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Israelitische Wochenschrift · 1894-03-02 · 9 (2.3.1894) · p. [Seite]

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Journal
Israelitische Wochenschrift
Volume
25 (1894)
Issue
9 (2.3.1894)
Date
1894-03-02
Page
[Seite] (sequence 1)
Language
German
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M 9. gRagkctaitg. *. M»e, 1894. 44 4' XXV. |1to|. fO eine allgemeine Zeitung 8es Äuöenlßums. *>!«<■1114 <Mcn1 |c rtac Rtiaur kcr 41«tlk~ IM» M .tlllKllttUtll1' Vrrl« fit «Ic Krcf •UttK M a»m M• «um« Mnü M Nc °’לו־* (•MC IHI MauiMlcUA. 1: 1• abrtjQrfwt ' Ml «Ml » aüni » Ml fc*c M {)«tlMmibw MM Rabbiner I)r. M. Nahmen in Marburg. WS» M»h»h»t1 Nrchl und WkirSrnI •1Mc-3tttelttlMc a1«cnf«cl|t" Ik Re M 5״«HI«e »itctatut. Matt'', Mc «tatcjMItnc VetUee"« ein deren «— M 0H-, »■» rltmtln »Mch dl« «x UM4«1MM1 »der — |1li ■11 ftttft mtf MM A»MM^««chl — Mmt dn*u■ de» JSÜmmH. W»ch»x te «■ןו«1ו|ן■ »■»Mt. ״ ... SuSaN: Lette»»« Mrtikel: War der Jude heutzutage muß.— Briefe eine» h««t««n tkleinftädter» au» Berlin. — Brief« au» Galizien. Vertcht« NM» «»rresp»»»«»,»»: Magdeburg. Berlin. Berlin. Machen-- Dar,. 189t. »»,r I. 5654. RaleuSer. Sann^un» 3 25 (6,88.) I?. Zekalralim. Streli». Solfenbüitel. Frankfurt a. M. Sanutag. . . 4 26 <Nn>m»adel,Ie«1,un,.) . Frgnkreich: Pari». Schweiz. Basiel. Mantag . . . 5 27 Amerika: New-Dork Dienstag. . . 6 28 -»taute Mt» *erMtscht» ststnchrichtmr Magdeburg. Magdeburg. «ittwach . . 7 29 Berlin.' Frankfun a. M. tt»nig»b«rg. Laxenburg. London. D»a»«stag - . 8 3V l Kweh CbtdMch ßechdvtS »he׳ »iktiRtize 81rle»1,,1tr 11Jnf«|t. Freitag . . . S 1 j Adnr 11. Was der Jude heutzutage mutz. Kürzlich kam ein jung« Glaubensgenosse zu dem Schreib« dies« Zeilen und erzählte ihm folgenden kleinen Borfall: Bor einigen Tagen fuhr ich mit einem christlichen Herrn in 1 . einem.Eisenbahncoup«, welches snsch angestrichen war und in dem deshalb ׳ein unangenehm schlecht« Geruch herrschte. Mein Begleit« erklärte, in diesem 'Soup« nicht bleiben zu '. können, stieg aus und beschwerte sich bei dem Schaffn«, «ährend ich sitzen blieb. D« Schaffn« trat mit dem Be- . schwerdeführ« in die Thür, schnupperte in den Wagen und sprach: ,Hi« soll e» riechen? Hier sind doch keine Juden drin!* ,Run, fragte, ich den Erzähl«. .Sie haben sich doch?über diese Frechheit beschwert?״ — ,Ach. ich meine, h«utzutage «uh der Jude so etwas ruhig hinnehmen.' Da d« Vorfall und diese» B«halten typisch find, so sei es gestattet, hi« die kleine Predigt zu wied«hol«n, dir darauf dem jungen Glaubensgenossen gehalten wurde: ,Rein, meinj'Lieb«, heutzutage muß sich d« Jude ' durchs«» nicht so etwa» gefallen lasten. ' Wir wüsten £ unS bereit» :so viel Beschimpsungrn und Beleidigungen, so £ . viel ׳Zurücksetzungen und Nadelstiche gefallen lasse», gegen i; . die wir machtlos sind, weil sie sich nicht rechtlich fasten, lassen ך■ das, wir, wollen wir un» nicht gilnzlich zum Wurme machen, £ . UNS wenigsten« krllmmen müssen» wenn wir von den getreten ««den, die als Beamte und Dien« des Staate« un« eh« . zu schütze«׳verpflichtet.sind. Man ist schon ohnedies heute auf eia« Eisenbahnfahrt kaum sicher, ob einem nicht d« AntisemiSmus in irgend einer seiner pöbelhaften Gestalten entgegentritt, und ich soll eS mir gefallen lassen, als Harmlos« Reisend« von einem Beamten, zu dessen Gehalt ich durch' meine.Steuern beitrage, insultirt zu werden? Noch leben wir in einem Rechtsstaat und es würde von ein« traurigen Selbsterniedrigung zeugen, wenn wir mit der Gedrücktheit eine« Paria uns« Recht, als Staatsbürger und anständige Menschen behandelt zu werden, prei-geben. Ab« ich will Ihnen sagen, was d« Jude heutzutage mnß. D« Jude als ein ordentlicher, ruhiger, staatstreu« Bürg« hat heutzutage dir Pflicht, seinerseits den Be>> amten inSdesond«e denen des B«kehrs da» Leben nicht unnbthig schwer zu machen. Tr darf sich nicht, wie ich das leid« manchmal beobachtet habe, so austpielen, als seien alle Einrichtungen ausschließlich seinetwegen da, als müsse d« ganze Apparat nur für ihn arbeiten. Wenn er eine gegründete Beschw«de über ein B«sehen irgend eine» Subalternbeamten Vorbringen will, so mache er nicht einen Lärm, als wenn ihm seine Menschenrechte g«aubt w«den sollen. Ja in solchen Fällen rate ich stets von Beschwerden ab. .Laste« Sie doch den arnien Teufel, d« dadurch vielleicht um Amt und Brot kommen kann, warum muß g«ade der Jude d« Beschw«deführtt sein? Ueberlasten Sie da« doch andern Leuten.' Sie glauben gar nicht, welche Mißsttmmung da» gegen un» «zeugt, wenn so ein reisend« Jüngling, dem irgend etwas mit seinen Soffern od« d«gl. passirt ist, sich wie wild auf einem Bahnhof geb«det.' Heutzutage muß fern« dn Jude üb«all in d« Oeffent.

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