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Israelitische Wochenschrift · 1894-01-26 · 4 (26.1.1894) · p. [Seite]

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Journal
Israelitische Wochenschrift
Volume
25 (1894)
Issue
4 (26.1.1894)
Date
1894-01-26
Page
[Seite] (sequence 7)
Language
German
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f^kmeinbaat beschlossene Abänderung de« Namen» ״Juden- Krade" wendet, uaterrhänigst zu überreichen mit der Bitte, <t»em darauf zielenden Gesnche de« Stuttgarter Äemeiuderat» Lllerhtchst ihre Genehmigung nicht zu erteilen/' Herr Ober» > bürgermeister Nümelia erklärt sich selber al» ein Gegner der MameaSLaderung. Mao ist deshalb auf die Entscheidung Sr. Mas. de» König» gespannt. — Ja den letzten Tagen de» verflossenen Jahre» hat Dr. Sänger die ihm überttagene Rabbioatsstelle in Mer» ^entheim angetreten. •»kkrittui«. Belfast» Mitte Januar (Da» m »derne Mission», wesen.) Die in Nummer 1 de» .Familien-Blattes" mit» getheilie Gerichtsverhandlung, worin der Missionskandidat Paulus Bünil den Schleier lüstet von der verkappte» Heu» . cheiei und Gottlosigkeit die in der MisfionSanstalt ״Bethel" Herrscht, wird wohl viel dazu beitragen, uin das Wesen und /den Charakter dieser und ähnlicher Anstalten dem allgemeinen Publikum gegenüber in'S gehörige Licht zu stellen. Daß derarttge alleinseligmachende Institutionen in London, dem Hanptfitzr der Inden-Mission, nicht viel besser und heiliger find als ״Bethel", geht au» einem Schreiben hervor, welches ein getaufter Jude in London, Namens Hornstein, vor eini» gen Wochen an unfern Chief-Rabbi Dr. Adler mit der Abficht adressirte, daß er wieder ins Judenihum ausgenommen . werde. Folgende wenige Satze, welche in diese», in engli» ׳ scher Sprache adgefaßien Briefe Vorkommen, werden sicherlich genügen, um dem Leser einen Begriff von dem Zustande und der Beschaffenheit unseres ״Bethel" zu geben. Nachdem Hornstein, der als Judenbekehrer von Profesfion in einer gewiffen MissionSanftalt einige Zeit thätig gewesen war. diesea das Epitheton ״Diebeshöhle" gegeben hatte, von der er sich zu seiner großen Freude und Geuugthuung loSttennen konnte, sahn er in de:u fraglichen Schreiben fori wie folgt: ״Mit einer solchen degradirte« Bande etwa« zu thun zu /haben, muß manselber ein Schelm und Spitzbube sem. Die / gewöhnlichen jüd. Täuflinge find von der Klasse de« berüchtigtrn Paulu» Meyer, der jüngst in Wien zu viermonatgliche! Zuchthausstrafe verunheilt wurde. Derartige Subjekte, 1 weiche in verschiedenen Gefängnissen ihre Sttafen abbüßen, giedt eS viele, und werden sie in den gewöhnliche» Missions- Berichten al» Üebrov-Ohristiuns bezeichnet. Mau kann sich kaum eine Stxt von dem moralischen Schaden bilden, den dies« elenden Subjette (wretsches) dem Judeathume verur» fachen. Die armen Juden leiden dadurch sehr viel, und mach mehr da» Christeuthum, beim jene Schelme (rogues) entehren die christtiche Kirche, luden, sie sich wiederholentlich hintereinander taufen lassen. Ein christlicher Geistlicher ü! -Egftdourne (England) hatte da« Glück, einen und denselben derartigen Betrüger sieden oder acht mal nach und nach zu taufen, und kürzlich erst enroeckte er den Betrug, und der Schuldige büßt jetzt im Gefängniffe eine sechSmomuliche Sttafe mir ZwaagSarbett ad. Die» ist also der Zustand der sögemannten JÜden-Misssonrn, von denen ich mich jetzt zu meinem großen Glücke loSirenne." Zum Schluffe wünscht der reuige Hornstein zum Juden» Ihm» zurückzukehren, und sich von den ״miserablen Leuten" seiner Umgebung, w« er sie nennt, auf immer loSzusagen. Er thue die«, behauptet er in seinem Schreiben, au» purer Liebe zum einzigen Gotte Israel«, zu seinen würdigen Eltern und de«, jüdischen Stamme, und zugleich au» Dankbarkeit acftn die englische Nation, deren Hab und Gut von solchen Schelmen zwecklos vergeudet und verschlungen wird. — Da» Schönste bei der Sache aber kommt noch «ach. Derselbe ge und vor einigen Wochen so zerkuischt gewesen« Hora» -sich -sich späterhin in seine« verkappten Plänen, durch ' vorgebliche Rückkehr zum Judenthume eine klingende l von seinen jüd. Glaubensgenossen zu erhalten, getäuscht, und kehrte vor kurze« zu seiner früher »DicheShöhl«' zurück. Bon