Jüdisches Familienblatt
- Journal
- Jüdisches Familienblatt
- Volume
- 1893
- Issue
- 49 (1893)
- Date
- 1893-01-01
- Page
- Seite 94 (sequence 4)
- Language
- German
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,Hhr werdet nicht sterbe», Rabbi, doch we»» es Gott bttchloffen, so »Ul ich «Per Gebot erfüllen." „Ich danke Dir, n»d jetzt bevor D» gehst «nd Wir ans immer von einander scheiden, bitte ich Dich, tm» hente ton Mitternacht hierher in «ein Han», um «it «ir r» beten. Jetzt leb' wohl/' 1V. -es» »de». «ns dem Wege »ach Tudela reitet ein Man» langsamen Schrittes dahin, ist» ist Gabriel. So sehr er fich danach sehnt, zu den beiden Bttdche» so schnell wie möglich zu komme», so kam er doch »ar langsam vorwärts, da sei» Pferd derart erschöpft ist, daß «ö nur «it Müh« vorwärts konnte. Er war in Sevilla angekommen und hatte sich sofort zu Rabbi Santob Lüb begeben, woselbst er jedoch zu seinem Schrecken erfuhr, der Gesuchte sei abgereist und werde erst in einigen Tagen wiederkommen. Die Ungeduld verzehrte ihn schier. Er wußte dott in der Ferne die arme» Mädchen sich ganz allein überlaffe« und mit Schrecken dachte er daran, daß es den Verfolgern vielleicht gelinge» könnte, ihre» Zufluchtsort auSznforscheu. Schon wollte er wieder zurück, doch daun hätte er die Reise nutzlos gemacht und so mußte er in fieberhafter Ungeduld warten, bi» der Rabbi endlich heimkehtte. „Wo habt Ihr die beiden Mädchen", fragte der Rabbi erschrocken." .Wir haben eine Zuflucht gefunden", entgegnete Gabriel. „Und doch, wenn ich denke, daß ich schon so lange abwesend von dort, was kann nicht Alle« geschehen sein. Ich'kam, nachdem ich keinen Boten fand, selbst, um Euch zu fragen, was ich jetzt beginnen soll. Judith ist gänzlich erschöpft." - .^kehret langsam wieder zurück'«, sagte der Rabbi nach einigem Nachdenken „Eure Verfolger find hier nicht zu fürchten. Doch nach Sevilla kommt nicht. Geht rach Toro. Von dott verständigt mich von Eurer Ankunft, ich glaube, es wird bald Alles wieder gut werden. Ehe ich «ich von Euch trenne, will ich Euch noch mitteil«», daß ich in Ettahrung gebracht habe» daß Euer Verfolger Erwin Abners heißt, da« Andere ist Eure Sach«, jetzt lebt wohl «nd eiltt zu den Mädchen." Und Gabttrl hatte fich sofort ohne Aufenthalt ans die Rückreise begeben und tttt unaufhaltbar vorwätt». Raum zwei Stunde» von Tudela entfernt, stieg er vom Pferd«, daß ihn nicht mehr zu tragen vermochte und müden Schrittes ging er dahin, während fein Pferd, ebenso ermattet, hinter ihn folgte. „Werde ich fie noch antreffen?" war immer der Gedanke, «it dem er fich beschäftigt« und eine eigenthümlich« Unruhe blmächtigt« sich seiner. Sr fühlte da» Slot in einen Adern httßer rollen und die Füße waren ihm so bleiern schwer, in seinem stopfe verspütte er einen gar eigenthümlich«» Druck., Rein Gott, wenn ich jetzt krank würde, sagte er vor fich hin, doch nein, es darf nicht stto, es wäre fürchterlich." Jetzt hatte er eine Anhöhe erreicht und wäre es nicht Rächt gewesen, hätte er das Städtchen mit seine« Blicken überschauen können. Es war gar so gewaltig finster ring« umher. ,Ma» war das?" Gabriel blieb wie gebannt stehen. Dott unten war plötzlich ein Lichtschimmer zu sehen, der fich immer «ehr vergößette. „Das ist ei» Feuer in Tudela", schrie er und in wahustuuig» Angst sprang er auf den Rücken seines Pferdes »nd jagte über den steilen Abhang hinab, jeden Augenblick in Gefahr, mit seinem Thiere zerschmettert zu »erden. In Wiudereile ging es vorwätt«, bis er da» Städtchen «reicht hatte. Die« war die letzte Anstrengung des treuen Tl iere«, dasselbe stürzt: um nicht wieder aufzuftehen. Gabriel erhob fich vom Loden und eilte vorwärts, bis , endlich -Leuten begegnete, di« auf den Brandplatz eilten. „Sßo ist das Feuer" ritt er keuchend. „Das Hans des Rabbi Zadit Meffulani ist in Flammen." -r bald hatte er auch den Blad erreicht. Da« Hau« war bi« zu» Lode» »irderg«bräunt und riesig« Flaume» zün noch an de» hohe» BiKune» empor, bis anch diese li" gleich riesigen Fackel» flammten. All di« Bewohner mustandeu di« Stätte des.Ungl doch »gr hier jede Hilf« vergebe»«. .Mo ist der Rabbi? «o die bttden Mädchen? bindfle'j retttt?" Doch nur tranttge Blicke gäbe» ihm Unterart lautlos stürzte er zu Lode». — — — — — Al» er wieder stt» Lewußtstt« erlangt hatte, lag er im Lette, in Hanse de» Abraham Leugnala, der an stt» Lag» saß. „Wo find di« beiden Mädchen? Hat man sie gefunden^ Sind fie gerettet,"' war sttn erste» Frage» „Die Mädchen find verschwunden", sagte der Gefragte,- «an fand die halbverkohlte Leiche des Rabbi Zadik Meffulam.s Gabtttt erbob fich von seinem Lag». ,Lch jdarf nicht krank stt», sagte », muß sie wieder find», Wie war es nur möglich, daß solch ttu Unglück geschehe» konnte." „Eine ruchlose Hand hat das Feuer angelegt" antwo Abraham Lenguala. D» Rabbi wurde »mordet!" „Ermordet!" ,.Ja wohl, seht bitte« Meffer fand man i» sttn» Brust.' Gabttel griff nach der Waffe und stieß ttur» Schrtt ans.' „Dies ist Abners Reff»" ttef » „Ol ich w»d« ihn find«»: diesen Elenden, ich muß ihn finden und kostete es mtt» Lebens Jetzt »st «zählte ihm d» alte Mann von d» Ankmrft d» fünf Fremden im Orte und wie » die bttden Mä retten wollte, jedoch dies« seien ihm zuvorgekommeu. „Weiß Niemand welche Richtung fie ttngeschlageu?" fragt« ct j „Mehrere Bewohner unseces Ortes habe», als fie Braudplatz« eilten, die Trupp« begegnet, die dott htuüb» nach' dem Gebirge ritt." ,Hch bitte Euch" sagte Gabttel dringend, ,,hi» habt Jhr^ Geld,»»schafft mir ein tüchtige» ausda»»nd«s Pferd, ich fie ttuholen." „Sern will ich Euren Willen thuu, junger Man», bedenkt, Ihr sttd allein und dott fünf Bewaffnete, sttd entkräftet, krank. — Ruht zu mindest noch hente morgen früh könnt Ihr dann aufbrrcheu." »Ihr habt Stecht', sagte Gabriel, „ich muß bleiben, diese Elenden, fie werden fich sicher glaube» n»d wohl d» Ruhe pflegen, da fie ja mit de» bttden Mädchen nichts schnell vorwärt» kommen känneo." , Andern Morgeu» verließ Gabriel di« frru»dltche» wohner von Tudela und machte flch au die Lerfolgmtß Räuber. (Foetsetzong fotzt.) jj Z» Eha««ta. \ Was hat einst der Tyrannen Wut Gen Juda't Stamm doch anueiacht- Daß ne gebrochen gaiu den Mut, Den Niedergang dem Lolk gebracht? Weil wir Gesetz vom Himmel habe». Für alle Mensche« g le ichr» Recht. Gttetz «nd Reckst ab» begraben Hat einst de« Wüth»ich's Geschlecht. In lichtem Schimmer heut' «glänzen Die Mackabäer. die gebracht Den Steg uns, und mit Licht bekränze» Wir fie, die uns befreit au» Rächt. Und unt» festlich lichten Flammen Schreitest Du, mein Volk ttnher. Die Lehren, die vom Himmel stammen Erlöschen nie und nimm»mehr- Sie geben straft Dir, stet» zu stegen Zu ringen Dich durch Nacht zu Licht. Wenn Feind« meuchlings Dich bekriegen, — Der Gott de» Licht» vergi^Dtth Mcht^ Jtchatt: Do» Pe»r» „» fei» tsvifchrr »inister. lkrjjylnäg m» tk-m 14. Johrhuadert. ^Foittetz^ogl ». S * ■ II i» ♦ t» — fl» Ctzonnti. Bo« L.rantworl. Redakteur: l>r. Raumer Magdeburg. Lrua: Fneorich Rasche » v,. R'agvebburg. Verlag Roder: Fries»