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Israelitische Wochenschrift · 1894-05-18 · 20 (18.5.1894) · p. [Seite]

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Journal
Israelitische Wochenschrift
Volume
25 (1894)
Issue
20 (18.5.1894)
Date
1894-05-18
Page
[Seite] (sequence 7)
Language
German
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Zunz nab Maaaheimer wirkten anfaaz« auch ia -n> Synagogen einer BereiaS-Geiaeindr. Sachs and Kümps 7a Präg •a der Tempel Gemeinde (Vereins ׳ Gemeinde.) Solche Synagogen - Bildungen biete» - oft eine Zuflucht», statte für Gewissensfreiheit and — Talente zvm Heile der Lehre und Wiffenschast des Jadenlham». 'Hier giltder lalmudischr Aassprach: '״Hei! der Zeit, in der die Großen auf die kleinen, geschweige denn die Kleinen aas die Großen hören." — X. Ast» U«O«r», 14. Mai. (Örig.-Corr.) Trotz ■bet glänzenden Reden und Thaten der erlauchten Mitglieder der R'gining und der liberalen Partei de» Magnatenhauses . ist dennoch dieEivilehe wider Erwarten, mit einer Majorität von 21 Stimmen vom Magnalenhaase abgelrhnt worden. - Jndeß ist aufgeschoben aicht aufgehoden. Die Regierung ist in der Lage, in Bezug auf die Rechtsgleichheit der jü» bischen Glaubensgemeinschaft bezweckende kirchen politische Gesetzgebung den Neigungen der Hierarchie und der Reaktion den Willen der Krone und Nation al» entscheidende» Gef^enwicht zu bieten. — In Tomitaten nnd Versammlungen iberaler Körperschaften werden der Regierung Vertrauen»- Kundgebungen entgegen gebracht, und anrd da» Verlangen nach einer Reform de» Oberhauses rege. Hoffentlich wird die liberale Sache siegen. Die große Mehrheit der Nation fühlt und weiß e», daß staatliche pnd kirchliche Freiheit und Gleichberechtigung eine Lebensbetingung de» ungarischen Staate» ist. Araakreich. v. Pari». Ich schrieb Zhnen neulich, daß der Staatsrath den Pariser Stadtrath auf Grund der bestehenden Gesetze zur Zahlung derWohnung-entschädigung an die jüdischen und protestanrischen Eonsistorien kür den Cultusdienst verurthrilte und zwar mit rückwirkender Kraft vom 1. Januar 1877. Die Summe beträgt 178,778 Frc». Außerdem reclamirt da» Consistorium 60.OM Frc». für die Jahre I88S, SO und S1. — Leon Dreysu», der Schwiegersohn des Generals Eve, welcher Fabrikbesitzer in einer benachbarten Gemeinde ist, ist einstimmig zum Bürgermeister in BalrncienneS gewählt worden. Diese Wahl, dazu in einer Stadt, welche nur von Katholiken bewohnt ist, ehrt den Gewählten und die Wähler^ sogar der Pastor ist für den Israeliten und gegen dessen Mitbewerber aufgetreten. Schweiz. Bafel. Zwei Angehörige der Sabbatartaner Sekte, die den Samstag al» Sabbat feiert, kamen bei der Erziehung», direction de» Cantons Basel mir dem Gesuche ein, eü möchten ihre Kinder an Samstagen vom Besuch der Schule diSpeasirt, d. h. es möchte das Ausbleiben von der Schule an Samstagen nicht als Schulversäumniß angesehen und zur Bestrafung gezogen werden. Diese« Gesuch wurde, wie man der ״Bas. Zig." mittheilte, damit begründet, daß der Besuch der Schule an Samstagen mit den religiösen Grundsätzen der Sabbatarianer unvereinbar sei und daß Artikel 49 der Bundesverfassung Glaubens- und Gewissensfreiheit garantire. Die ErziehungSdirection hat das Gesuch in ablehnendem Sinne entschieden mit folgender Motlvirang: »Nach der Auffassung der Erzirhungsdirectioa entbindet der Umstand, daß die sog. Sabbatarianr» den Samstag statt den Sonntag feiern, die Anhänger dieser Sekte ebensowenig als die Israeliten von der Verpflichtung» ihre Kinder auch an Samstagen in di« Schule zu schicken. Der Samstag ist ein obligatorischer Schultag, aa dem alle Kinder, ohne Rücksicht auf die Confesfion ihrer Eltern, die Schule besuchen müssen." Ntchlaa». Sffataf«•#(«». Am zweiten russischen Ostertagr (30. April) hat in dies- Stadt wieder eine Judrnhetzr stattgefunden: nur durch - rrchtzestigtS Einschreiten der Polizei ward« größeres Bluwer» gießen verhindert - ES. genügte eine Tracht Prügel für dir verhasteten Tumulranten - etwa 100׳ an Zahl- Neueste und vermischte Nachrichten. . Magdetarg, ,StaatSotzrgerztg. äuS