Israelitische Wochenschrift
- Journal
- Israelitische Wochenschrift
- Volume
- 25 (1894)
- Issue
- 13 (30.3.1894)
- Date
- 1894-03-30
- Page
- [Seite] (sequence 7)
- Language
- German
- Belongs to
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!7: fr. י^ kenne». D'ankbar sei erwähnt, daß de Smancipation der Juden den Lch^usj-Akt in der Gesetztzebungs-Epochc Kossuth.« im Zahrel848 war, und die letzte That des freiwillig Exi״ lirtest'lw»Turin' war/'alle die sirchenpolitischen Lrgislations- Akte gutzptzeftz«,, welche auf die Gleichstellung der jüdischeu Gkaubensge»einschaft tu Familie-und Staat abzielen. — Bae»^k»p»lya Heule am 27. März wird in Jerusale'mim »ssraelii scheu Maisenhause" die erste Jahrzejtsfeier für den am 18. Adar v. I. verstorbenen Begründer und'Stifter des Waisenhauses Moritz Gottschalk Lewy begangen. Ob die kleinen Waisen, welche sür - das Seelen- Jku des frommen, menschenfreundlichen und edelherzigen ׳ManueS das Kaddischgebet sagen, es auch ahnen, wie viel Eeelenkämpfe, wie viel Herzeuskummer,. wie viel trüb« Tage, wie viel sorgendolle Rächte und wie viele bittere Srundey die Errichtung des Waisenhauses dem Verstorbenen bereitet batte! Die Reise nach und in Palästina׳ im Frühjahre. des Jahres 1872*)'hatte׳ ihn »geistig und körperlich erfrischt". Ward doch der sehnlichste Wunsch seines Lebens, »das Land der Väter" mit eigenen Augen zu sehen, im vollsten Maaße in Erfüllung gegangen. Ec sah nicht blos das Land der Väter, sondern an. der Hand sejnes kundigen Führers, seines treuen Freundes und gelehrten Reisegefährten, des seligen ' Prof. Dt. H. G r ä tz lernte er das Land und die Bedarfnisse der jüdische Bevölkerung genau kennen Er sah nicht blos, auf welch niederer.Stuft der Cultur noch ein großer Theil 'der Juden in-Palästina stehe, sondern er erhielt zu seinem tiefsten Bedauern auch genaue Kenmmß davon, daß ein ansehnlicher Theil der palästinischen jüdischen Jugend in sittlichc Verkommenheit versunken sei. Lewy war aber nicht der .Mann, der sich mit dem bloße» Bedauern begnügte. Er suchte stets durch lhatkräftiges Wirken den! Uebel nach Möglichkeit abzuhelieii. Nachde», ihm der soziale und ethische Verfall eines aitsehnlichcn Thciles der Juden Palästinas genau bekannt geworden war, sah er sich doppelt, als Mensch und als Jude, verpflichtet, zur Würde und zum Wohle der Menschheit,. zur Ehre und zu»! Heile des Jubenthunlcs, dem vorhandenen Uebel abzuhelfcn. (Schluß folgt., Rußland. Petersburg. 27. März. Dem Reichsrat ist ein-von einer Sondercommission ausgearbeiter Gesetzenlivurf über die 'Aufnahme von Ausländern in den russischen Unterchanenverband unterbreitet werden. Ter Entwurf schließt unter Aufrechter- Haltung der gegenwäliigcn Einschränkungen von der Aufnahme in den Uiuerlhanenverband die Juden (außer den Karaim) und Terwijche aus, doch bezieht sich di, s« Einschränkung nicht auf die in Eentralasien doinicilirenden Junen. Dem Minister des Innern ist anheiingestellt, über die Aufnahme von Ausländern zu verfügen. Aus Warschau wird uns geschrieben: Unter dem 23. April v- I. murde ein Ilkas erlassen, wonach Juden keine chrichstlichen Vornamen mehr führen düne». Indessen haben die russischen Polizeibehörden durchweg dieses Ätsch äußerst seiten anaewanbt. Jetzt hat nun auf einmal der Obervolizeimeister von Warschau. Baron Kftigels, Hunderten von Juden anbefohlen, ihre Vornamen ■ zuändern und dafür die entsprechenden althcbräischen zu nehmen- .Zahlreiche-jüdische Kaufleute in Warschau müssen in Folge dessen ihre Firmeniaftln entsprechend uniandern lassen, so mug Simon in SzqmSze,-Moritz iii Mordek, Eva in Ryfka u. sw. umgcändert werden. Auch ist es den Israeliten inchi gestaltet, den Vornamen nur. mit dem Anfangsbuchstaben zu bezeichnen. Ei,»e vom Warschayer BLr!cnk,miste an den Finanzministcr in Petersburg gerechtete Petition, wenigstender