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Israelitische Wochenschrift · 1894-01-12 · 2 (12.1.1894) · p. [Seite]

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Journal
Israelitische Wochenschrift
Volume
25 (1894)
Issue
2 (12.1.1894)
Date
1894-01-12
Page
[Seite] (sequence 7)
Language
German
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Da» Executivcomitee: Dr. Ad. Gtern, Prästdent: Ltceprästdenten: David §0( 1 e l uw> Hermann Hornstein: Lasst«: Moritz Horn" stein; Rabbiner Dr. M- Beck, Dr. A. vlumeafelp!.׳Dr. D. Srünberg, Adolf Solomon. Josef Stern «ad Sam- S. Z e n t l e r. Hier eröffnet sich ganz besonder» für die jüdischen ״Loge n", Seschicht » « u. Site ca tue» tttint -«in Feld rrichgesegneter Wirksamkeit. Mögen sie ihrer heiligen Verpflichtung eingedenk sein und mit reichen Hilfsmitteln dazu beitragen, daß Hunderttausende von jüdischen Schulkindern «ine regelmäßige Schulbildung erhalten. Auf zur That! Bd» Aramkreich. Poris Der Juftizniinist« und Großsiegelbewahr« hat sich Herrn Duraud. einen Israeliten, d-׳r erst kürzlich zum ■ Richter am hiesigen Civilgnichte ernaimt wurde, zum Kabi- »ewchef gewählt.!k . Bei dem großen Empfange in Elisöe am Neujahrstage War auch bei den großen SlaatSkörpern das Oberrabinat von Frankreich zugegen. Poris Fra» Jules Beer, eine geborene Bischofs» Heini, der Gründer der Schule gleichen Namens war. die Gattin -eines Neffen MeyerbeerS. eine durch ihren Hochsinn und ihre Wohlthätigkeit ausgezeichnete Frau, starb im Alter von 68 Jahren und wurde unter allgemeiner Betheiligung am 24; Dezember beerdigt. Die Hinterbliebenen spendeten 10,000 Franken den Pariser Armen und eine gleiche Summe Dem isr. Unterstützungsverein. — Die Barone v. Rothschild ließen unter die Armen von Paris 30,000 Fr. und 40,000 Bon» a 20 Centimes für Brod vektheilen. Frau Tallmann Levy spendete 5000 Dranken für dir Pariser Armen. WarSO. Seit 1818 hatte Frankreich fünf Minister jüdischen Glauben» Lrlmieux, Goudchaux, Achille Fould Milloud »nd Raynal. Mer von diesen waren zweimal. Natzna l ist »um dritte» Mal Minister. Wenn auch Raynal kein so streitbarer ZUraelit wie Ersmieux ist. so gehört er l dennoch durch praktische vethärigung unserem Kultus an, er war Mit. Glied der jüdische» Gemeinde in Bordeaux und gehörte »um Borstaube daselbe«. Di« Ernennung Raynal'» «u diesem hervorragenden Posten beweist »ur genüge. daß Drnnunond mit seiner ״!Ära parolo" nur tauben Ohre» predigt, und daß die Gleichheit .Me de» Gesetz« ohne Unterschied de» religiösen Bekenntniffe» in Frankreich kein leerer Begriff ist. Neueste n«d vermischte Nachrichten. Magpetznra, 8. Januar. Heute vor 100 Jahren ist im Alter von 74 Jahren Justu» Mörser verstorben, der Later der deutschen Journalistik. Sämmtliche Tagesblätter beben seine 'Bedeutung hervor, daß er e« war. der den Deutschen gewissermaßen den volitischen Prosastiel gab, den die Franzosen und Engländer längst befaßen. Wir wollen bei dieser Gelegenheit -^er darauf Hinweisen, daß kein Anderer al» Mose» Mendelssöhne« war. der in seiner 1758 erschienenen Schrift über den Rattonalstol» den Mangel de» volitischen ProsaftÜ» bei den - Demfchen bitter beklagte. Acht Jahre später veröffentlicht« der ',.Advokat und Syndikus der Ritterschaft, spätere Geh- Justizrat tu» Mors« seinr-Wöchentlichen Osnabrück« JntelligrnAlatter", jähe philosophischen, ästhetischen, juristischen, nattoualvkono- «n und geschichtlichen Inhalts, dir von seiner Gattin später, j dem Titel: .PatriotischePhantasien" herausgegebeu wurden. Magded«»»- Im hiesigen jüd Litteratur׳ und Gela-äftSvereine hielt Herr Landrabbiner Dr- D e s s a u e r aus Meiningen Wlnst «inen Lorirag über -Ethische Gedanke» de» Spinoza " Redner wie» nach, daß die Grundideen der Ethik diese» Philosophen im Judentum wurzelten. Berlin, 5. Januar. Mst dem Schluß de» abgrlaufeuen Jahre» hat auch die Hilfskasse für jüd. LuftuSbeamte (Ewa M«»ead) ihren Abschluß, resp Abschied erkalten. In der leider uul sehr wenig besuchten Generalversammlung am 31. Dezember Werde die Auflösung beschlossen, da die Kasse mit deu bloßen Oeiträaen ihrer Mitglieder den große« Verpflichtungen in erl-Maschtem Maß« doch nicht Nachkommen konnte und größere Subventtonen ihr nicht »ufloffen. Der Kaffrnbestaud soll an 8' Witwen der Lerein»nntal!eder verteilt «erden — » 100 M- — ein kleiner Rest veim Bankt« Herrn ^Leipziger -Berlin reserviert bleiben. Bertt», S. Januar. Der Sanität»rat Dr- E. Friedberg beging gestern in