Israelitische Wochenschrift
- Journal
- Israelitische Wochenschrift
- Volume
- 25 (1894)
- Issue
- 6 (9.2.1894)
- Date
- 1894-02-09
- Page
- [Seite] (sequence 7)
- Language
- German
- Belongs to
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bn Landrabbiuer zu Hannover zur Verwendung für Verein zur Umerstützuug »er Schule.der Lehrerbildu» g»au- ‘ flalt, die Samuel E. Meyer-Stiftung und einige namhaft ^tzonachten Anstalten in Palästina 6300 M., die unterricht»- "anstalten de» Herrn Dr. Neustadt in BveSlau 1V00 Mi., di« christliche Gemeinde in Steyerberg 400 M. Die Summe dieser Legat« und der Bermächtnisse für verwandte beläuft sich auf SV,000 M. Der verbleibende Rest de« augenblicklich noch nicht festgestellten (nach ungefährer Schätz- I* «ng etwa 100,000 M. betragenden) vermögen» fällt der Synawogengemeind« Hannover unter dem Namen ,^»eine L Zarobsohn und Frau Georgine geb. Lohn-Stiftung" ׳ zu mit der Bestimmung, daß die Hälfte dem jüdischen Krankenhaus«, und je «in Viertel dem Seminar und der Unterstützungäkafse für jüdische Lehrer zugewiesen׳wird. So hat die verklärte, deren ftomme» und großherzige« Leben und Wirken im Trauerhause und auf dem Friedhöfe der zahlreichen Trauerversammlung von Landrabbiuer S. Gronemann auch vom Lehrer Spanier in Stolzenau voraeführt wurde, an sich und ihrem Gatte» da» Schrifttum:» zur Wahrheit gemacht: Ich habe dir in meinem'House und in meinen Mauern ein kmal und eine» Namen errichtet, besser als Söhne und KMLchter, einen ewigen Namen, der nicht aufhören wird." fe,.' Cfterrcia*1tMfl«r11. '3■ Wien 31 Januar. Am 21. Januar fand im Hause K Iw« Frethcrrn v. Leitenberger eine außerordentliche Bollvert sammlung de- Vorstand« de« ״verein« zur Abwehr de« Ani. tisemiti«mu«" statt, welcher außer rem HauShenm Baron Leiten- :7 bergrr die beiden Ehrenpräsidenten de« Verein«, Hofrat Prof. M 0 th na ge l uud Graf RudolfH oy o«.sowie die Ehrenmitglieder und die Vorstand-Mitglieder de« Vereins beiwohnten. Ehrenpräsident Baron Leitenberger legte der Ber- Sammlung folgende Resolution vor: ,Der hoben Regierung sind jene Bestrebungen bekannt, welche darauf gerichtet sind, die Leidenschaften der Bevölkerung gegen unser« Mitbürger jüdischer Konfession zu entflammen. Diese der Gerechttgkett Hohulvrechrnden Agttattonen suchen. im, Widerspruch,mit der durch da» S1aat«gnmdaesetz ^ewL^rleisteten Gleichheit vor dem Ges^, unser«_ _ -er in ihren Rechten zu schmälern- Sie verletzen dieselben durch «moahre uud niedrige Beschuldigungen wie durch öffentlich« Herabwürdigung ihre» Glauben» und ihrer Abstammung. Sie wachten dieselben durch gewalttame Aufreizung selbst an ihrem Leben »u schädigen, sie wollen Hatz und Feindschaft zwischen Bürger und Bürger erzeugen und gefährden hierdurch tu bedenkllcher Weise den Frieden de» Staate«, und indem sie ferner zum Abbruch de« geschäftlichen Lerkehr« mit den jüdischen Mitbürgern auffordern, bedrohen sie nicht nur diese in ihrem Erwerb —.. 11־"—־‘ —־־-׳ —״ zugleich im und Verkehr, _ . . _ , vielen anderen n de« öffentlichen Leben« künstliche Hemmnisi«. lc österreichischen Staatsbürger jüdischer Konfession haben &״ nicht blo« schon au« gebieterischen Rücksichten der Humanität and vermöge der ihnen durch die Verfassung verbürgte» Gleichderechtigong, sondern auch drsiwegen, weil sie iu der Sriüllang aller staatsbürgerlichen Pflichten allen anderen Vrvölkel: nl»g«kiafftn e« aleichthun und wie diese warm« Laterlands- -- liebe, treu« Snhäuglichkeft an Kaiser und Reich und größte Opfer- ~ Willigkeit für da» öffentliche Wohl bewiesen habe» und noch immer beweisen — einen begründeten Anspruch auf staatlichen Schatz gegen die dezeichneten feindlichen Bestrebungen. Und die hohe Regierung al« Hüterin de« Rechte« und de» öffentlichen Wöhle» bekochtet e» — von dieser Urbrrzcugung וי nir durchdrungen — sicherlich al» ihre Aufgabe, unbescholtene,!Staate u. der Dynastie tteueraebene Staatsbürger dagegen zu!Yen. daß sie in ihren heiligsten Emvstndungen verletzt uud ihrer wiffens«Klftlichen Leistungsfähigkeit für den Staat ge» mindert werden u. s. w." Diese Resolutton wurde unter lebhaftem, anhaltendem Meifalle vernommen und nach eingehender mehrstündiger De- "heckte von der Versammlung eiasttmmig genehmigt, worauf auch der Beschluß gefaßt wurde, daß dieselbe von dem m Präsidium