Israelitische Wochenschrift
- Journal
- Israelitische Wochenschrift
- Volume
- 25 (1894)
- Issue
- 19 (11.5.1894)
- Date
- 1894-05-11
- Page
- [Seite] (sequence 7)
- Language
- German
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Pädagogische Wirksamkeit sich in bohr» Maoße verdient gemacht. Auch gebührt ihm das Verdienst, dir ^llinnee IsrnaUt« amverseile hier erweitert zu haben und würdig zu vertreten. Im vaterländischen ׳Judenihum vertrat der Jubilar auch als Congreß-Depuiirter stets eine liberalerhaltende Richtung. Bor beinahe SV Jühre« hatte er aus eiued sehr angesehenen Familien (Politzer) seine Gattin . heimgesührt. Der glücklichen 'Ehe ist -eine Familie ent- ' stammt, welchx fast vollzählig vertreten war und an den Huldigungen der hervorragenden Persönlichkeiten, Bürgerschasten und Vereine für den, Jubilar herzlichen Antheil nahm. Auch Der iLrael. Frauenverein war durch die Borsitzende, Frau Wetdingek, vertreten. Begrüßt wurde der Jubilar in seiner Wohnung von d׳.n Herrn vr. weck. LadLnyi, vr. zur. Bruck, Herrn Rabbiner vr. Adler, Herrn Director Vr. Bartsch. Herrn DIrector Stöcklcr, Herrn C. Frnyü (sür di^ Gymnasial-Jugend) und Herrn Pros. vr. S. Rascher durch Ansprachen. Bei dem'glänzenden, zu Ehren des Jubilars von dessen ärztlichcr^ Collegen veranstalteten Festmahle in den Räumen deS National-HütelS zeichneten sich durch Trinkjprüche aus, der Herr Stadtphysikus vr. Bernhard, der Herr Reichstags- Abgeordnete Advokat Ed. 'Drescher, vr. weck.'. Ladäny׳, die Herren vr. zur. Bcrczy, Vr. weck. Stern, vr. zur. Armin Lembergs (sür die Familie) und der Abt. Pfarrer Herr Ber^nyi. welcher in lateiniichcr Rede den Jubilar doch leben ließ, der in derselben Sprache dcn Toast erwidert hatte. Auch der Herr Gymnasial - Director Szenczy und .andere Rotabilitäten waren beim Ftst anwesend, auf welchem der Jubilar dessen linguistische Kennt« ׳sie hochgeschätzt sind, mit dem goldenen Kranze der akademischen Würde in voller Frische des Geistes und der Erscheinung strahlte zur Freude seiner Familit nnd des, zahlreichen Kreises seiner Freunde und Verehrer. Neueste u«d vermischte Nachrichten. 4 Mai. S» oft Sr. Mast der Kaiser Wilhelm Frankfurt a. M berührt, versäumt er es nie, einen Schulkamcraden, zu dem er in Kassel schon sich einigermaßen hingezogen fühlte, zu begrüßen und zu sprechen. Dieser, Namens Sdmmcr, ein kleiner, schüchterner und zurückhaltender Mann, ist jetzt Doktor und Gerichtsassessor. Als der Kaiserin dieser Woche sichvon,Schlitz nach Kronberg zu seiner Mutter begab, hatte er seinen Schulkameraden nach Rödelheim, der Frankfurt nächst gelegenen Station, hie der kaiserliche Zug passirtr. bestellt, und dir fünf Minuten, die der Train dort Aufenthalt batte, benutzte der Kaiser, um sie mit dem Kasseler Schulfreund m seinem Salonwagen zu verplaudern. Jedenfalls ein charakteristischer a für die Anhänglichkeit unseres Monarchen- Dr- Sommer n einer in Frankfurt a. Mansässigen geachteten jüdischen Familie an- (Magd- Ztg.) M»s»«vr»r«. Um die Zeiten des Mittelalters immer