Israelitische Wochenschrift
- Journal
- Israelitische Wochenschrift
- Volume
- 25 (1894)
- Issue
- 5 (2.2.1894)
- Date
- 1894-02-02
- Page
- [Seite] (sequence 1)
- Language
- German
- Belongs to
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M S. Magdebnrg, 2. Aebr««r 1894. XXV. Jrtrg. 'O eine allgemeine Zeitung 8es Tuöenthums. Rabbiner Dr. M. Nahmev i» Magdeburg. WR» «echt und W-tedeat flSAautti aiii ..LV «*•1114*17! fclatt•** nU M Uicti fts •1• Mi im itm a. Vnchha» ^r<M*M ÄÄ *aftjfei *aCUi Dte w<*>*1«f*Hl- — (*m ^lliitiurimr **1« «-»» •hי* tl«»a tatklatti.‘ t» dar M Jtalli•• •t MecheNschrtft' kt ^InitE. 0«4«a- SnVakt: Wtwk Artikel t Wir steht r« mit der jüdischen Kolonisation. — Die rassischen Inden. — Der .Lntisemitenspiegelr״ und di« Mittheilungen. Sertche« tta» Tarreipao»«uzen r Magdeburg. Magdeburg. Magdeburg. B.rlin. Waldenburg. Leipzig. Tilsit. Oesterreich-Ungarn: Wien. Meran. Frankreich: Pari«. Pari». England: London. Rumänien: Bukarest. N «Neste NN» »eearischte Nachrichten! Breslau. Berlin. Ober. EE^^^^^ü^ibaui^eirPari-^Paris^Rom^Londoii^Wars^au^^ork. Dachdnlst »hie »»IßHadigr Kiele״»,»te 1«frrf«|l. Machenftkrut. 1894. Scheint. 5634. NaleuSer. Eaaaasead 3 27 D'MBO <&,44.) k»U»t»e. . . 4 28 Reumonoeinsegnung »,ata« . . . 5 29 Dieast«, . . . 6 30 ן Roach CMeteh Mitta»»ch 7 1 Udar I Daaaerltag . . 8 2 Freitag . . . 9 3 Wie steht es mit der jüdischen Kolon!» salio«. Auf diese Frage, welche vom größten Interesse für alle Glaubensgenossen ist, und die von den jüdischen Blättern je nach ihrer Richtung und dem Standpunkte der Skribenten bisher in solch einander widersprechender Weise beantwortet . wurde, daß man kaum unterscheiden konnte, ob man eS mit absichtlicher Verdunkelung u. Verdrehung der Thatsachen, oder mit verzeihlicher Unkenntniß und Unklarheit zu thnn habe, hat nunmehr der Herr Baron von Hirsch selbst auf eine an ihn gerichtete Anfrage von Paris aus unterm 18. Jan. folgende dankenswerte Antwort erteilt: ,Man hat in der letzten Zeit erzählt, die Kolonisierung-- versuche mit Juden seien ins Stocken geraten. Das ist ab» solut unrichtig. Die erzielten Resultate sind zufriedenstellend, sogar mehr als das: sie sind überraschend gute. Das Werk wird fortgeführt und geht, meiner Ueberzeugung nach, einem sicheren Erfolge entgegen. Freilich sind zahlreiche Schwierigkeiten zu überwinden. Das Merkwürdige ist aber, das die Schwierigkeiten sich nicht da zeigen, wo wir sie er» wartet haben, sondern daß sie sich gerade auf einer Seite, wo wir sie nicht erwartet haben, hindernd in den Weg stellen. Um eS mit einem Worte zu sagen: Die Hindernisse kommen nicht daher, daß die Juden sich nicht zum Ackerbau geeignet zeig«,. Freilich, die Experimentirung in dieser Richtung war keine leichte. S« handelte sich darum, die guten und arbeitsamen von den schlechten Elementen zu sondern; denn nur :ein mit den erster«! angestellter Versuch ist beweiskräftig. Aber diese Sonderung des Weizens von der Spreu ist eine gar mühevolle Aufgabe. Erschwert wurde ihre Lösung noch durch die Vorgänge nach den russischen JudenauStreibungen. Die Maffe der Auswanderer ergoß sich übrr Deutschland und Oesterreich. Die dortigen Komitees wurden weit über ihre Kräfte in Anspruch genonimen. Und aus Berlin, aus Frank« furt, aus Wien wandte man sich an »>ich mit der Bitte, ich sollte einen Teil der russischen Auswanderer in nnsere Kolonien aufnehmen. Ich sagte zu, stellte aber zur Bedingung, daß die Eoniirees mir nur die besten Leute zuweisen sollten — gesunde und arbeitskräftige Männer und Frauen, die duernstliche Bestreben hätten, sich im Schweife ihre- Angesichteine neue Existenz zu gründen. Die Komitees scheine» nun meinen Wunsch nicht immer befolgt und sich vielniehr bestrebt zu haben, die Auswanderer, deren Unterbringung ihnen Sorge machte, Hals über Kopf loszuwerden. So kam eS, das in die Kolonien ein unglaubliches Bevölkerungs-Ragout importirt wurde. Neben denen, die wirklich ihre Hände rühren wollten, gab es viel elendes Bettelvolk, gab eS Abenteurer aller Art, die sich unter dem Schutze der durch die Massenbewegung eingerissenen Verwirrung eingeschlichen hatten und die oft weder Russen, noch — Juden waren. So haben wir in unserer argentinischen Kolonie einen sieben Schuh großen Kerl gehabt, der sich dort zwei Jahre lang aufhielt und sich durch allerlei unnütze Streiche lästig machte. Als man ihm endlich ein wenig näher auf den Leib rückte, gestand er zunächst, daß er gar kein Jude sei. Er habe viel unter russischen Juden gelebt und sich ihre Sprache und Gebräuche auf diese Weise angeeignrt. Nun frag man ihn, was er eigentlich in der