Israelitische Wochenschrift
- Journal
- Israelitische Wochenschrift
- Volume
- 25 (1894)
- Issue
- 8 (23.2.1894)
- Date
- 1894-02-23
- Page
- [Seite] (sequence 7)
- Language
- German
- Belongs to
- journal issue
- OCR quality
- 90% known words query
- IRI
…/6492344-5935089-5962318--1930-5376194- Visual Library
- page viewer of the UB Frankfurt
OCR text
— 63 tgen und würdigen Lehrerwittwe de» Verein» zuge» se« werden. Der Restbetrag: 4514 M., war auf 20 rilien mit 97 Anteilen nach § 12 der Statuten zu ver- «« unter 10 Wiltwen ohne Kinder, 2 emer. Lehrer o. K., Lehrer mit Frau, 1 Lehrer mit Frau u. 1 Kinde. 2 ttwen mit je 1 Kinde, 1 emer. Lehrer mit Frau und 6 »dein. — Der Baarbestand der Kasse beträgt 77275,86. >— Die Verwaltung der Kasse steht unter der bewährten und _!sichtigen Leitung des Herrn Rendanten, H. L. Hirsch» fand (Brnkhaus L. Hirschland-Eisen), während der Bor- Abende de» Vorstandes, Herr M. Blumenfeld, mit treuer Hingebung der Gesammileitung der Geschäfte vorsteht. Tchmeiz. Ber«, IS. Februar. In Folge der am 20. August v. A «»genommenen neuen Bestimmung der Bundesverfassung ist Ha» Schlachten der Th irre ohne Betäubung vor dem Rutentzuge bei jeder Schlachtart und Viehgaltung auSnahmSuntersagt. Da» Verbot ging in erster Linie gegen da» äzächten. Der BundeSrath hat heute durch Kreisschreiben KantonSregierungen eingeladen, dafür zu sorgen, daß die LerfaflungSoorschrift in den Kantonen befolgt werde, «r BundeSrath überläßt e» dabei den Kantonen, die geeigten Maßnahmen zu treffen. Dagegen wurden die Kanton»- Liierungen ersucht, dem BundeSrath Bericht zu erstatten über Anordnungen, welche fie getroffen haben, um dem Verbote lnchachtung zu verschaffen. Einen Bundesschlächter, der konlitt, ob die in der Schweiz zu tSdteuden Thiere vor dem »ntentzuge auch betäubt werden, stellt also die Eidgenosienhast nicht an. Ueberläßt der BundeSrath den Kantonen lulrauenSvoll", wie e» im BnndeSrathbeschlusse heißt, die »eigneten Schlachtmethoden, so folgt hieraus, daß der Bundes- »1H, hem daS Schächwerbot von Anfang an zuwider war, nicht »Migt ist, eine scharfe Schlachtkontrolle in allen Landen der HAgenoffeuschaft zu üben. Er hat wahrhaftig NothwendigereS thunl Heute wurde im stadtbernischen Schlachthaus veri, die Thiere mittelst Alkohol Verfassung«;emäß zu beum fie alsdann, zu schachten. Au» Flaschen wurde »er Alkohol durch Gummischläuche in die Mäuler der Thiere leitet. Gegenstand der Versuche, die in Gegenwart des RegSrathes Steiger und des SanitätSkollegiumS vorgeen wurden, bildeten zwei Schafe und ein Ochse. Der verschlang 6 Litt! de» geistigen Getränks, um dann kon- »tiooell ,betäubt" zusammenzubrechen. Man erprobte sein hl durch scharfe Nadelstiche; daS Thier zeigte kein Emeu mehr. Ob die Berner Regierung!xrs Schächten nach Ingiger Alkoholbetäubung gestatten wird, ist noch ungewiß. Stnstland. lAeter-burg, 17. Febr. In dem noch von dem früheren linister Manassein ausgearbeiteten Reformprojekt der ar, daS der neue Justizminister Murawjew zu einer liaen Prüfung auS dem ReichSrat zurückgezogen hat. "die Bestimmung enthalten, daß die Zahl der Nichtchrist- Advokaten 10 Procent nicht übersteigen dürfe. Der spricht sich nun gegen diese Beschränkung, die be- »gegen die Juden gerichtet sei, entschieden au». Wie Medizin, der Architektur, der Literatur und anderen Künsten, meint daS Blatt, weder ^Religion noch Ratioeine Rolle spielten, so wäre eS auch verfehlt, solche hränkungen der Advokatur aufzuerlegen; durch derartige Mittel werde man den Advokatenstand nicht heben. Neueste tttib vermitsche Nachrichten. «tfl. Dem Stöcker'schen .Volk" hat das hiesige lsche Blatt ,Frei Deutichland", eine inzwischen nach Ver» tkrachtc Gründung d«S Aba, Professor» Paul Förster, vor seinem End« .undeutschen jüdische« GeschäftSaeist" . Wie viel Urgermanen mag wohl di« antisenmische überhaupt noch Ment , 1». Februar- In dem BelerdignuaSprozeffe de» he» »Volk" Oberwinder wider »en Rrdastenr der ,^Jüdischen Presse" 'Dr- Hirsch Hildesheimer fand Sonnabend Termin zur Hauptoerhandlung vor dem biefigen Schöffengericht statt. Für diese Verhandlung war ein Apparat in Lhätigkeit gesetzt worden, welcher fast befürchten lieb, daß der ganze Prozeß Buschhoff nochmals vor dem