mehr heraufzuführeu, ergehen sich die führenden Blätter des AntisemitismuS — wie auf Verabredung — in Leitartikeln darin, die christlichen Dienstmädchen aufzuhetzen, daß sie bei Juden nicht in Dieost tteten sollten. Die Geistlichen sollten schon beim Confirmandenunterricht — wahrscheinlich bei der Erklärung des GeboteS der Nächstenliebe — obigen Hetzgedanken in die Herzen der Mädchen senken, damit sie von früh auf für alle Zett zu Anttsemitcn geweiht seien! Berlin- Den kirchlichen Orthodoxen in Preußen, die so- «den mtt dem neuen Sqnodalgesetz einen großen Triumph errangen haben, erwächst in ihren eigenen Reihen ein feindlicher Mitbewerber um die Früchte dieses Gesetzes. Es sind die gegen das Alte Testament losgehenden christliche» Ählwardtianer, welche daS Gqetz dazu benutzen wollen, die ,Berjudung" der -evangelische» Orthodmtte zu beseitigen. Eines der hiesigen anttsemitischen Organe erklärt: -Schon beute würden in allen Kirchengemeinden Berlin« di« Antisemiten die Rehrhett erlangen und den synodalen Körperschaften «in andere« Angesicht verleihen können. Venn die« bi«her nicht geschab, so lag der Grund in der Rachtlofigkett der Synode», wethalb eine Urdett «st diese« Gebiet« uutzlo* gewesen wäre. Sobald aber da« neue Syuodatgesch ins Lebe» tritt, wird von auttsewitischer Sette di« kirchlich« Resvrrnarbett «tugeiettet und der Kamps gegen di« in Heb rnt»«»« versunken« prviesichmsch« Orthodoxie ausgenommen werden." SuitmMM, 6. Ma!- Dst hessischen Rabbiner überreichten dem Großherzo« au» Beranlaflung seiner Bermäbluna eine künk- Dr? Stein-Worms, w rde vom Großherzog am 2. d. Min Audienz empfangen. L. «artbrutz«. <Or--Corr.i Freitag, den 6. April, beim Abendgottesdienste wurde HerrStadttabbiner Dr. Appel durch den Synagogenrath in sein neues Amt dahier eingcführt. Auf die herzliche Ansprache des stellverttetenden GemeindeoorstandcS. Herrn' Sttidttath Hombnxgrr. erwiderte Herr Dr.. Appel mit gleicher Herzlichkeit. Die Antrittsrede de«. Herrn Rabbiners beim Saobath-Myrgengottesdienste batte zum Text 2. Sam. 10, 12 .und erstellte sich ungetheilten Beifalls. Der Redner forderte die Gemeinde zur Mithulst aus zur Erreichung der Ziele, denen er zusttcbe. — Möge daS Wirken unseres neuen Rabbiners, dew allerseits großes Vertrauen entgegengcbracht wird, ein von Gott gesegnetes sein! Let»,iq, 5. Mai. Herr Albert Goldberg's Ljäbriges Bühnen-Jubckäum - - er ist seit 1883 Oberregissenr der hiesigen Over — wurde heute in festliche» Weise gefeiert. Der Jubilar, ein Sohn des Braunschweig'r ObercantorS s. A-, erstellt sich als feinsinniger Lkünstler und edclherzigcr Mensch der größten Wertschätzung in unseren Künstlerkreisen. Zwei Orden für Kunst und Wissenschaft schmücken seine Brust: der Herzog von Coburg-Gotha verlieb ihm zudem die große goldene, um den Hals zu tragende Medaille für Kunst und Wissenschaft und den Titel eines herzoglich-sächsischen Kammersängers. «ünchrn. Der Großhändler Hermann Müller. Theil- Haber der bekannten Firma I. Einhorn u. Co. hier, ist gestorben. Der Verstorbene, eine