diese« moralischen MMMMMWÜNM Paradiese au« adressirte er jüngst einen Brief an die Re» dattion de« ״Jewiah Chronicle“, worin er die Wiederausnähme seiner früheren Thätigkeit al- Judenbekehrer laut und salbungsvoll anzeigt. Wenn man über all diegottlose Thun und Treiben hört und liest, wie namentlich ein Mann von Hornstein» Charakter von angeblich frommen Christen bezahlt und untecstützt wird, damit er im Namen der alleinseligmachenden christlichen Kirche über Recht und Wahrheit predige, muß man sich wirklich sagen: Difflcile est s&tir&m non scribere. Dr. khotzoe r. Neueste und vermischte Nachrichten. Berlin. Die »Kreuz-eltuna" schreibt: Ein jüdischer Kleider- Händler im Südost-n Berlin» ließ dieser Tage an den Sttaßenecken Tausende bunte ReNamezettel für sein Geschäft, dotz den Namen .Kleiber-Baron" führt, verteilen, die mit folgendem .Gedicht" ansangen: Da« Löristtiud kam au» Maria Schob Hier auf dir Wrlt ganz nackend und bloß: Hin« der «eilig« Joseph auch banal« schon chetauat den berühmten,ttleider-ttaron", kr hätte ihn zench — Iva« kann da sein — Dann eingekleidet höchst «obel und fein, in 5000 hochelegante WimerpaletoiS u s. w. u. s. w." Was sagen hierzu die Judenblütter? Werden sie jetzt auch in EntrüstungSgeschrei auSbrechen, wie damals, al» die harmlosen »Fahrkarten nach Jerusalem" in der Friedrichstrabe verteilt wurden? Bewahre! Sie wrrdin die Sache todtschweigen und schmunzelnd den »Witz" Eine« von ihre Leut' bewundern, der wieder nur in der gemeinen Versvoltung des für die Christen Heiligsten seine ganze .Größe" entfalten kann " O nein! wir schweigen eS nicht tot, wir sprechen unsre ttefste Entrüstung über eine solche bodenlose unjüdische Gemeinheit aus. Wir sagen »unjüdilche —denn jeder Jude muß wissen, daß Verspottung einer sittlichen Religion zu den schwersten Sünden gehört: eS ist ein Ohulul tauchen — eine Entweihung dcS Namen« Gottes resv- Judentums. Berli«, 22- Januar- Bei dem gestrigen Orden-feste erhielten u. A. den rothen Adlerorden vierter Klaffe. die Herren Dr. Lohen, ordeatl. Profenor an der Univerfität zu Marburg, ged. ReaierungSrat Dr. Cohn, ord. Vrofeffor an der Universität in Breslau und Dr. Hirschfeld, ord Profeffor an der Univerfftät zu KönioSbcrg. MänÄe», 21 Januar. Unser verehrter Herr Rabbiner Dr. P e r l r S ist zum grüßten Bedauern der Gemeinde nicht unerheblich ttank, so daß die Gemeindeverwaltung sich gcnöthigt sah, zur Vertretung den RabdinatSkandidaten Dr. Meyer oom BreSlauer Seminar Hierher zu berufen. (Wir wünschen dem gesch. Kollegen und Studiengenoffen rechtbaldige Genesung. Red.) Nüruderg. im Januar- Mr^Eorr.) Am Sabbath, den 6- Januar, hielt Herr Rabbiner Dr. Ziemlich zu Ehren dcS L>ähr- Jubiläumdeö l. Vorstände» unserer Gemeinde, de« Herrn Justizrat« Dr I o s e p h t h a l. eine vortreffliche Festprebist, die auf Wunsch der Gemeindeverwaltung in schöner Au»- von hervorragender Münchener Künstlerhand gemalte» Oelgemälde, da» Innere der Synagoge darstellend, in feierlicher Weise von der Verwaltung Namen» der Gemeinde überreicht. — Eine große Anzahl Glückwunschdrpeschen liefen ein, u. Avon dem deutsch. Jsr Grmeindrbund, vom Bayr. Rabbiner-Verband, von der Borstandschast der isr Gem. München ua. m. Gr«E, 22. Januar. In Pilse netz wurden Sonnabend Nacht die Fenster sämmtlicher von Juden bewohnten Häuser zertrümmert. Gefi. IS- Jan. Heute Morgen» ist hier der Gymnasial-Profeffor Dr. Israel B a ck im Alter von L4Lahren gestorben. Der Verstorbene hatte dreißig Jahr: an den Mittelschulen der Ungarischen Hauvtstadt gewtrtt und sich durch Verfassung mehrerer Lehrbücher, sowie al» Seelsorger an der Budapester Ladetteuschule und an dem dorttgen Sttafhause sehr verdient gemacht- Er war früher auch Prediger bei der Reformpartei in Preßdurg. Vieikk. 14- Januar. Ein humaner Att vollzog stch heute in dem Komvtoir eine» hefigen Kaufmänner. E« wurden nämlich in Gegenwart de» Vorstand«» de» htefigen Handwerkervereine- 14 itrael. Haudwerkslehrliage, worunter drei Taubkett Keumni», um deffea materielle Gedeihen Herr Rudolf Kestel in hervorragender Weise tdättg ist. der zur Aufbringung der Mittel eine besondere Rührigkeit und aaerkeanea»»erthen Eifer entsaftet.

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