Berliner Schöffengerichte verbandelt werden sollte. Nach längerem Bemühen des Herrn Vorsitzenden kam jedoch ein Vergleich zu Stande- Dr. Hgegen Kläger erklärte, dag er einen Teil seiner Behauptungen nicht austecht erhalte. — So herrscht sGv. Frieden zwischen beiden auttpodischen Redakteuren. Dresden, IS- Febr- (Or^Corr.) Im hiefigen conservativen Verein hielt Herr Ulrich au» Cbemnitz einen Vortrag, in welchem er als die beste Lösung der Judrnfrage die Idee der Zionisten acceptirte, welche die Rückkehr der Juden nach ihrem Vaterlande Palästtna anstrebten Damit, meinte der Redner, hätten die Juden selbst anerkannt, daß fie ,Fremde" nicht nur in Deutschland, sovdern auch in Oesterreich, Frankreich. England und Amerika, wo sich ja ebenfalls zionistische Vereine befanden und von Rabbinern und Parlamentsmitgliedern pattonisirt würden. — «Der Redner scheint nicht zu wissen, daß diese vereinzelten Zions-Vereine resv. Verbindungen meist aus ausgewiesenen exaltreten russischen und polnischen Jünglingen bestehen, die in der That kein eigentliches Vaterland haben und deshalb sich nach dem Ostiordanland sehnen- Hier und da haben sich auch einige schwärmerische deutsche und galizische!unge Lenke, die ihren Beruf verfehlt haben, angeschloffen- Das liegt im Zuge der Zeit. Wer darf eine ganze religiöse Genossenschaft nach den Auswüchsen in derselben beurtheilen! Daß übrigens der Zionismus dem AnttsemitiLmuS in die Hände arbeitet, haben wir bei Beginn dieser Bewegung vorausgesagt.) Essen a. d R. (Or-Corr.) In der am Donnerstag stattgehabten Sitzung des Vorstandes und der Repräsentanten wurde Herr Dr. S a m u e l, Hörer der Berliner Hochschule, e i n st i m m i g zum Rabbiner der hiesigen Gemeinde gewählt- Herr Dr- Samuel, welcher auf telear. Wege von dem Wahlrrsultat benachrichtigt wurde, bat die Wahl dankend angenommen und wird spätestens am 1- Avril sein Amt anttetcn. Dir wünschen ihm in der aufblühenden Gemeinde eine erfolg- und segensreiche Tbättgkeit. (Herr Dr. S ist ein Sohn des CantorS Samuel in Culm.) »»rkea i- Wests., 14- Febr. (Or-Corr) Heute fand hier ein seltenes Fest statt- Herr Haune Rosenbusch und seine Ehefrau Sara gcb Vogel, die ttotz ihrer 85 resp 78 Jahre körperlich und geistig noch sehr rüstig sind, begingen ihr« goldene Hochzeit Gegen Mittag fand in der Synagoge Festgottesdienst statt, zu welchem Herr Landrabbiner Dr- Prager auS Cassel gekommen war- An die ao'ieSdicnstliche Feier schloß sich ein Festessen mit darauffolgendem Ball. Ein feierlicher Augenblick war es, als eine Deputatton der städtischen Behörde» unter Führung de» Herrn Bürgermeisters dem Jubelpaar die Glückwünsche der Stadt überbrachtc, was auS der Mitte her Festaaste in längerer Ausführung mit einem Hoch auf die Stadt und ihre Verketer erwidert wurde. DaS Jubelpaar erfreut sich hier allgemeiner Beliebtheit, weshalb cS auch allgemein befremdet bat, daß von den zuständigen Behörden nicht die Verleihung der EheiubiläumS-Medaille beantragt worden war.*) Möge ihm ein heiterer Lebensabend beschieden fein! vderdarf Bodstnaea. (Gegm-Bericbttgung) Im Interesse der Wahrheit, der allein auch einem Todten gegenüber die Ehre zu geben ist. muß ich auf'S Enttchiedenste constatiren, daß -er verewigte Herr M- W e i l mit meinen reformatorischen Gedanken über Abrogirung der Gebete um Rückkehr nach Palästina und Wiedereinführung des OvfercultuS sich ganz einverstanden erklärte. DaS GotteSreich ist eben umfassender und universeller als daS ursprünglich nationale. H. Weil fehlte fast nie bei meiner Predigt, obwohl er als Fabrikant durch den Besuch des Bethause» oft ein Opfer bringen mußte. Rabb- Grün, z- Z. in Meeran- Paris- DaS neue Verzeichniß des TelegraphenamteS enthält unter den 35 Sprachen, in welchen das Telegraphiren erlaubt ist, auch die hebräische. Amsterdam, IS- Febr. In der Nacht von Sonnabend auf Sonntag brach in einem von IO—12 russisch-jüdischen Familien bewohnten Hause auf der Stiewe Kerkesttaat Feuer au». 4 Perhietten erhebliche Berletzmigen. Da» Feuer entstand dadurch, daß die Flamme in einen Topf mit Fett schlug, welche« gegen Mtternacht zum Ausschmelzen auf einen Ofen gesetzt wurde. *) Dazn muh dl« Anregung rechtzeitig »«, den nächsten ver-» wandten gegeben »erden. (Red.)