Israelitische Wochenschrift
- Journal
- Israelitische Wochenschrift
- Volume
- 25 (1894)
- Issue
- 12 (23.3.1894)
- Date
- 1894-03-23
- Page
- [Seite] (sequence 7)
- Language
- German
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ate « «ultuSb brauchaus r jottien %* _V Mliflt Unfrrtf Riffen( Machkn van dieser Kechi Obrrschlestra nach die greisen, wenig leistung»fähig ep der Gemeinden Lösel und Laurahütte S lejenlgen LultuSbeamten, welche rechtlichen Anivrr!Ung der Altet«- und Jnvalibität-rente erheben burrett, verfeblen, mit ihrew gesetzlichen Pflichten u. Rechten lilSeinanderzusetzen und geeigneten Kalle« da« ihnen _tech» wirksam wohrzunehmeu- Den greisen, nicht mehr _ »fähigen LultuSbeamten der kleinen Gemeinden kann die Aitersreut«. und sei ste auch nur Nein bemessen, sehr wob! Zu .Statten katMnen. Dabei drückt ste nicht da« beschämende Be» wußtseiy. ein verschämte« Almosen za empfangen, sondern einen Bettaa, welcher ihnen von Gesetze» und Rechte« wegen zukommt . GttaO»«> 19. März. (Or. Eor.) Bei der gestern hier abgehatteneN Schulprüfung, gab Herr Rabbiner Dr- R ippn er in seiner zum Schluß der Prüfung gehaltenen, nach Inhalt und Form tzgllendet schönen Ansprache an die Schüler und ' die zahlreich erschienenen Gaste, einer Idee Ausdruck, die die weiteste Berbrritung verdient. Herr Dr. Rippner sprach u. A. r über die jetzt überall im Entstehe» begriffenen Vereine für jüdische Geschichte und Litemtue und sühne aus-, daß diese .Vereine, besonder« in mittleren und kleineren Gemeinden am besten zhre Ausgabe erfüllen würben, wenn ste sich als Fort, bildungsschulen im Religionsunterricht betrachteten. Ei iri kaum möglich, den lieferen Gehalt unseres religiösen Schrifttum» und die universale Bedeutung unserer großen historischen Persönlichkeiten Kinder» im schulpflichtigen Alter völlig klar mitzuteisen. Erst wenn da» Urteil reifer wäre, wenn der Verstand und der Eharatier sich entwickeln, werde di» Jugend für diese Erkenntnis empfänglich. Darum kan» die Religionsschule, die dieKinder meist tut 14 Lebensjahre entläßt, un« nicht unbedingt genügen, zumal in unserer Zeit mehr als je Verstand ׳ und Eharakter widerstandsfähig gemacht werden uitzssen gegen die Anfeindungen, die unsere Religion von außen' erfährt So ist der Religion-- unterricht in den höheren Klassen der Gymnasien nicht zu entbehren. Aber für die Heranwachsende Jugend, die in dapraktische Leben tritt, müssen For tbildungdschulen eingerichtet werden. Line schöne Aufgabe der überall emporbiüt enden jüd. Literaturvereine wäre e«: für die rel giöse Fortbildung der Heranwachsende» Jugend zu wirke». Die Fortbildung dürfte nicht in der Form deS einfachen Schulunterricht» geschehen, sondern webe in der Form einer Unerredung, die an einen Bortrag sich anschsteßt. Wenn diese Eorui beliebt wird, dann würden auch die Erwachsenen nicht er auSgchen. (Fast mit denselben Worten haben wir diesen Gedanken vor einigen Jahren in einer Reilapredigt, die mehrere ,Anregungen' tob, zum Ausdruck gebracht; ste führte zur Gründung de« .Ersetz- Kran»' (im November 1891), der sich im 8 1 seinen Satzungen ausdrücklich al« »Fortbildung «verein israelitischer Jungliiige' bezeichnete, m welchem dt« sunaen Leute stch sehr rege durch Besprechung an de» »um großen Dell selbst gehaltenen Vorträgen und Vorlesungen beteiligten. Jetzt ist er mit dem GeichichtS- und Litteratur-Berein verschmolzen. Wir können die nun für weitere Kreise gegebene Anregung de« gesch. Kollegen Rippner dem Lentralverdoao zur Realistrung besten« empfehlen ) im März. In einer laut Beschluß de- RepräsententenkollegiumS abgeyaltenea Gemeindevers am ml ung hat diese — ohne Debatte — die definitive Anstellung ihre« Rabbiner» Dr. Jakob beschlossen. Der Borstand zeigte die« dem Herrn Rabbiner in folgenden denselbe» ehrenden Zuschrift an: »Die Gemeinde-Versammlung hat dielen Beschluß gefaßt, um - auch ihrerseits eine «nerkenouu« Ihre« Wirken» in unserer Ge- ׳ «einde auSzusprechen. Wir dürfen bei dieser Gelegenheit wohl die