel, eines. Ben Israel 4>us Ast Hai» ie, ^inem Dorfe im Amtsbeztrke Kola da. — Herr Samuel Ixrteibet das Amt eines Friedensrichters mit dem-Rechte. Prozesse zu entscheiden, über' die Verutthellten eine 3 tägige Gesängnißstrase zu verhängen u. s. w. Den. jüdischen und nichtjüdischen Besuchern dcS m seiner Jurisdiction liegenden Sommerbades hat er sich höchst nützlich und unentbehrlich gezeigt. ’ ׳' .Bombay. Es freut 'mich, Ihnen mittheilen zu können, daß Fewedar David Moses zum Subedar im 12. Bengatischen Infanterie - Regiment befördert wurde. Herr MoseS hat erst 10 Jahre ln.dieseui Regiment gedient imd sichdurch teure Dienstleistung von der Pike an auf diesen hohen Posten hinaufHkschwungen.' Die Familie desselben war stets von einem knwerischen Geiste'beseelt. Sein Vater, welcher das Amt eines Friedensrichters bekleidet, ist mit dem ' britisch-indischen Orden IL El. decorirt und genjeßt als Subedar- Major Skrdar Bahadur als volle Pension monatlich 165 Rupien (eine Golbrupie ungefähr 10 Thäler, eine Silberrupie lO Sgr.). Sein Onkel, Herr Ezekiel, war ebenfalls mit Leib und Seele ׳Soldat und hatte eine fast 50jährige Dienstzeit hinter sich, während welcher er in demselben Regimeyt fast alle Chargen be. kleidete und'ohne sich je eines Fehlers schuldig gemacht zu haben,' durch treue Dixnstleistung die Liebe und Hochachtung deS ganzen Reguuents erwarb. Et .starb, während des DixnsteS und als Zeichen der höchsten Anerkenyang mußte bejm Vorübersahrea des Leichnams über de»r Paradeplatz aus Beseht des Regiments-Lommandeurs das ganze Regiment mit präsentirtem Grivehr salutirrn. Das Regiment machte Paradeaufftellung und das ganze OsfiziercorpS trug Trauer« flor um de» Aermel. Die. goldene Kette und ׳Uhr mit ent« sprechender Widmung, welche dem Subedar-Major Ezekiel Sirdar 'Bohadur von den Offizieren verehrt worden wak,׳ sowie alle M^disillen, Schleifen «.'s. w., welche er während feiner Dienstzeit erwarb, uvurden nebst, denen deS Herrn MoseS Bapui zur englisch-jiidtschen Ausstellung nach'Ldndon geschickt. Neueste und vermischte Nachrichten. Berti» Herr Iustizroth Makower hat iu Pankow, Mühlenstraße 86, ein Haus erworben, i» welchem arme Mädchen jüdischen Glaubens z» Dienstmädchen, Köchinnen rc. erzogen werden sollen. Dresden, 14. Juni. Gestern starb hier Fra» Dr. Wvlssohn, die Wittwc des dekmmten Schriftstellers Wilhelm Wolffvhn, dessen Drania .Nur eine Seele״ einst durch Dawison» Darstellung der Hauptrolle vielen Beifall fand. Dresden. Herr Rechtsanwalt Emil Lehmann feierte am k. d. M. sein 25 jähriges Jubiläum als Vorsteher der hiesigen ReligionSgemeinde. Der Jubilar, welcher sich nicht allein um die hiesige Gemeinde, sondern auch als LandtagSabgeordneter und als Stadtverordneter Verdienste erworben,' wurde in einer Sitzung des israelitischen Gemeinderaths in wawiempfundrnen Ansprachen vom Vorsitzenden, Herrn Rechtsanwalt Gustav Meyer, und von dem Herrn Rabbiner beglückwünscht unter gleichzeitiger Mittheilung, daß der Gemeinderath beschlossen habe, in dankbarer Anerkennung und Verehrung das Bilvniß des Jubilars vo» bewährter Künstler- Hand (Herr Prof. Leon Pohle) Arstellc» zu lassen und sodann dem Jubilar zu überreichen. Der Sitzung