jüdische» Intelligenz die dlSher geführten Namen zu belassen, wurde abschlägig belchicden Neueste und vermischte Nachrichten. Magdeburg. Der »Amis. Generalanz." vom 25. Mär; bringt zum Tode des ungarischen Nationaldcldx» Uossurh folgende Ronz: Ter j ü difch-magharifche Revoluti ons Ma ch er . ' K osl u t d ist endlich in Turin gestorben.. Derselbe hieb von , Haufe aus Lewin Äohut und nannte sich dann Ludwig Koffuih: er begann sein hochverrätherischrS /Treiben bereits . im Johrx 189V. als die Allian׳: Jsraelits von Baris auS die erste Renolution. durch ga> . Europa zu entfachen suchte. Im Jahre er Mitgue/ des fstdlschen Fünfmänner-Au!" " ־ 1848 war _ifiucjr des fildischen Fünfmännrr-ÄuSschuffeS, welcher die alte Staatsordnung mit der Unterstützung Roth-. schild'S zu stürzen kuckte: In England war es der Jude DiSraeu. in Frankreich der Jude Cremic. r, in Italien der Jude Mazzini. in Ungarn der Jude Kossütb und in Deutschland der Jude Marr, welche die Revolutwn durchführen sollten. (Schöner antiseminscher GcschichtSstil!) »erli«. Der Minister des Innern hat die Rcgierungs- Präsidenten darauf hingewiesen, daß Anträgen auf Abänderung von Familiennamen nicht ohne hinreichende Gründe stattzugedcn ist. und daß derartige Anträge in der Regel als hinreichend begründet nicht anzuseden sein werden, wenn eS sich z. B. wesentlich darum bandelt, zum Zwecke de« leichteren Fortkommens oder mit Rücksicht, auf die antisemitische Bewegung einen die jüdische Abstammung kennzeichnenden Namen mit eistem andern ,u vertauschen. (Traurig.daß iseiner solchen Verordnung bedarf!) «erst«. Dem Geh. SanitätSrath Dr. Moritz Neißcr in Breslau und Badearzt von Charlottenbrunn, welcher vor 50 Jahren in Berlin vromooicte. hat die biesige Fakultät unter Glückwünichen das Doktor-Diplom honoris causa erneuert. «•aunotxr, 29. Diärz, Bei der heute stattgehabten Wahl eines Vorstandsmitgliedes an Stelle des verstorbenen Herrn Geheimen Commcrcienrathes Louis Evbraim Meyer entfielen von den abgegebenen 434 Stimmen 300 Stimmen auf dessen Sohn. Herrn Emil stouis Meyer- Müii-ve«. Reber einen AlimentationSproccß gegen den ReichsragSabaeordnetcn Dr- Sigl wird uns aus München geschrieben: Wie Dr Sigl selbst über sein Bergehen denkt, acht aus folgender Notiz seines Blattes hervor. »Der Astronomie-Professpr des .Rotthaler Bost" in Pfarrkirchen bat im Bauernbund einen schrecklichen »Riß" und am häuslichen Himmel(!) des Dr- Sigl einen schwarzc^Punkt entdeckt, obwohl die ganze Angelegenbeit, selbst wenn sie »ch so verhalten würde, wie er schreibt, reine Privatlachi wäre, und auch dem hl König David schon vor mehr als 2000 Jahren in lOVOfach vergrößertem M?ßs1avc passirt ist " — Aus den »heiligen" König David sweint Herr Sigl darnach grobe Stücke zu halten, warum nimm: er sich nicht lieber den keuschen biblischen Joseph zum Verbilde? Nürnberg. 12. März. Aus Anlaß des Geburt-festes des Prinzrcgenten hak Herr Oberkanior Rosen Haupt, hicrselbst eine schone Komposition .Gebet" vcrfabt und den Text dazu gedichtet, wofür dem Autor der allcrhuldoollstc Dank Zr. Kgl. vobeit schriftlich zum Ausdruck gebracht wurde. Brüssel. In der hiesigen Buchhandlung Fisckbachcr ist eine interessante Arbeit »Juden und Römer" von «nikai erschienen. Bekanntlich hat hie hstsigc Academie eine Preisfrage ausgeschrieben, über-die öffentlichen und privaten Beziebnngen, welche zwischen den Römern und den Juden bis zur Zerstörung Jerusalcm's stattfanden" Inserate. IsraelMisclie Hellu. Mtult fürX«‘rv(*»1-11.(arniutliNkrunke zu Shjii lirl C'oIiIpiiz mn Klirtn. Bestand seit 1869. Gesonderte Abtheilungen für 15', Kranke beider Geschlechter. Prospecte durch di« Unterzeichneten. (388 M. Jaeoby. Dr. Behrendt. Dr. Uosenthnl. r=3?.־sES =i LZ.r-4-1 ן־ ו e gS£jSBS§fIif tS Q Q B “(J) gu» •a: Q LH «L *־ s*g. •״*■־! *&! '§.'||*f e§*£e »ü B " S E 5 ^^2 K u: teilltSlil