Hoffnung »»«sprechen, daß diese ehrenvolle Anerkennung ihrer bisherigen Thätigkeit für unjer gesammte» Gemeindeleben ioSbe- .sondere Ihrer Wirksamkeit für die Hebnng unsere« Religion«- -schnltoesen» Sie veranlassen möge, diese noch lange Jahre unserer!:Gemeinde zu widmen." -r«ntreich. Panis. Am hiesigen Eafsatio»«hose wurde der Ober- Mauwalt anden Appellhofe in Bordeaux, Herr Al pHander y, zum Rath gewählt; nach dem Rücktritte׳ de» Präfidenlen Bedarri-c« war der i«r. Lnltu» nicht mehr au dem Gerichtshöfe vertreten, dem früher AuSpach angehörte. Par». Der Oberrobbioer von Frankreich vereinigte -zur Hülfekeistung für die russischen Inden eine große Anzahl Rotadeln der hiesigen Gemeinde bei sich. Der Präsident der Allianz, S. H. Toldschmidt, bekannt durch sein philan» thropische» Werk, zeichnete sofort 25,000, M. Oppenheim 3000 Franken etc. etc. Im Ganzen während und nach der Lersamnllung 50,000 Franke» gezeichnet, ein Anfang, der jedenfalls cinc» guten Verlauf verspricht. Neueste ttnb vermischte Nachrichten. Maares«»»- Vorige Woche bat auf Einladung de» hief. Literatur- und Geschichts-Verein» Herr Dr. *doll Kobu t au» ~ ־• - - ..ata ' Berlin vor zahlreicher Versammlung einen sehr beifälltg ausgenommen Vortrag über »Alerander von Humboldt und da» Iudenthnm' gehalten- Der Vortrag verdiente eine Bermelfältlaung durch den Druck, da er stch zum Borlesrn kn andern Vereinen sehr eignen würde. Bern« Es scheint bei den Antisemiten allenthalben klamm zu gehen. Anfangs wollte Herr Böcke! sein Blatt ,ReichSherold' verkaufen, da aber Niemand anbiß. will er sein Geschäft ,gründen'. Ob diese« grimmige Börsenseind hierbei Erfolg haben wird, steht dahin. - Die am 1 Januar vrn Paul Förster in'« Leben gerufene Zeitung »Freideutschland' bat bereit» ihr Erscheinen eingestellt- Auch da» in Hamburg seit dem 1- Januar erscheinende antisemitische ,Deutsche Blatt' soll zum 1- April ei »gehen. Die Kriegs- und Marineminister haben durch Lermit den Forderungen de» Dienste» vereinbar ist. L»«do«. Der Rabbiner Dr. G a st e r ist »um zweiten Male zum Vortragenden an der Orforter Universität gewählt, eine ebenso seltene als ebrrnhette Auszeichnung 6h »slfaft, Mär». (Or -Lor.) Der emerirte Rabbiner Dr- Lewvsobn in Stockholm wird am kommenden IS- April seinen 75. Geburtstag feiern. Seine persönlichen Freunde und viele Freunde der mdischra Wissenschaft und Literatur tr::d:n wohl Liese günstige Gelegenheit benützen, um ihm Beweise ihrer Achtung und WertyschStzung seiner iiter- Arbeiten zu geben. Durch sein opoa nagnutn: ,Die Zoologie de» Talmud' hat stch Dr. Lein bleibende« Verdienst um die Talmud-Literatur erworben, da» aus eine allgemeine Anerkennung Anspruch machen darf. UI»r»«dr1e« Die verweigerte Landung «ine» mit rufstchen Flüchtlingen ankommenden Schiffe» hat seiner Zelt viel von ich reden gemacht- In einem an den «abazelet in Jerusalem urch den Oderrabiner gerichteten Brief legt derselbe die Gründe dar. die zu dieser Maßregel veranlaßte. Die Flüchtlinge au« Art belastet, daß 3000 arme i»r. Familien versorgt werden mußten. Beim Herannahen de« die 400 russischen Flüchtlinge bergenden Schisse« habe der Präfect den Gemeindevorfltzenden gefragt, ob die Gemeinde noch einen solchen starken Zuwachs versorgen wolle, wa» nach den obwaltenden BerhSltnisten oerneint werden mußte »eyreeü, Ben Zehn da, der Redakteur des ,Zevi u. Appellhofe fteigesprochrn worden. Abonnements-Einladung. _ Mit nächster Nummer schließt dieses ^.uartal. Mir ersuchen unsere geehrten Abonnenten das Abonnement auf das xwrilr äüuarlttl bei den Postämtern baldigst zu erneuen, und dabei ausdrücklich zu bemerken, ob sie die Ausgabe mit beiden Beilagen i^anb No. 33<7<־) oder die mit einer Vellage (sab. No. 3306) wünschen; je nach dem haben sie 3 MkvK, oder 2 MÜ. 2S Jßfg. rinzuzahlen. — Line Nachsenvung des »ttevanivvatt» kann unsererseits nicht erfolgen. Im ,.Mamtüruvratt" gelangt demnächst «in großer spannender Roman, eine Lrzählung au» der Gegenwart: ,Mtr Mttsgrvirftnen" von L.Berg — zum Abdruck