Jüdisches Familienblatt
- Journal
- Jüdisches Familienblatt
- Volume
- 1893
- Issue
- 48 (1893)
- Date
- 1893-01-01
- Page
- Seite 190 (sequence 4)
- Language
- German
- Belongs to
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draußen vor der Stadt ans «ich, Hab noch einen Heine» Besuch bei «einer Liebsten z» mache», da ich gerade hier bin. Bald komme ich zurück un» gehe« zusammen »ach Tor», nm Don Heinrich Bericht über unser« Lrpeditio» zu erstatten." Die Lameraden lachren und entfernt«» sich »it dem Bersprechen auf ihn zu warten. Der Roth« aber ging rasch, er mochte hier gar gut bekannt sein, über den große« Hanptplatz, bog in eine . Seitengasse ein und stand bald daranf vor dem Hause de» Rabbi Santob £96. Sr klopfte an di« Thür und der Rabbi selbst kam um zu öffnen, da seine Familie bereit» zur Ruh« gegangen war. 81» er den Lriegrknecht erblickte, wollte er rasch wieder schließen, doch dieser, auf solch' einen Empfang wahrscheinlich vorbereitet, hatte rasch sein Schwert in die Thürspalte gestemmt und drückte jetzt mit seinen breiten Schultern an dieselbe, um sich den Antritt mit Gewalt zu erzwingen« Drinnen ougelangt, schloß er die Thüre hinter sich zu und eilte jetzt dem Rabbi »ach, welcher fich in die Stube geflüchtet hatte. In der Borstub« ergriff er ein Beil, um sich gegen einen Angriff vertheidigen zu können. ,,Wa» wollt Ihr von mir?" „Ohne Sorgen" lachte der Roth« gemütlich und warf fich mit einem lauten Gelächter in de» Rabbi Lehnstuhl. Kennst Du mich denn wirklich nicht?" fragte er. Daun entfernte er schnell da» entstellende Lopf- und Barlhaar und der Rabbi, einen Freudenschrei aukstoßend, warf sich an die Brust de» Roten. „Joel," rief er, „Du bist e»! Hab' schon Deinetwegen tausend Aengste auSgestanden. Und warum diese Bermummung, ist ja nichr Purim." „Schau Rabbi", sagte Joel treuherzig, „ich habe mir redlich Müh« gegeben, doch ich tauge nicht zum Schalksnarren und daun ist e» auch heute nicht mehr nötig. Sieh, al» ich erfuhr von der Reise de» König» und Don Samuel», da ahme ich sofort, daß Don Heinrich ein schlimme» Spiel spiele» wollte und ich mußte dabei sein, vielleicht konnte ich helfen. Al» die Söldner nach Toro abgingen, wurde ich einer der ihren und ging mit ihnen, meine Rechnung hat mich nicht betrogen." „Und warnm da»?" „Warum?" „Ja steh, hier wäre ich ganz unnütz gewesen, nud dort in Toro konnte ich gar manche» verbringen, wa» dem König und Don Samw:l nützlich." „Ich weiß, Joel, Du I>ast ein gute» große» Herz. Doch Drin Opser tonnte de» Beiden nicht viel nützen. Sie find tod l" Joel lachte vergnügt vor fich hi». „Tod? Da» bircheo Verlust an Freiheit abgerechnet» befinden fie fich sogar sehr wohl," sagte er. „Wie, Don Pedro und Don Samuel sind am Leben? Täuschst Du Dich nicht, Joel?" „Täuschen! Verkehre doch tagtäglich mit ihnen. Lin der roheste, ungeschliffenste Geselle von Allen, der uameMlich einen grimmige« Haß gegen den König und Don Samuel ^gt« und deshalb wurde ich auch mit der Bewachung der Gefangenen betraut, und kann fie, ohne eine» Lerwei» befürchte» zu müssen, »ach Herzenslust quälen und peinigen. „Sodl" „Ei ja nud Du kannst Dft gar nicht denken, wie sehr die Beiden auch mich wieder Haffen. 