beneidenswert« Rüstigkeit seinen achzigstea Geburtstag- Lr. Frtedherg stammt au» ein« echten Arztsawilie. Der in den weitesten Kreisen der Berlin« Armen bekannt und beliebt gewesene Sebeimra: Friedbergder al» ein hher Achtziger vor einigen Jahren da» Zeitliche segnete, war de« Jubilar« älterer Bruder, der gleichfalls schon verstorbene Breslauer Professor Hermann Friedbrrg sein jüngerer. Berlin, 6. Januar. Die Konservativen Berlins, darunter Stöcker, Wagnu, Jrm« und Hahn, baden mit de» Vertrauen», männern der Bürgrrvereine eine neue Organisation für Berlin in Gestalt eine« konservativen Wablverein» gegründet, der auch den Anttsemiten den Anschluß an die neue Organisation, namentlich bei den Wahlen, ermöglichen soll- 0. Hildesstet«. Am rünastcn NeujahrStage feierte Herr E. Stern das Äjührige Jubiläum al» Lehrer und Borbetcr der hiesigen Synagogrngemeiade. Herr Landrabbiner Dr. Lewinsky, im Verein mlt dem Sesammworftande, überdrachre dem Jubilar die herzlichsten Glückwünsche der Gemeinde: außerdem ein namhafte» Geldgeschenk nebst werwollem Andenken, bestehend au» einer goldenen Uhr und Kette Auch wurde -von den ehemaligen uud jetzigen Schülern nnd Schülerinnen dem Jubilar, begleitet mit seitlicher Ansvrach«, eine Dore'sche Prachtbibel nebst einem Pokal gewidmet. Tief bewegt dankte Herr St«n für die ihm gewordene Anerkennun» seiner Thätigkeit und er gelobte, so lange ihm die Kraft von Gott beschieden sei, auch fern« wie bisher tteu und gewissenhaft seine» ihm lieb gewordenen Amtes zu walten. Gtar««rd in Pommern. 8. Januar- Wie gewiß in vielen Gemeinden Deutschlands wurde am verffoffenrn Sabbath auch in der hiesigen Synagoge e^ne Gedächtnisfeier für den großen Lehrer und Meister in Israel, den verstorbenen Wien« Oberradbmer Dr. Adolf Jellinek. abgehaften. Der Rabbiner Dr. W o l f S s o h n nahm Veranlassung. in der Sabbathpredigt dem Pfadfinder der jüdischen Homiletik Worte der innigsten Verehrung zu widmen. 9tU0l*l, 3. Januar. Unter auß«gewöhnlicher Teilnahme wurde heut Mühlenbesitzee Adler bestattet. Der Verstorbene bat als Stadtverordneter viele Jahre der Kommune ersprießliche Dienste geleistet Im Trau«,uge schritten Magistrat, Stadtverordnete und d« Turuverein mit Fahnevlmütz. 1. Januar. D« Fürstbischof Dr. K o b n spendete dem burortiacn jüdischen Frauenverein 40 fl. In seinem Aufträge «schien der Domherr Dr. S l u g in d« Wohnung der Präsidentin und überreichte derselben diese Babe versönlicb. au» sonen auS allen Himmelsrichtungen daselbst ein, um sich bei dem Manu Rat zu holen nnd sich von ihm segnen zu lassen- (Die Dummen werden halt nicht alle!) *»«iGGrätz, 7. Januar. Borgesteru wurden in Smiritz d« Branutwemhändl« Löwy, dessen Frau und zwei Töchter «mordet. Sine dritte Tochter Löwys, die nur schwer »«letzt war. konnte die Namen der Mörder anaeben, worauf diese frstgenommen wurden. Sie hatten etwa 1300 Gulden in Baargeld al« Beute mitgenommen. . »«Mipestz. 27. Dezrmb«. Heute ist hi« nach längerem Leideu d« ehemalige Pädagog «nd Schriftsteller M. Ebreulheil im 89. Lebensjahre gestorben- Er batte mehrae Wer« in deutscher und hebräisch« Sprache geschrieben und jahrelang auch eine Zeitung für die ungarische Judenheit redigirt. _ 3« den russisch jüdischen Kreisen hegt »au auf Grund verschieden« Anzeichen die Ueonzeuguoq. die russische Re» aieruog Hab« zur Judenfrage in letzt« Zeit eine wesentlich o«. Lad«te Stellung genommen nnd ihre frühere schroffe Haftung aufgeaeben. Sn» ein« Rewyorker Lonespoudenz d« russischiüdffcheu Wochmschrift .Lhroaika Woschoda" «ht nun hervor, daß auch uut« deu nach Nordamerika etugewandertm russtschi» Inden diese Ueberzeugnag vorherrscht und eia »überaus lebhafte« Bestreben zur Rückkehr tu die ,Heimat" wachgeruie» hat. PetersMerg, 1. Januar- Dem ReichSrat ist nun das Projett ein« neuen Avotheten-Ordnung zur Prüfung zugegaugeu- Dem Bernehmen nach enthält dieser Entwurf die Bestimmung, daß die Zahl d« jüdischen *pothrk«lehrlingr in den Hauptstädten nicht 3 pLtaller in den Hauptstädten befindlichen Apotpekerlehr« linge, und io d« Provinz nicht 5 pL. der Gesamtzahl d« Apotherlebrlioae jede» Gouvernements überschreiten darf. Vaters»»»«, 10. Januar. Die nach dem Tode ihre» Redakteur«, A. Zederbaum, nur mit Unterbrechungen «. chienene hebe. Tageszeitung »Hameli," wird nunmehr «nt« d« stedatttoa de» früh«» ständigen Mttarbett«» Herrn L R a b - b i n o w i tz wieder regelmäßig erscheinen-

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