Jüdisches Familienblatt
- Journal
- Jüdisches Familienblatt
- Volume
- 1893
- Issue
- 49 (1893)
- Date
- 1893-01-01
- Page
- [Seite] (sequence 1)
- Language
- German
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w 49. es 18»» in Maadebnra. Httau«gegeben von vr. 3«r Unterhaltung und Belehrung für dte israelitische Familie. Da» „RSdtfchr Mnmwru-Vl»«" erscheint wiche atlich als Uvatio-Weilcgr zur ^»ovarüttfchru Machenfchoifk- »ntv BBtfftogfe »achdouckl au» diesem »lattr tft uureofart- — Die Einzelnummer koste: lo Pfg. bei der Ervedition. Don Pedro und sei« jüdischer Minister. Historische «rzähln», de» 14. Jehrtzundert. vo» Ab. ». Ze»lia«zkv. (Aortsetzuug.) „Wenn e» Rächt wird, da beginnen wir zu graben ond zu schauselu, doch wird e» wohl noch lauge dauern, bi» »rtt fntig sein werden, und daun eine» schönen Morgen» erscheint Don Pedro und Don Samuel wieder in Sevilla." „3mI, durch Deinen Opfermut rettest Du uu» Alle t ot sicherem verderben." „H bah, nicht der Red« wert" sagte Joel." „Doch wenn man da» Rett«ng»werk frühzeitig entdeckte, wa» dann?" »Menu Gott selbst dagegen ist, find unsere Anstrengung en »«sonst", sagte Joel ernst „ond unsere Köpfe find der Pvi» für da» Wagni«. Doch find unsere Vorkehrungen derartig, daß e» thatsächlich ein« Unmöglichkeit genannt werden könnte, entdeckt zu werden. Der Gang beginnt im Keller der Brü!«r Ptncha», dortselbst kam uns gar sehr eine au» alten Zeilen noch herstammend« Listerue zu statte«. Dieselbe zieht sich läng» der Festung»mauer hin, und al» wir selb« endlich Vinn Schutte freigemacht hatten, glaube mir, «»war ein gar fchöte« Stück Arbeit, kamen wir erst an den schwierigsten Teil »nseier vorläufigen Aufgabe, nämlich da» Fundament der Ringmar er »» durchbrechen, und gar viele Wochen »och wird «» danein, di» wir damit zu Stande kommen, den« gar vorfichtig und »eräuschlo» müsse» vir tief drinnen im Schoß« der Erde uns« Arbeit verrichten. ,Ma» ich Dir hiermitteilte, darüber, ich brauch' e» Dir w« hl nicht erst zu sagen, beobachte strenge» Sttllschweigeu. Niemand, selbst die treuesten Anhänger de» König» und Do» Samuel« nicht dürfen e» erfahren. J„ e» an der Zeit, so solle« fie reckst, zeitig verständigt werde». E» steht alle» auf de« Spiel«. Hat Don Hrinrich nur die leiseste Ahnung vo» eine« beebfichtigte» Fluchtversuche, dann läßt er ohne varmherzigkeit Me Hüde» bereit» Totgesagten hinricht»». Nebstbei »och natürlich, würde ich und »eine Genoffen bei der Arbeit ebenfall» zum Abschied von dieser Welt gedrängt werden. Roch Ein», eh« ich g«i *: Hast Du meine Warnung bettest» Judith tthalteu 9" „von Dir kam sie also?" ,L« wohl. Ich Hab« in Toro Kenntni» davon erlangt, daß der Spion de» verflochten beauftragt wurde, Judith »e. zu nehmen and darum schloß ich «ich anch der kleireu an, um vielleicht in irgend einer Weise hiGz» zu für den Fall Du «eine Warnnng zu spät erhallen solltest, oder irgend ein ander« widriger Umstand Zn« Abreise verzSgert hätte Wohin habe» sie sich gewendeif" „Ich weiß r» nicht, jedenfall» find fie benit» fern von Sevilla." „Schade", flüsterte Joel. „Der Spion wird fie gewiß verfolgen und wird fie vi:lleicht auch einlwleu. Wären fie aber hinüber in da» Hau» der beiden Alten, dort hätten fie eine sichere Zuflucht gehabt. Dieser Abner» wird nicht früher ruhen, bi» er Judith erreicht." .Ist die» de» Spion» Name, den Du genannt hast?" .Abner»?" „Ja wohl, so nennt er sich. Ob e» sein wirk» licher Name, wer soll die» wissen?" „Gar sonderbar find Gotte«, Fügungen", sagtt der Rabbi. „Gabrielwill, wenn e« notwendig', diesen Abner» in der ganzen Welt suchen, und jetzt flieht er vor ihm immer weiter." „Und ist e» nicht sonderbar, daß wir die beiden Mädchen augettoffen haben, al« sie ihn Flucht antrate», daß der Spion mit ihnen sprach und fie dran unbehelligt ziehen ließ, unge» achtet tt eben uur zu dem Zwecke hierherkam, um Judith gefangen zu nehmen." »Jetzt leb' wohl, ich rnuß zu meinen Gefährten zurück, sonst werden sie ungeduldig." „Leb' wohl, Joel, und Go t segne Dein edle« Wert und lasse e» gelingen zum Wöhle von — un» Allen." „Amen, sag ich. Leb' wohll" Wenige Minuten später befand er sich wieder au der Seite sein« Genossen. mit welchen er jetzt tief in Gedanken versunken die Richtung nach Toro einschlug. Doch schon auf halbem Wege trafen sie aus den Spion» der fich rasch vom Boden erhob. „vier von Euch müssen mit mir" rief «r ihnen entgegen, „bi* Anderen kehren einstweilen in die Festung zurück und melden Don Heinrich, daß da» vvglein benit» ausgeflognt war, ich sei jedoch auf der Spur und gar bald hoffte ich, es zurücktzubring'M. Du, Roter", wandte n sich an Joel, „Du gehst anch mit mir." ,Fann nicht i Muß heut« noch zu meinen Geangene» zurück. Würden mich morgeu früh gar sehr vermissen und Don Heinrich würde e» mir gar sehr entgelten lassen." „Du kommst mit mir» ich brauche Dich." Joel war unentschlossen. Wenn der Spion Judith traf, kount« « sie alle au» seiner Gewalt befreien, ilnderersrit» aber durste er fein begonnene» Werk nicht deu» Zufälle prei «gedeih ein einziger Tag konnte hinreichend sein, um Gefahr zu erzeuge», geschweige denn, wen« er längere Zeit von dort abwesend bleiben sollte. Ueberhaupt mußt« ja der Spion ohnehin Judith nach Toro bringe», für den Fall, daß et JU einholte» und dann hatte er gewiß leichte» Spiel. „E»geht nicht", sagte er laut, „ich muß »ach Haust zurück^ „Ei, so geh", sogt« der Spion unwillig. ..werd'» wohl anch ohne Dir ««»richten," und eiste mit seine» Begleitern de« Wag ans btt Landstraße entlang »eit«, sein Pferd am Züg» führend, während die übrigen seitwärt» den Walbneeg «inschügM.