Jüdisches Familienblatt
- Journal
- Jüdisches Familienblatt
- Volume
- 1893
- Issue
- 51 (1893)
- Date
- 1893-01-01
- Page
- Seite 202 (sequence 4)
- Language
- German
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— 202 — Gfidethe« Le» 9an§ttu Während diese» t» de» Unterstnfrn «och nicht znr Behandlung kommt, komm jene» in den Oberstufe» ganz in Wegfall, «» scheidet «n». Di« Schüler, »elche aü dem Lesen de» Hebrätsche» noch zn «beitenhabe», find beisttelsweise für de» shfematische» Religion»nntrrrtcht »och nicht reif. Bet' der BiAseithzkeit der itroelischeu Ele» »eutarefele» Smun in dieser Beziehung nur allgemein« 4k» sichtlpnukte mit einer Rndentung über ei» Allgemein »« errei» charde» Ziel gegeben «erde». Dt« Förderung nach eine« genan nach Ltenien abgemessenen, allen Punkte» vorznschrettnnde» Plane zengt von Uuleeutnih unserer Schule» wie von leichtfertiger oder oberslüchlicher Keuntniß de» Gegenstand«». Die gleichmachende Schablone mag dem Einen al» bene««» Ruhekissen willkommen sei», st« wird aber dem Allgemeiuen znr Zwang»jackr, dt« all« geistig« Selbstständigkeit und jede frei« Entwickelung im Reim« erstickt. Da» haben schon unsere Alten in de« Satz«: »Alle» Gezählte »nd Gemeffen« rntbehrt de» Segen»,- gesagt, und alle Reister der Pädagogik, »t« Diesterweg u. a. haben solche Schablone und Uniformität scharf verurteilt.*) Beispielsweise ist die Schule in A. eine constante; der Lehrer ist iu der glückliche» Lage, seine Schüler »«meist vom Beginne bi» zum Schlüsse der Schulpflicht zu unterrichten. Da» war auch der Fall bei de« «eisten Schulen in den mittlere» Städten Rheinland» cnb Westfalen» vor zwanzig Jahre» etwa. Zwar war di« wöchentlich« Stundenzahl für den Unter, richttpla» vorgeschriebe», — aber der Lehrer konnte in dem etnzureichenden Lectionspla» da» 1» Red« stehende Fach znkdmmlich berückfichtigen. Der Zug an» de» Elementarnach de» höhere» Schulen wurde stärker; der B«rrchtignug»-Sch«i» für da» „Einjährig-FreiwMiaeentführt« dt« Knabe» gnt fitnirter Eltern de» Elementarschule« i» dir Gymnafie» und Realschule», -eine Erscheinung, welche gewtezt« Schulmänner also bezeichnet«: »di« untere» Klaffe» an de» höhne» Schule» leide» an der Wassersucht, di« Oberklaffe» an derSchwiudsucht". Auch viel« Schülerinnen schiede» früh an», um di« »ach und »ach in Auf nähme gekommene» »Höheren Töchterschulenz» besuche«. Für dt« Auiigeschiedenen, wie für die Zurückgebliebene» bewirkte die» «in« Zerrissenheit im Relikion»»nt«rrichre, und di« Leistung mnslte bei» besten Wille» der Lehrer znrückgehen. — > Die Schul« in B. hat etwa 10—IS Schüler; Stnfrnetteilung, Plan und Stoffverteilung «üffrn fich ganz ander» gestalte», al» in der Schn!« unter A. — Die Bariationen hießen fich »och weiter fortführeu. Und nun gar der Unterschied zwischen Elementarschule und Religionsschul«, wobei die aste an» viele» Umständen im Vorteil« ge^u di« letzt« ist. — . Wenn überhaupt dir Sentenz Güthe'» fich im Allgemeinen dezpnhrheitet, so trifft sie hier besonder» zn: .Eine» schickt fich nicht für »e.- Die Forderung der Behörden, «ach welcher e» keinem Schüler rm Religionsunterricht Mangel» soll, wird Jeder al» berechtigt H»b notwendig «erkenne», aud di« Israeliten habe» gewiß <M» heilig? Pflicht, mit allen zu Gebot« stehende» Mittel» die . Hferchfüfeung dieser Forderung zu verwirklichen. Di« gestellt« Mffgabe schließt zugleich di« Gewährung der Bedingungen ei», »elche» die Aufgabe auch gelöst werden kan». Haben die Anffichtsorgane dt« Erfüllung de» Gesetze», de» Religionsunterricht vorschreibt, z« fördern, so fie fich doch nicht unter alle» Umstände» berufe» «nd halte», über Stoff, nötige Stundenzahl, Ziel ac. di« Norm vorzuschrriben. Wie würde sich «in evangelischer lInspektor betreff» de» Religionsunterrichts einer katholische» und ei» katholischer Schulrat einer evanarltsche» Schul« verhalte»? Rit gleichem Maß« gemessen ist es billig daß über den Religionsunterricht der Jugend Staatsbürger nur berufen« nnd befähigte Männer NU- »ud'v«r»ahvmg MG» der eigen«, Konfession» als« Nwbstlmer nnd Gechror als Sachverständig« über da» Was »■* Wie zu befinden habe». Ebenso sollt« sich feto ftftfej in dieser hochwichtigen Anglegenheit hervordrängen. Wo sollt», «» anch hinauSlanse», wenn jeder, der etwa durch gesell.