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Jüdisches Familienblatt · 1893-01-01 · 50 (1893) · p. [Seite]

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Journal
Jüdisches Familienblatt
Volume
1893
Issue
50 (1893)
Date
1893-01-01
Page
[Seite] (sequence 1)
Language
German
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3) Herau-gegeben von Dr. fR. N«h«er in Magdeburg. Zur Unterhaltung «nd Belehrung für die israelitische Familie. Dar „Jüdische Mnmwrn-Dlntt" erscheint wöchentlich alr Ormti» »Beilage zur „Ivvaelttifchen Wochrnfchrtfk- Jeder unbefugte «nchdvuid au» dtrfrm Vlnttr ist «utevfilgt. — Die Einzelnummer kostet 10 Pfst. bei der Expedition. Do« Pedro «nd fei« jüdischer Minister. Htstettsch« «rMl»„ de» 14. Ietzchnnvett. von «d. v. Zemli»«jkv. (Fortsetzung.) Vergeblich waren die Nachforschungen Gabriele. Nirgend; konnte er eine Spur der Entflohenen finden. Wohin kann der Elende mit den Mädchen sich gewende Haben? fragte fich Gabriel immer wieder. Rathlo» und verzweifelt ritt er au den Ufern der Ebri «nfwärtS. ohne nur zu wissen, wohin er gelangen werde Die» war ihm auch gleichgiltig. Da gewahrte er in der Ferne ein Schiff, da» auf den blauen Fluten des Flusse» hinabglitt. Ganz deutlich konnte er schon die Bewegung der ii da» Wasser fallenden Ruder erkennen. Diese» Schiff wollte er anrufen; vielleicht konnten die Leut: ihm LuSkunst über -die beiden Mädchen geben. Doch schnell hatte er fich wieder ander» besonnen. Er wollte erst dai> Schiff ganz io die Näh« kommen lassen und beobachten, we- »«iß, wa» für eine Sötte von Menschen er dott antreffen würde. Und dieser Eingebung folgend, zwang er da» Pferd znr Erde nieder und barg fich hinter dessen Ikörper nur mit dem Kopfe hervorlugend und da» Fahrzeug auf dem Waffe: scharf beobachtend, ohne befürchten zu müssen, selbst gesehen zu werde». Da» Schiff kam immer näher und jetzt erst konnte ec fich überzeugen, daß seine Lorficht vollkommen gerechtfettigt schier. Vier bewaffnete Männer handhabten die Ruder, währe») ein fünfter unthätig an einen kleinen Mast gelehnt, aufmerksam da» Ufer entlang überschaute, al» suchte er irgend etwa» gestimmtes. Ein sechster Mann saß am Rücktheil de» Schiffe» und hielt da» Steuer in den Händen. Gr mochte wohl der ^Inhaber oder Führer de« Schiffe» sein. Man sah e» ihm an, daß er zu de« Anderen nicht gehätte. Und abermals war da» Schiff um «in bettächtliche» näher gekommen und jetzt erst erblickte Gabriel am Bordettheile de» Schiffe», zwei Frauengestalten nebeneinander fitzen, fich fei «nschlungrn haltend. Eine vlutwelle ergoß fich nach Gabttel» Erficht und itig hielt Gabriel in dem Augenblick, al» da« Schis sh» vorüberfnhr, selbst den Athen» an, al;?Un<tete er von Insassen de» Schiffe« gehött oder gesehen zu werden. Jetzt bog da» Schiff um eine kleine Sandbank und enild de» Blicken Gabttel», ans diesen Moment schien ,r zu haben, denn eilig sprang er vom Boden auf, srtz:e ans de» Rücken seine» Pferde» und pfeilschnell sauste ,r in der Richtnug die da» Fahring genommen. habe fie gefunden' rief er »und ich werde fie nicht 1». In Toro. Dunkle Gerüchte verbreiteten sich plötzlich in ganz Eastilien. Woher fie gekommen? Niemand wußte e». Der König, so hieß e», und sein Minister Dou Samuel würden von Don Hetnttch gefangen gehalten in Toro. Matta de Padilla hatte darum gewußt und wollte den König befteien. Alle» war bereit» zur Flucht vorder«'et. Doch durch die Wachsamkeit ihre» Wächter» wurde die Flucht in dem Augenblicke vereitelt, in dem der König im Begttffe war, da» Gefängniß über ttne Strickleiter hinab zu verlassen. Mehrere der fremden Söldner wurden in» Gefängniß geworfen, da sie im Verdachte standen, um den Fluchtplan gewußt zu haben, Und diese« Gerücht beruhte auf Wahrheit. Joel selbst war e» gewesen, der Don Heinrich die Anzeige erstatttte. Man hielt im Gemache de» König» Nachschau und fand dorr eine seidene Stttckleiter, Werkzeuge und dergleichen. Da» Eisengitter am Fenster war bereit» durchfeilt, da» Mauerwett zum Theile durchbrochen. Die bttden Gefangenen wurden in ttn andere» Gefäng» niß gebracht und Don Heinrich tttumphirte, indem er gleichzeitig Joel für seine treuen Dienste eine große Belohnung in Aussicht stellte. — — — — — — — — — Ein heftige» Gewitter hatte fich eingestellt. Wild peitschte der Sturm den Regen an die Fenster und fern grollte der Donner in den Bergen. E» war Abend al» Joel bei den Gefangenen eintrat. Beide schauten ihn mit seltsamen Blicken an, welche nur zu deutlich den Sturm in ihrem Innern verrieth. »Ihr seid mir böse, Don Samuel" sagte er traurig, „Ihr habt kein Bertrauen zu mir!' .Wenn ich jemal» mein ganze« Bertrauen irgend einem Menschen auf dieser Erde geschenkt hätte, Ihr wäret e» gewesen, Joel, und doch Euer gestriger Berrath' — . „Sprecht nicht wttter, ich will nicht, daß Ihr später böse Worte bereuen solltet." „Hört! Matta de Padilla, vielleicht die Einzige die e» wußte, daß der König noch am Leben, die es durch mich erfuhr, fie hatte einen Fluchtplan entworfen, der aber nimmer gelingen konnte, und gerade darauf baute ich den Plan für Eure Flucht. Ich sertteth diesen Plan-an Don Heinttch und nachdem er fich überzeugt, daß ich ihm die Wahrheit berichttt habe» konnte er mir in kttner Weise.mißtrauen; im Gegeathttle, er ließ mich nicht mehr überwaqeu; und daß ich beobachtet wurde, wußte ich. Doch nicht die» allttn war mein Zweck. Ich mußte Such "Traf Urin -Thurmaemachr entfernen, und die» war weder mit Stttcklefteru noch sonst auf et« andere «tt möglich, al» die von mir gebrauchte. Ich mach«/ Don Heinttch darauf aufmerksam, daß fich der Fluchtversuch aar bald wiederholen würde und dann vielleicht trotz der strengsten Beaufsichtigung gelingen könnt«, und tttth ihm, Such hierher in diese» gänzlich »tt Sisengittern nmgebene Gessch

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