Mannheim
Compact Memory

Israelitische Wochenschrift · 1894-05-25 · 21 (25.5.1894) · p. [Seite]

Scan of the page
Image: UB Frankfurt, Visual Library (IIIF)
Journal
Israelitische Wochenschrift
Volume
25 (1894)
Issue
21 (25.5.1894)
Date
1894-05-25
Page
[Seite] (sequence 1)
Language
German
Belongs to
journal issue
OCR quality
90% known words query
IRI
…/6492344-5935089-5962332--2037-5376288
Visual Library
page viewer of the UB Frankfurt

Mentioned entities

OCR text

1 entity mentions

eine allgemeine Zeitung 8es Äuöentßums. V _•« ■t» fyrao*9*«(bt■ •m Rabbiner l)r. M. «aymev i» Magdeburg. M» MchchM «echt >»b W«b«l m *Wc — HM ו «hE&F V*f»nul «a#t kMMn ««: M• Mw »Mt>« ver «,MftVMi. Wflchfl» Invakt: fl«tt«»0« WvtUel r Bom evangelisch - socialeu Longretz. Jüdischsocial. Betrachtung von De. Singer- Loblen». — Bericht de« veketn» jüdischer Lehrer in Schlesien und Posen, ««eiche« KU» E»rr»sv»«»«n»t» r Moadeburg. Magdeburg. Berlin, vre-l-u. «leiwitz. Stettin, von der Ruhr. Meiningen. München. Oesterreich «Ungarn: Wien. . »««ft« «»d vermischte »achricht««: Magdeburg. Mh«l»witz. Beuchen. Frankfurt, a. M. Odessa. Sttomir. Rewyork. ' Jasrnet«. Wochen- S«»»«be»d Sonnt«« . Mont«« . Dienst«, . Mitvnoch Donnerst«, Kreit«, . »«i 1891. 26 27 28 29 9V 31 Juni 1 r!«. 5654 20 21 22 23 24 25 26 Ualenüev. INS (9,11) kored IV. Omer 35 36 37 38 39 40 41 fr- I Dr Vo« evangelisch - socialen Congretz. Betrachtung von Dr. Ginge r-Eobleng. I. Jiidischosoeial. Al« die Väter der modernen Bewegung rinzusehen begannen, daß mit der ״Judeafrage" allein keine Geschäfte mehr zu machen seien, daß bet dem großen Publikum die angebliche Echuld der Juden an allem Uedel keinem Berständniß mehr begegnete, da suchte man nach einer breiter» Grundlage, auf der unentwegt weiter gehetzt werden konnte und inan erfand da» Wort: christlich-social. Damit war vielerlei errricht, zunächst eine angemessene Unterbringuog für den Tropfen socialdemokratischen Oele«, mit dem heutzutage jede Partei gesalbt sein muß, wenn sie auf Exfolg angewiesen ist;, fernerhin brauchte man den lieb« geworden«» Haß mit seinen pikanten Anregungen nicht aufzugrben und endlich konnte man sich mit einiger Geschick- . lichkeit auf allen Gebieten als BolkSbeglücker ausspielen. - Allmählich aber hatten sich in die Rechen der christlich-socialen Demagogen bedenkliche Elemente eingrschlichen» welche sowohl den in die Bewegung hineingetragenen, gefundeu Kern der socialdemokratischen Weltanschauung, al« auch den um ihn geschlagenen Mantel dr« EhrtstenthumS ganz und gar zu prostituieren drohten, und r» stellte sich die dringende Notwendigkeit einer reinlichen Scheidung heran», welche verschieden sich darstellte. Die Besiere« und ZielbewNßteren wählten eine Form, welck« die erstrebte und lauge schon vermißte-Einheit immer weiter auS dem Felde schlug, indem sie in verhäagoißvoller Weise di« Art ihrer religiösen Absonderung auf ihre sociale Ideen übertrugen, und au» de« Eocialphilosophen sind — Missonäre geworden. E» giebt heute auch keinen christlichen SocialismuS mehr, sondern die zwei Lager trennten sich; da» eine wählte zum Schlachtruf den bewährten Titel: katholischsocial, und da« andere nennt sich drum folgerichtig: ev ang e lisch -social. Das ist die Frucht der bösen Aussaat; man wollte da» Judenthum treffen und hat zwischen die beiden Richtungen des Christentums einen noch tieferen Keil als bisher eingeschlagen, der alles eher erreichen wird, als die Ausgleichung der inneren Gegensätze. Da» Judenthum wäre» hätte es auch nur im Geringsten Anlage zur Schadenfreude, in die Rolle de» tertius gauäst hineingedrängt, die wir aber entschieden von un» welsen, weil wir uo» die Frage vorlegen: War e» nötig, die Sorge für da» allgemeine Wohl zum Gegenstand einer religiösen Kraftprobe zu machen? Wir müffen die» verneinen, und zwar weil vorerst bi» zur Austragung de« theologischen Streites nach dem rechten Mittel de» Allhe:l» da» eigentliche Ziel aus den Augen verloren wird und schließlich weil bei alle» Auseinandersetzungen, wrlche nunmehr Jahrzehnte für sich in Anspruch nehmen werden, doch nicht» weiter hrrau»kommen wird, al» dasjenige, wa» da» Judenthum in seiner Lehre längst kchon besitzt und am Ende al« Triumph de» Christentum« etiquettiert werden wird. Die Evangelisch-Socialen, welche zum 15. Mai nach Frankfurt a. M. einen Congreß zusammenberufen haben, waren diesmal dir Vorsichtigeren, denn sie haben gar kein bestimmte» Programm auSgegrben. wir können

Text as recognised by OCR (ABBYY FineReader), without corrections. Entity mentions: TagMe (2021); their positions were matched to this text again.