Zierde der bayerischen Kaufmannschaft, hat durch rastlose Thätigkeit, durch hervorragende Geistes- und in ihm ihren langjährigen, pstichttteucn, aufopfernden Vorsteher. Durch da« Vertrauen der Kaufmannschaft berufen, fungirte er . auch längere Zeit als Handelsrichter und Vorstandsmitglied des HandeiSvereins. DHor«. Am 1-. Mai beging der Lehrer Herr Jacob Kramer sein 25jährigeS AmtS-Jub>läum. Die-rege Betheitlgung an dieser Feier seitens der Gemeinde, des Schulvorstandes, der ehemaligen und!etzige« Schüler, welche in Ansprachen, Widmungen und zahlreichen Ehren Geschenken ihrer Verehrung und Liebe für den Jubilar beredten Ausdruck gaben, sind ein Beweis seiner Beliebtheit in seinem Wirkungskreise. '«Vstowit. 7. Mai. Der Vorstand hat beschlossen. den Synagogenbau ans dem WilbclmSvlatz auszuführen, und wurde gestern der notarielle Kaufvertrag bezüglich des Bauplatzes abgeschlossen. - Aranksurt <5. M-, 6. Mai. Heute starb hier der langjährige verdienstvolle Borsitzende der -Achawa, Herr Adolph Teblee, im 73. Lebensjahre. Vav-S»»«« Dem9.JabreSbericht der »Kuranstalt für armeJSraelitea' entneymen wir, daß im verflossenen Sommer die Anstalt von 170 Patienten besucht war. darunter von 18 Ausländern: ein grober Theil der Bittgesuche mußte wegen Mangel an Platz zurückgewiesca werden. Die Zahl der Pflegetage war 4968- Die Verwaltung bat sich durch eine Zuwendung der Frau Baronin Wilhelm v. Rothschild in den Stand gesetzt gesehen, dem» nächst über dem Speisesaal neue Räume aufführen zu lasten. Freilich vermöge!, die neuen 12 Betten keineswegs allen Bedürfnlsten zu genügen: denn die Frequenz stteg im letzten Hochsommer auf 06 Kranke. Die Mitaliederbeiträge beliefen sich auf -M. 7048, die Gesenke auf X 15,062, darunter befinden sich Gaben von •*5600 von Freistau W C v- Rothschild, 2000 Legat von Frau Treutchen Höchberg, ■M. 1500 aus dem Nachlaß des Herrn Leov. Goldschmidt. 1000 von N N u. s. w Für speciclle Kranke wurden Mark 3829 bezahlt, für rückvrrgütete Kurtaxen gingen Jt 350 ein. Die taufenden Ausgaben betrugen 21,558• DaS Bedürfniß an Cognac, Wein udaldeckte wiederum Herr M. L. Wolff. Der Vorstand (BorsitzenderDr. Rosenbaum) bittet dringend um weitere Unterstützung. Arievrich «,ttzet» Preußische Leven«, und «uruwtie» BtrstchernnsS-VletieN-Wefeaschaft. In der am Sb. April et unten dem Barsch Sc. Durchsucht de« Herzog« von Ratibor stattachabteu General-Bersammlun, wu>d» die Jahresrechnung und vorgeschkaaene Gewmnverthettung fst da» Geschäftsjahr 1893 genehmigt u. btm Bor» stand und de« Lasflchttralh einstimmig Dechargr «itheiii. Di« mtt Gewinnantheil Versicherten erhalten somit Mk. 191139 82 90 PCI. 9ilrt8«t1X auf ihr« iw Jahre 1893 gezahlten Prämien, welch« auf die Im Jahre I8Sb zu zahlend« Prämie in Anrechnnnz kommen; di« Aktionäre erhallen Mck. 7L000 10 pTt. Diviveud« ihrete Gbezahlung. Die wegen Ablauf der Wahlperiode a»»fcheidend«» Mtt» ,lieber de« Aussichisraih«, St. Durchlaucht der Herzog von Ratttor und Herr Bankier Georg Kromberg, wurden einstimmig wiedergewählt»