8» ist ein ordentliche« Vergnügen dieser ewige Kamof.. Wie oft schon haben st« da« Berlaugen nach eine« anderen Wächter laut werden lassen, doch Don Heinrich schlag e» immer rundweg ab and belobt« mich wegen meiner Wachsamkeit." „War Du erzählst, Joel, kann ich nicht glanbe» und ich fürchte, Dein Geist ist verwirrt." „Fürchte nicht«, Rabbi, sei außtr Sorgen, mein Kopf war nitMul» frischer al» eben jetzt, obwohl e» lei, Wunder wäre, hättest Du recht. Zugrben will ich Dir aber, daß er etwa» »«sicher steht, and ragtäglkch dieMigkichkeit näher her- L-iautwoel. Redakteur: Dr. Rahmer Magdeburg. Drnck: Frt edr aMritt, daß ich ihn zu «eine« Füße» snche» muß. die ganze Sach« ist ein« abgekartete »wische» de» Ülefangrnen und mir nur dadurch, daß ich mir de» Ansä gab, all quälte ich fie nach Herzenslust, nur dadurch konnte I mich in ihrer Rähe behaupte» nud auch bi» heute ihr erhalte». „Und nicht unthätig bin ich die Zeit getveseu, welch« von de» Gefangenen fer« hieft. Ich habe gehämmert, gemeißeb und gegraben und da ich in Toro so ziemlich freie Hand habe, ist «» mir gelungen, gleich einem Maulwurf, von auß der Festung einen Gang unter der Erde zu graben, briden Brüder Pincha», sowie noch einige unserer Glauben«' gmoffea, di« lauter und rein wie Sold, fie haben freudig.-^ eingewilligt, mir an dem eben nicht leichten Stück Arbeft zuhelfe» und fie hielte« ihr Wort. Sie wissen, daß ihr Leb».; in Gefahr, doch da« kümmert fie nicht, fie »ollen de« König Ä und Do» Samuel befreien oder hierbei zu Grunde gehe«." (grottfctMg folgt.) Prolog tu einer Wot,llhätt«reit»»orste»uu« *w Cfewuf«. 8»» St«[ Lohen-Wersche». Sillkommen all', dir Ihr zu diesem Feste In reicher Zahl zu uns auommen auch: »ilt's^ute doch da» Edelste, da» Beste ju wirken, wie e» seither Inda'» Brauch. Be e» hieß, dem bttt ren Weh' zu steuern, erm Stamm ein willig Ohr man fand, ora Wort dadurch stet» zu erneuern: ieß dem Armen nicht die milde Hand." De« Flammenbusch auf Horeb» heil'gem Orte. Da Israel der Sklaveafeffelu frei, Erklangen für uns hehre Gottesworte: »Du klm>e» Volk! ein Priesterreich stet» sei." Ja, dieser Ruf, er führe dich in Stürmen, Er sei dein Leitstern In der dunklen Rächt; Wenn Wetterwolken dräuend dir fich türmen, Trostreich er spricht: »Der Hüter Israel» wacht!" Vom Horeb zog nun Israel von dannen, Propheten gleich nach allen Ländern hin. Um falschen Glauben, Haß und Leid »" bannen, Reu zu belebe» den erschlafften Sinn. Mt seiner Thora «armen FrÜhiia»»strahlea Bracht' e» dem Glauben erst da» wa«e Licht; Und wiederum die schwersten, größten Qualen E» oft für feinen Glauben nur erstO. — Und dennoch mußt' e» stet» da» Gute üben, Äo bttt'rer Haß ihm naht und finstrer Groll. .Den Rächst««, wie fich selbst, stet» treu zu lieben" Bracht' e» der Menschhett um al» schönsten Zoll. De» Nächste» Woble willig sich zu weihen- Staad Israel in fester Emtracht da; Und freudig trat e» in die KaamfÄtreihe«, Wen» e» den Glauben in Gefahren faß: Thauuka heut! Wie strahlet «» hiutedea, ,O Israel, wie lieblich ist dein Haust" Au» diese« süße», holde» schöne» Frieden Folg' mir im Gttst auf» Schlachterttrld hinaus. Steh', wie mit ihre» Fahnen stemwich schreiten DieMakrabäerhin»» de« Lltur; Sie künde» Dtz, daß Gott in schwere» Zetten Dein fich'rrr »Schirm und Schutz". Israel, war. So seid noch einmal alle un» Willkomm«», ~ t Ihr zum Wohlthn» reichet uu» die Hand; rch Eure Gade ihre Antwort fand» - tm nun da» Spiel dem Borbaage entsteiget, — Da « der Feste»ft«ud' die Glok ertttnA/— äset»» wr Botz, der da alle» »•<&*; wahre» Wohlthn» au»H» Herze»! Jll Wmw }*%m jllii^n Eqghwnh an« dew I«. Jdhrhnnbttl. ». Zewltnsktz. — Prolog z» einer Sohl uriinai Btz»