eigene" Mitteln Ke" vom Gericht zu fordernd« ziemlich dedeutende Geldsumme für die vörgeschlagenen wissensch. Gutachter zu hinterlegen- Ohne Unterstützung . . . erschien ihm die geruhtliche Verbandst»,« zwecklos, da von jüdischer Seite 7 Gutachter geladen werden sollten- Die s. Z. zu diesem Zweck gesammelten Gelder seien vom damaligen Barteivorstande zur Gewinnung eine» Rechtsanwalt» verwendet worden (A). «»goedarg. Die ,StaatSbürgerzeitung" berichtet über einen Prozeß, der vor der Strafkammer de» Landgerichtin Klevegtge» zwei Juden, Isaak ukd David Bonn, am 10. V. Mt«, verhandelt wurde, Diesem Metzaervaär wurde zur Last gelegt, am 7. August vor. I. da« Fleisch einer von ihnen ge« schlachteten Kuh in unstäthiger Weise beschmutzt und an Christen verlaust zu baden. Obwohl die Angeklagten diese Beschuldigung al« eine groge Lüge diastellten und 13 Entlastungszeugen stellten, obwohl der a»s dem-Lantener Prozeß bekannte Bertheidiger Dr. Fleischhauer mittheilte, daß der HauptdelastungSzeuge» ~ * ־' " ~נ Antisemit sei, und daß antisemitische Agitatoren vor dem 7. August Briese in der dortigen Gegend verbreiteten, in denen behauptet wurde^daß das jüdijcheGesetz solche Fleischbesudelung für Lhristen vorschreibr — wurde Isaak Bonn zu 4 Monaten Gefängnis verurtheilt. Hoffentlich ist in dieser Sache noch nicht da» letzte Wort gesprochen. ES bandelt sich hier weniger um die Bestrafung des Angeklagten, — denn es liegt uns fern das Urthetl des GerichtShofes, da» auf Grund verewigter Zeugen gefällt wurde, zu bemängeln — als um die Beschuldigung des jüd- Religion»- gesetze», das eine solche Vorschrift nicht kennt. E. R «us »aven Zum 29. Avril, dem Jahrestage de» Regierungsantrittes unseres Großherzog-, erfolgten vielfache Auszeichnungen, Orden»- und Titelverlelhungen. Von Glaubensgenossen erhielten solche u-A. Bankdirector Hofrath Dr. F Hecht in Mannheim und Bezirkkrabbmer Dr- Jos. Eschelbacher in Bruchsal das Ritterkreuz l- Claffe de» Ordens vom Zäbrinaer Löwen, Alt-SyiiagogenrattzSvocjtehcr Bar. Bernheim m Karlsruhe und Kaustnann E. S- L»we in London dar Ritterkreuz 11. Klaffe- GerichtSschrriber G- Oppenheimer in Buchen das Lerdienstkreuz dieses Ordens. Kassel- Herrn Stöcker ist ein empfindliches Malheur passiert Er wollte hier im Saale der ״Evangelischen Vereinigung" einen Vortrag halten, aber der Vorstand der ״Bereinigung" verweigerte ihm d>e Ueberlassung des SaaieS mit der Begründung, daß dem Antisemitismus kein Vorschub geleistet werden solle. Darob zeigt sich das Stöcker'sche Organ ״Volk" natürlich sehr ergrimmt: aber der Grimm wirst komiich, denn es sind ehemalige Freunde de« geweseueu HofpredigerS, an deren Adresse er sich wendet. Holstein. Eine -urteutsche" Badcvcrwaltung giebt es in Heiligenhasen. Sie beschloß, wie das »Oldenburger KreiSdlatt" mitteilt: »Zum Zweck der Bewahrung des guten deutschen Eharakters des Heiligenhasener Bade«' jüdische Kurgäste von dem Be» such desselben nach Krästen fcrnzuhalten. Es wird deshalb den diesjährigen und späteren Anzeigen die Bemerkung: »Israelitischer Besuch nicht erwünscht" beigefügt werden- Wien. Baron Nathaniel Rothschild hat die Absicht kund gegeben, ein» Stiftung für im Diemke invalide gewordenen Oder» ofsiziere zu errichten, und hat zur Dotirung jener Offiziere bereit» einen beträchtlichen Geldfonds zur Verfügung gestellt. Baron Rothschild beabsichtigt» den Ofsizieren seinerzeit seine Besitzung Hinterleithen bei Reichenau als Heimstätte zu widmen. Rom. Auf dem internationalen Arrzte-Longreß haben auch mehrere jüd Eapaciräten Ehrenstellen besonders als Vorsitzende in den Sectionen bekleidet, so Prof-Lomdroso auS Turin, Prof. Stockvis aus Amsterdam, Dr. Funaro an» Tunis, ferner die DDr. Ottolenghi und Salmoni, Salomonsohn und 3L Jacobi u. A. m. Kopeastager», im Mai Am zweite» Peßachtage hielt Herr Dr. Kalischer, 2. Rabbiner der hiesigen Gemeinde, seine erste Predigt in dänischer Sprache, welche von den zahlreich erschienenen Hörern mit großem Beifall ausgenommen wurde.

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