Israelitische Wochenschrift
- Journal
- Israelitische Wochenschrift
- Volume
- 25 (1894)
- Issue
- 12 (23.3.1894)
- Date
- 1894-03-23
- Page
- [Seite] (sequence 1)
- Language
- German
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XXV Jahrg Magde»«rs, 23. März 1894. >14 eine allgemeine Zeitung 8es Zuöenthums. »kanoRch a>k««»l I« rtac fbuaan ka klattl' M M «kl»•»•!«»»!•»»«.“ «tc*4 ftr •1( NifBIIW» M «*« M (■K'i s. BaAtMriikar» «•4 HmtMln 1(! rrMUM Aral Mark HnMMlf -l-, km «MU■*: It ■Ud jiirfWl. Di. «U ״amtllUakUr‘ |>Hr 1111 I a t * I«I |*ר toM M kn "ÜtSSJUWS*?■ Qet«M9*9*kcn o«• Rabbiner Ihr. M. Nkymev in Magdeburg. Jfttr WpAtzrhrü Nrchl und jfoiedeal K»kt«-S«r,«Iitt Ich e kS»ch«»Ichrisl" wu tfcW .j*k11*t atttc.iui• kfaat", ktc .ictyS.ltmc P«M«elle «kn kan Raa Rf!., «■k «nimka korch kt« Aff. »»,«n E»,HM>»n »ka — f,e» »>u seid» o»l IN»«« - klmr -l»»». Dt« (iKkUlM kn Woch»»- IkriN" t» RakÄn!. Brt BtWkak«Uu>O«M Silken üttßftR: ücitenX Artikelr Au« der inner» iKiffion. — Bros,« Passionen, von Wochen--- Dir,. 1894. I »der II. 5654. UslenLrv. Dr. Singer. — Gesetz oder Sillkür, von Jusetzrath Levy. Vertchr« uu» ff•rr<ft>»«>rוti«ו t Magdeburg. Magdeburg. Verlin Dresden. Au« Oberschlesien Gloga«. Gillinge». Frankreich: Pari«, Par«. Vrnefte NN» »er«tschte A»chricht«Nl Magdeburg. Berlin. Pari». Pari«. London, «elsast. Bayrulh. Alexandrien, Seanebee» . Soeeteg. . . Monte, . . . Dienstag . . . Mittwoch . . Dounerftag . . Freite, . . . 24 25 26 27 28 29 30 16 17 . 18 19 20 21 22 1t 17 Uhr. 12 Min.) Kitdreck 1» diesem Klette iß iitersegt. Ans der inmereu MiMo«. geplanten und zum. Teil schon ai lsgesührten Gesetze gegen Bor einigen Wochen >c.g>e in dem größten Saal Berlins die Jahresversammlung des Bundes der Landwirte. Auallen Teilen des Reiches waren Tausende herbeigeströmt und einstimmig unter minutenlangem Jubel wurde h»? Antrag angenommen, nur Christen, also keine Juden, auszunehmen. Dieser Beschluß ist ein höchst betrübendes und bedrohliche» Zeichen von der antisemitischen Verblendung, welche bereits den zahlreichsten und wichstigsten Stand in Deutschland ergriffen ha». Er wäre wohl geeignet, alle diejenigen unter uns abzuschrecken, welche eS bisher für eine der wichtigsten Aufgaben unserer inneren Mission betrachteten, unsere Glaubensgenpssen nicht bloß dem Handwerk, sondern dem noch weit segensreicheren Landbau zuzuführen. Vielleicht wird mancher Leser schon darüber verwundert sein, da er von solchen Bestrebungen zwar sürPalästina und Argentinien mancherlei erfahren hat, aber noch nie gehört hat, daß dergleichen Versuche auch in Deutschland gemacht werden. Um so freudiger wird eS daher jeder Verständige begrüßen, daß eS noch Männer unter unS giebt, die sich trotz jener feindseligen Stinimung nicht nur nicht entmutigen lasten, sondern unter allen Stürmen de« Antisemitismus in stiller, selbst» loser, unverdroffener Arbeit sich der großen Kulturaufgabe, Juden auch iu Deutschland zu Landb.e b a u e r n zu >»ache», widmen und mit Erfolg widmen, »ls einen solchen Mann freuen wir uns den Biceconsul Alexander Moritz Simon in Hannover bezeichnen zu können. Bon der ebenso weise vorausschauenden als warm empfindenden Ueberlegung ausgehend, daß über kurz oder lang durch die den Klein- und Hallsirhandel und durch die allgemeinen traurigen Erwerl'sverhältniffe viele unsere Glaubensgenossen in die bedrängtestc Lage komnien, daß ferner der Landbau die sicherste, segensreichste Hilfe ist, hat er ein großartig grplantes Unternehmen in Angriff genommen und bringt es in rüstiger Förderung weiter. Er hat zunächst in unmittel» barer Umgebung Hannovers ein Areal von 7V Morgen Land in bester Lage angekauft, und darauf in umsichtiger Weise einen ausgedehnten Gartenbau begonnen. Zu diesem Zweig des Landbaus sollen jüdische Lehrlinge zuerst herangebildet werden; damit aber Gewöhnung und Umgebung den jungen Leuten die Liebe hierzu von Kindheit auf einpflanze, nimmt er bereits Knaben in jedem schulpflichtigeu Alter auf, läßt sie den Unterricht einer in derselben Kolonie errichteten Volksschule genießen, um sie von da unmittelbar in die Lehre zu übernehmen. Bereits befinden sich in der ebenso praktisch als sparsam mit allen Erfordernissen ausgestarteten Anstalt etwa 40 Knaben, Schulkinder und Gärtnerlehrlinge» ste ist aber im Stande zunächst 60 und später mehr als die doppelte Anzahl aufzunehmen. Dies ist aber nur einer der Berufszweige, welche in dieser Anstalt den Knaben eröffnet sind, wenngleich er stet» der hauptsächlichste durch eigentlichen Ackerbau zu ertveiternde bleiben soll. Aber bereit» sind mit ihr eine Tischlerei, eine S chlosserei verbunden und in nächster Zeit wird eine Bäckerei errichtet. Das Untevnehinen soll aber nicht nur eine kostspielige philanthropisch» Veranstaltung sein, sondern hat alle Eigenschaften, sich zu einer gewinnbringenden Anlage zu entwickeln. Herr Simon