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Jüdisches Familienblatt · 1893-01-01 · 51 (1893) · p. [Seite]

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Journal
Jüdisches Familienblatt
Volume
1893
Issue
51 (1893)
Date
1893-01-01
Page
[Seite] (sequence 1)
Language
German
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Jüdisches 18«». tzerau»gegeben von vr. Wl. in Magdeburg. Z«r Unterhaltung und Belehrung für die israelitische Familie. Da« W«mMen-wlatt"erscheint w u»defU»1r Idrmr» an» diese« Platte lt wöchentlich al» Vvntt» ->»rU«gr zur ,,S»varMtfchr« Machrnfchnift^ ist «nlrvfarit. — Di« Einzelnummer kostet 10 Pf», bei der Erveditio«. Do» Pedro «nd sei» jüdischer Minister. Historisch» «al km H. ZHetzanvert. Bo» Ad. ». ZrmliaSzky. »Stt. 17. Wahnsinn? ' In weiß« Sterbekleider gehüllt, baarfüßig, angethan mit ' Ken Tefilliu, hatte» fich die Inden Sevilla'« in den Synagogen versammelt, um weinend und wehklagend Buß« ,« verrichte», Psalmen zu sagen, Gott anfleheud, er möge die drohende Gr- Hahr von ihnen abwendeu. . Sestern hatte fich da« Gerücht verbreitet, daß der König und Don Samuel noch am Leben seien, daß sie einen Fluchtversuch unternommen, welcher jedoch mißlungen sei, und nun Don Heinrich de» Befehl erlheilt, sämmtliche Jude», die Urheber diese« Fluchsversuche« seien, müßten mit affung ihre» sümmtlichen Eigenthum» biune» vier Woche» lieu verlaffe». Wie überall so hatten ste fich auch i» den verschiedene» gen Sevilla'« eiugefnndeu. In der großen Synagoge stand Rabbi Santob Lüb auf »lmemor, umgeben vo» de» »eltrsteu der Semeiude, und l noch uirmal» wir au diesem Tage stiege» die Gebete grr und aufrichttger zu Sott empor. Wird Sott dir Bitten dieser frommglaubigen Schaareu «hürru? Doch wa» ist da«? Di« Klagerufe verstummte» plbtzlich, ein betäubender durchdriugt die Räume de» Sottesthause«, Alle« drängt de« «u»gauge zul Doch ebenso schnell weiche» fie wieder und i» der jetzt gebildeten Safte erscheint — der KSuig Pedro, an seiner Seite Don Samuel. »Fürchtet nicht» mehr" rief der König, daß e» vo» den wieder hallte, »dieser Tag hat für euch mit Trauer Wehklagen begonnen, ec ende mit Feude und Lust. Ich, König, bin wieder hier und will euch schütze» wie früher." Alle« drängte fich a» den König Hera», u» ihm ihre un. lte Freude über seine glückliche Befrei»», zu bezeigen. Sofort war Rabbi Santob Löb an di« Bnndestlade geöffnete dieselbe und die Semeiudeültesten, au ihre, Rabbi, gingen de» König mit de» Sephorim de, feierlich entgegen. viele» Jahr«» herrschte in Sevilla nicht solcher Indes wie 'an diese« Tage. .Rückkunft de« König» nud Don Samuel« war ihnen Gewähr für ihre fernere Ruhe. fich der König in seine» Palast zurückgezogne Don Samuel von einer großen jubelnde» Mr»> IJ—i»gt nach seinem Hause begleitet. der »Wo ist Joel?" fragte Rabbi Santob Löb, der an der Sette de« Minister» ging. Ein schmerzlicher Zug ging über Do« Samuel« Antlitz. »Ich glaube, wir haben ihn verloren" sagt« er ernst. »Trotz Zusprechen von Seite de« König» und der meinen wollte er nicht mit «n» kommen. Er blieb zurück, versprach jedoch baldigst uachzukommen, wie Ihr seht, kam er nicht. Er ist ei» settener hochherziger Mensch. »Wie finde ich alle» zu Hause? Joel hat mir mitgeteilt, daß die beide» Mädchen mit Gabriel genöthigt waren, Sevilla zu verlaffrn, um nicht tu die Gewalt Don Heinrich« zu falle». Ich danke Euch, Rabbi, daß Ihr so fürsorglich Euch meine« Kiude« angenommen habt. Wo mag fie jetzt weilen, vielleicht nmringt von Gefahren." »Ich glaube nicht. Gabriel hat mir mitgeteilt, daß fie vorläufig in Sicherheit stten," entgegnet« der Rabbi. »Möge Sott Eure Wort« zur Wahrheit macheu." Wenige Tage nur bedurfte e«, um die gewohnte Ruh« tu Sevilla wieder herzustellen. Don Heimich hott« Toro verlaffe» und schon glaubte man ihn für immer au« Spanien entfernt, al« plötzlich dt« beunruhigende Rachricht einriet, Trastamare sei an» Frankreich, wohin er geflohen, zurückgekrhn und nah« fich Lastilien« Hauptstadt mit einem staatltchm Heer«. Doch auch die Macht Eastilie-t« war nicht genug, vcqu noch die von Maria dePaftilla geworbene» 5000 Hilf»truppeu zu zählen kamen. Mt ihnen vereinigte» fich der größte Theil der Bürger und fast sämmtliche mit Helm, Panzer und Schwert ausgerüsteten Inden Eastilien». Und so vereinigt zogen fie gegen Toledo, nachdem Dou Heinrich fich erst dieser Stadt zu bemächtigt» gedacht. Doch auch Tolttw hatte fich für den Angriff gerüsttt, und mit starken Verlusten mußten die Angreifer immer znrückweichen. Schon wollte Don Heinrich unverrichteter Sach« abziehen, al» ihm durch verrat von einigen seiner in der Stadt befindliche« Anhänger eine kleine Mauerpfortr geö ffnet wurde, iburch diese drang er jetzt mit seinen wilden Schaaren ein. Doch nur der Vorstadt konnte er fich bemächtigen. Sie überfiele» die in ruhigen, sorgsam» Schlummer befindliche» Einlvohner »nd mordeten die Wehrlose». An zwölstausend Männer, Frauen und Kiude», darunter zum große» Teil« Jude», fiele» al» Opfer Vieser Metzelei. Die heldenmütige Bertheidignng der Jude» »achte eö Do» Heinrich unmöglich, fich der Stadt selbst z» bemächtigen und i» wilder Flucht zerstob jetzt da» Heer und verließ den bereit» besetzt«, Teil der Stadt, al» di« Nachricht eialangte, Do» Pedro komme mrk eine» großen Heere der Stadt ,» Hilfe. Scho« nächste« Tage« zog der Känig in Toledo cfe, von \ttats zahlreiche, Anhänger» frendtg begrüßt. ■— —

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