de« Vereine« Sr. Durchlaucht deu Herrn Präsidenten, sowie Ihre» Excellenzen den Her«» de« Innern, der Justiz und de« Lultu« »ad Unterüberreicht »erde. Der Herr Minister-Präsident empfing heute die Deputatto» in entgegen kommendster Weise und gab über die Resoluttoa folgend« Erklärung ab: .Die Regierung hält sich klar vor Auge», daß jeder gesetzlich anerkannten Kirche und Reltgioa»grsellschaft ohne Unterschied da« volle Ausmaß der staat«grundgrsetzlich ihr gewährleisteten Rechte gebührt, daß somit auch die berufenen staatlichen Organe die Pflicht haben, allen solchen Kirchennnd ReligionSgeseüschasien — daher auch der mosaischen, deren Mitglieder Ihr Verein geschützt misten will — erforderlichen, fall« den gesetzlichen Schutz angedeihen zu lasten." Auch von deu übrigen Herren Ministern wurde die Devu» tatton auf da« liebentwürdigste und wohlwollendste empfangen. Dieselben betonten übereinstimmend, die Regierung sei sich ihrer Pflichten gegenüber alle» Staatsangehörigen bewußt und werde auf strengt Wahrung der Gesetze achten. Neueste uud vermischte Nachrichten. p. Berit«. 1. Februar. (Or.«60rr.) Welche Aufmerksamkeit man in höheren Kreisen der jüdischen Journalistik schenk, erhellt daran», daß mk jüngst ein hochgestellter Beamter mitteilte, » sei bemerkt worden, daß von sammtlichen in Deuttchland erlchet- »enden arvbern jüdischen Blätterw dir.Magdeburger J»ra«littsche Wochenschrift" daSeinzi gegewescn sei, welche« dem Geburtstage Se. Majestät de» Kaiser» einen — wie er hinzusügte: würdigm — Leitartikel widmete. Daß selbst die beiden in der Residenz erscheinenden lühftchen Wochenblätter (die Karvrle»'sche »Zeith. Judentum»- und dir .HildeSheimersche .Jüd. Press«-) dieser patriotischen Psticht nicht genügten, ist geradezu Übel vermertt worden: ebento daß nicht in sämtlichen Hauptsynagogen der Gemeinde an diesem nattoaalen Festtage der Kedeutunade» Tage» entsprechende Predigten gehalten wurden (Hier in Mag» deburg und wohl auch in ollen Gemeinden, die Prediger haben, fand außer der üblichen Einschaltung im allsabbatlichen Gebet für Kaiser und Reich eine besondere Festpredigr am 27. Januar statt.) Berlin» 7. Februar Der königliche Musikdirektor Professor L. Lewanvowrki ist Sonntag Morgen nach kurzem Krankenlager im Alter von 75 Jahren gestorben. Er war ca. 40 Jahre hindurch al» Letter de» Synagogenchor» der israelischen Gemeinde thätift. Er wurde unter Kaiser Wilhelm I. in Folge mehrerer vor dem Kaiservaare veranstalteter MusikalMhrungen zum königlichen Mufikdireftor. dann von Kaiser Wilhelm U. zum ,Professor der Musik״ ernannt. Sein Schwiegersohn isi der wogst decorirte Prof. Dr Eohn in Marburg. (Lbatte 18 Tage vorher seine ebenfall« bochbetaate Gattin verloren .) An seiner Bahre svrachen heule (Mittwoch) der Rabbiner Dr Maybäum, der Seminiordireftor Dr. H o l - m a n n im Namen der i»r. Schule, an welcher der Berstorbene viele Jahre aewirtt, und der Reformprediger Dr. L e w i n im Namen aller jüdischen Reformaemeindru (?). — Gesang von 4 Svnaaagenchören begann und endigte die Trauerfeier, welcher der Borftand der Gemeinde in eorpors beiwohnte Deff«». ö- Februar Siu schreckli am letzten Sabbat hier in einer jüd. j Ausstromen von Kohlendunft fanden : schreckliche» Ende und nur einem Zufall war e« zu verdanken, baß die Betäubung der übrigen Famuienglieder keine todbringende wurde- Unter allgemeiner Teilnahme wurden die beiden Unglücklichen Ovkr in gemeinsamem Grabe zur Ruhe gebracht. — Ar««M»ri. Am letzten Lage de» abgelaufenen Jahre» wurde hier ber emeritierte Rabbiner Herr S. S ü »t i n d zu Grabe arleitrt. Derselbe batte vierzig Jahre da» Rabbinat in Wiesbaden bekleidet und Kat iw Jahre 1884 in den Rübestand. Der Vorstand der Gemeinde Wiesbaden war durch eine Devntatton vertreten, der sich noch andere Gemeindemitgliedrr angeschloffen batten. -Herr Rabbiner Dr. P l a u t von hier, der iw Aufträge der Familie, sowie Herr Robviner Dr- Silber- Herzen«, seine Eharattrrsejtigkeit sowie lein« großen Verdienste, die er sich in vieljährigrr Wkksamkeit um die Gemeinden seine« Bezkk» erworben, gebührend hervor. Bon sonstigen Rabbinern war nur noch der Herr Rabbiner Dr. GoldschmidtauSOffendoch erschiene»; die hiesigen Amt«genoffen glänzten durch ihre Abwesenheit t Unglücksfall hat sich!mllie ereignet. Durch rter und Tochter ein Er