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Israelitische Wochenschrift · 1894-06-29 · 26 (29.6.1894) · p. [Seite]

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Journal
Israelitische Wochenschrift
Volume
25 (1894)
Issue
26 (29.6.1894)
Date
1894-06-29
Page
[Seite] (sequence 1)
Language
German
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eine allgemeine Zeitung des Iudenthums. p. Erscheint wöchentlich mit zwei Beils-en »nd und tostet dei alle« Post- »mter» und Buchbandlunaen. auch direkt dei der Lrpeditiou» drei st4»r-k vierteijährlich. ׳«Nach dem «»»lande tv Mart ISYriich.) Die «»»gäbe ohne ^Itteraturblatt" — nur durch di» »*Mt zu beziehen — tostet 2,26 Hark, Tie Ei1u«l*Hr. tostet 26 Pt!. kerausgegeben von Rabbiner V5. W. Kahmer in Magdeburg. *2*1. 4M ^ftr wahehet», Reetzt tin* Frieden k .2*2 Inserate für oie ^IAraetttiiche «ochenichrif,- wie für da» jüdische Litteraturblatt*. dt« vieogeipaltene Petitzeile oder deren Rau» 26 kk^.» stnd entweder durch die «nuoncen- Ex-edttlonen oder — fall« man selbst anf Rabatt Anspruch «acht — »leoat eiuz»- senden an: vi« Ix^itioa d«r ״!■raal. Wochenschrift" in NaUdodnrx לי5* *S׳7־ Inhalt: <«lt«Md« Artikel, Ludwig Bamberger'S Charakteristiken.— ur Charakteristik der antilemitiichen ,Moral". Bo» r. Siiiger-lloblenz. — Nerlistt« aad > Deutschland: Magdeburg. Berlin. Bütow i. Pom. Nienburg a. A. Aus Lberschlesien. Danzig. Bingen (Schluß). Oesterreich-Ungarn: Wien. Wien. Wien. Wien. Ungarn. Baja. Indien: Bombay. Bombay. V»r»»ii«cht« «red neMelt« NaetzrlichteMi Berlin. Dresden. Dresden. Karlsruhe. Königsberg i. Pr. Pest. Paris. Pari». London. )Mfcrat«. ___ Nach»n,ck aus »iesemBIatte ahne Dluelleaangabe untersagt. Wochen- Juni 1894 jBitoau. Ö654 Palender. Sonnabend . . 30 26 -|S nS» (0,36) P01*kIII. Sonntag . . . -uli 1 27 Neumondeinskgnuiig. Montag . . . 2 28 Dienstag . . 3' 29 Mittwoch . . . 4 30 1 Roach Chodoach Donnerstag . . 5 1 j Tammua. Kreitag. . . . 8 2 Abonnements-Einladung. Viel« 2I>Mm1r ist M« letale Im »Uftm Quartäre, wir trlN^ni aafer« geehrten Abonnenten da» Abonnenien« aas das dkltte QUOttdl aolort in »rararra, »amitin der Lnsendnng keine Uaterbreebung «iMtret«. Nr. 27 wir» ohne Abonnrn^nto-Lrnenernng ■lebt!Mf«f«M»t. Vie €y!»«MHont Walther Memanu’■ Vachhaadlaag im Magdeburg. £1)1i| $11lfr|tr’5 ״Gliriltmjtilfi׳'.*) 1. ׳ Es ist für einen begabten Menschen stets ein besonderer- Segen, an der Grenzscheide zweier Länder, zweier Kulturepochrn seine Jugendzeit zu verleben; er kommt dadurch in die glückliche Lage, die Vorzüge beider Zeitalter, beider Länder in sich aufzunehmrn; er gewinnt zudem auch durch die Möglich-, keit, fort und fort Vergleiche anzustellen, jenen schönsten Borzug der geistigen Freiheit, der VorurtheilSlosigkeit, die den Männern einer einseitigen Bildung beim redlichsten Streben oft versagt bleibt. ' ' Diese glückliche Fügung hat Ludwig Bamberger befähigt, seine Talente mit besonderem Glanze zu entfalten; der ausgezeichnete Mann ist zum -Theil durch seine Erziehung, zum Theil durch seine Schicksale in der französischen Geisteswelt so'heimisch wie in der deutschen; er führt auch.alS französischer Literat eine glänzende Feder; er hat schon vor •) Verlag ■an Rosen bäum £ Hart, Berlin 1804. (928 6.) fast drei Jahrzehnte» durch ein französisches Buch über Bismarck für die AnerkeMiung unseres großen Staatsmannes bei unfern Nachbarn geivorbcn, und gerade durch seine ge- »aue Kenr.tniß frauzösischer Gcistesart hat sein deutscher Stil jenen Man.; und jene Klarheit gewonnen, die wir selbst bei sonst hervorragende» deutschen Schriftstellern nicht selten vermissen. .Aber das ist nicht ein formaler Vorzug des Stils, wie denn überhaupt stilistische Eigenart hinübergreist auf den Geist und den Charakter. Wer so wie B. in die Tiefen deS deutschen wie des französische» Geistes eingedrungen ist. der ist natürlich frei von der Beschränktheit, die bei uns als Teutoneuthum und drüben als Chauvinismus bezeichnet wird. Solch ein geistesfreier Schriftsteller ist von unschätzbarem Wertste in einem Zeitalter, wo die nationale Beschränktheit iu allen Landen das große Wort führt, und es als Klaterlandslirbe gepriesen wird, die Nacharvölkcr zu verachten, zu hassen und ^»ls eins Gesellschaft von Uebelthätern anzusehen, und wo iu weiten Kreisen schon jeder als verdächtig gilt, der da meint, niail kann auch' von diesem Nachbarn etwas lernen. Daß Bamberger als junger Student, der im Jahre 1848 als Revolutionär zu den Waffen gegriffen hatte und dafür zum Tod« verurthrjlt worden war, die Heimat meiden mußte, daß er sodann fast zwei Jahrzehnte in den mannigfachsten Thättgkriten an den Orten des Auslandes lebte, wo der Geist der Zeit an« lebhaftesten sich regt, diese Schicksale haben seine Fähigfeiten aufs glücklichste gefördert. . . ' Wer die Aufsätz« liest, -dir Bamberger um die. Ernte seines Geistes ist die Scheuer zu tragen, jüngst gesammelt hat,

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