- schaftlicht Strllnng oder materiell« Leistungsfähigkeit zn eine«' Amte in der Gemeindeverwaltung gewählt, nun fich auch als- Gesetzgeber nnd Richter hinsichtlich de» Religionsunterrichte» befugt nnd befähigt glaubt«?*) Sollte fich nnu Herausstellen, daß obige Vorbedingung^ namentlich da» Zeitmaß, zu eine» erfolgreichen Religion»» unterricht« nicht genügend berücksichtigt sind — dann ttitt a». dt« Fachmiamrr di« Pflicht heran, einzeln oder in Gemeinschaft di« dahiuzielendeu Wünsch« wohl begründet an geeigneter Stellezum Ausdruck zu bringe». — Jeder thn« da» Sein«, und jedem da» Sein«, also anch. dem Reügiousuuterrichte die erforderliche Zeit für diw, notwendige» Zweige desselben! — Makkabißerfeft oder Weihefeft? Seit einige» Jahre» wird ein .Makkabäerfestgefeiert. Die- Urheber derselven sind die Schvärmer für eine tüttich« Nationalität^ / deren Fahne au» de» Farben der verschiedenen Staaten in alle» - fünf Seltthetlru zusammengesetzt ist, wo die Juden zerstreut lebe», f Diese» Makkabäerfrst ist bistorisch grundlo» und religiösunzuverlässta. Eine Mattabaer-Familie hat e» nie gegebrm sondern blos-i eine FamUie der Hasmonäer. Juda allein führte den Bei,:; namen »Makkabäer-. Die Bedeutung diese» Namen» ist nichts und es ist die Frage, ob er mit dem Siege über die Syrer' . rbinduug fett. Die übrigen Brüder desselben führte» andere Zuname». Der Later Rattachia» hieß der Hasmoaäer, - und dieser Namen allein ist es, der im Talmud, im Mdrasch und io der Liturgie erscheint. Auch gebührt Juda allein nicht der ganze Ruhm de« jüdischen Befreiungskampfes: sein« Brüder haben mstgekämpft und viel zum Triumphe über tte lyrische Gewaltherrschaft beigetraaen. Wie kann da von eine« Makkabäer» feste die Rede sein? Man ging sogar soweit, da» bekannte Liefen „}(omu rar jwcboMi“ zu einem Makkabäerlied« zu stempeln, wö rend dasselbe die wiederholte Befreiung Israel» befeudelt « erst in der letzte» Strophe der Hasmonäer gedenkt. Auch vom religiöse» Gesichtspunkte aus ist tte Feier eine». Makkabäersefe» eutscmedea uoznläsfig. < Da» Judentum feiert keinen einzige», sterblich«» Mensch») «nd kennt nur de» Preis und die Verherrlichung Gotte», von» dem allein Hilfe, Errettung und Erlösung komme». E« gkdtl kein Moses-Fest. kein David-Fest, kein einziges Fest, btfe&j ttelpunkt etn Mensch wäre. Das Purtm-Frst. wird nicht »achs her genannt, sondern nach de» Loose», die Haman zum b«-I ichtigteo Verderbe» der Jude» geworfen hatte. Der einziGU «nd richtige Name de» achttägigen Feste» zur Erinnerung, a»I den Seg der Hasmonäer ist Ehanuka, da» heitt: Weihe; die Reinigung de» Tempel« vom Heidentnmr und tte We " de« Kultus de» einzigen Gotte». Feiert eine» Helden acht Tage nach einander? -iuzip de» Judentum», daß Sott allein tte Ehre! aber einem sterblichen Wese», muß streng ein nie verletzt werden. Wäre die» nicht ntu al o hätte» wir gewiß, wie die karboliscl ste. Feste, an denen da» Andenken b . ert würde. Dt» Prinzip« de» reine»! wir die Verwertung der Kunst znr l ~ ” , E, wäre » V. l Angela am Eiuz en die» mtt aller, agoge nur Gelang und der Kunst entlebnt. ie nasei derselben Mr etwa den Sie Diese» i! hrt, ui « und rofität onotb«i»mu» haben well die. aber Plastik au» de« Lasset un» daher da» alt« > lsere» Jahrtausenden feiern, stimme» wir acdt Tage Hallel-Ä tte zu» Drei»« Gotte», aber nicht »um Ruhme eines i »«faßt find. Kein unbebräische» „vdög feg ölnooattm-. ,__ unser alt«, Ehanukal J.lli,.s *) »asfind dehoeziaenswerte Sott« uns««» hock stschenMitirckttlersn-gochan.»»«», derau» geretsjeri hittdoottrde»Aogei «nsttnKopf getroffen, wottmvmöfeo'l'j Matt: Sm fetze, «w sei» jüdischer «int Erzshbwa cm« de« 14. Jahrhundert. Eortsrtz, ». Ze»li»Ittz. — Beils» »er «nbfea, und von «. Tee» — Moskadäersefi oder Wtttzfests " . Rasch« » <fo.