schloß sich ein Festmahl an. Die Gemeindebeamtcn gaben den, Jubilar ihre Hochschätzung und Dankbarkeit Ausdruck durch eine Beglückwünschung«- a»spräche des Herrn Lehrers Auerbach und durch Ueberreichung einer meisterhaft ausgeführten Glückwunschadreffe in Form einer Botlivtasel durch Herrn Schristsührer und Synagogen-Jnspektor Bergmann. Karlsruhe. Unser Hen Stadtrabbiner Dr. Appel wurde zum Kouferrnzrabbiner d. i. zum Mitglied der Neligionskonserenz dcS Großherzoglichen Oberraths der Israeliten ernannt. S-ntgsbera i. Pr. Ueber die AuSnahlnest-llung jüdischer Kaufteute in Rußland auch nach Abschluß de« Handelsvertrages äußert sich der Jahresbericht der hies. Kausnianufchast wie folgt: .Lebhaft bedauern wir. daß es nicht möglich war, durch den deutsch - russischen Handelsvertrag die . exceptionelle Behandlung deutscher Kausleute jüdischer Religio» hinsichtlich der Erlangung . de- Paßvisuüi» »ach Rußland zu beseitige». An entsprechenden Vorstellungen bei der Rrichsregierung haben wir es nicht fehlen lassen. Nach dem Vertrage sind zwar deutsche Kauslrute befugt, persönlich ״der durch iu ihren Diensten stehende Reisende in Rußlaud WaareneinkSufe zu mache» oder Bestellungen zu suchen, das u»t׳edingte Recht zum Eintritt-in Rußland ist aber nicht au»- drücklich gewährt worden, da hinsichtlich des Paßwesens lediglich bestimmt worden ist, daß die Angehörigen beider Theile wie die der meistbegünstigten Nationen behandelt werden sollen. Jndeß ' hoffen wir,' daß nad) bet mit dem Handelsverträge erfolgten Herstellung besserer wirthschastspolitischer Beziehungen z» Rußland die Erlheilung des Paßoisums an deutsche Klusleute jüdischer Religion liberaler gehvndhabt »verden wird." Pest. 26. Juni. Bei der heute im Avgeorduetenhanse erfolgten einstimmigen Annahme des GesetzSentwurss über die Reception der jüdischen Religion ergab, siöh die Thassache, daß auch die -katholischen Geistlichen, obwohl sie erklärten, den Uebertritt vom christlichen zum jüdischen Glauben aus dogmatischen Gründen nicht zugeben zu können, dennoch für die Reception stimmten. . Paris. Die hiesigen Blätter melden: Ein Geschäftsreisender, Leopold Lehmann, kam von 8aint-Mand» per Bahn hierher und fand in - seiner Wagenublheilung 42,000 und einige hundert Franken. Sofort de, seiner Ankunft übergab er den Fund dem Polizeicommissar, welcher am folgenden Tage vvn'einem bekannten Spritsabrikanten als seiu Eigenthum adgeholt wurde. Lehmann, welcher der Nesse des hiesigen Seminar-DirrktorS und OberraddinerS Lehmann sst, hat jede Belshuung abgclehnt. Part«. Bei dem großen Derdyrennen |iu Chantilly hat da» Pserd Ephrussi'S den großen Preis gewonnen, waS antisemitisch« Ruse zur Folge hatte. Loadaa.!Gelegentlich der aus einen Sonnabend fallenden PärlamentSwahl hat Oderraddinrr Adler bestimmt, daß Israeliten ihr Wahlrecht ausüben dürfen, wenn sie zu Fuß gehen und ihre Wahlzettel nicht selbst untarschrcibcn. - — Die jüdische Hochschule Jews College hat mit großen Schwierigkeiten zu kämpfen, ohne den Hochsinn der Herren von Rothschild »ich Earl SaMuel's würde'sie schon längst nicht mehr bestehen können. Man beabsichtigt, dieselbe nach Offort zn vertegen, wen» es dir Mittel ertauben.