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Jüdisches Familienblatt · 1893-01-01 · 47 (1893) · p. [Seite]

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Journal
Jüdisches Familienblatt
Volume
1893
Issue
47 (1893)
Date
1893-01-01
Page
[Seite] (sequence 1)
Language
German
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ftrnnrtttotbcn von Dr. IR, In Magdeburg. 3«t UuterhaltRRg und Belehrung für die israelitische Familie. , E Da« „Jüdisch« WUmiUme-Pl««" erscheint wöchentlich al» Pvatio-Vetlagr zur „Jooaeltttscheu M»che«fchvtsl" ^Rrdev unbekdglr Rachdmu» «»» dtrfr« »la«e iS unters»gt- — Me Einzelnummer lostet lv Pitz, bei der Expedition. Don Pedro und fein jüdischer Minister. Htßorisch» lr|i|Iak| «i« km 14. Aahrhundert. von >d. v. Zemliutzku. 11. Ein nächtlicher Drama. Ein schöner herrlicher Morgen war angebrochen. Gleich Milliarden von Edelsteinen glitzert« e» in Baun, und Strauch, auf Wies' und Feld und in dem prächtige«: Weingelände, da« fich bergauf zog, anscheinend mit den: Dunkelblau des Firmament« fich verschmelzend. Eine stattlich: Eavalcad« zog in langsamem Schritte auf der Landstraße, di : Von Sevilla nach Toro führte, dahin. An ihrer Spitz« rit: her König Don Pedro in eifrigem Gespräch« mit Don Samuel, her ihm zur Sette war. Weiter rückwärt» befand fich de: Großmeister von Lala.trava und die angesehensten Edlen »011 Castilien mit ihrem stattlichen Gefolge. Gar fröhlich tnmmelten die Jüngeren de» Gefolge» ihr: Pferd« und ergingen fich in Kurzweil nnd gar ungeduldig waren fi« schon anf den Augenblick, da fir «inziehen sollten iir Toro und thetlnehmen an den Festlichkeiten, die ihretwegen dort veranstaltet werden sollten. Weniger freudig und sorglo« war Don Samuel gestimml, und gar seltsam stach der ernste bekümmerte Aurdruck feinet Gesichte« von dem der übrigen ab. Roch ist e» Zeit zur Umkehr, mein König" mahnte Don Samuel leise glicht« Gute« führt Don Heinrich in Schilde, laß Dich erbitten diese» eine Mal. Wir überliefert un« wehrlo» den Händen Trastamarr'» und ich kenn« ihn. Ec läßt diesen Augenblick, den er wer weiß wir lange schon vorhereitet, nicht ungenützt'verstreichen!" „Deine Furcht ist unbegründet" lachte der König fröhlick. »Heinrich ist feige. Er wagt e« nicht, offen zu rebellirer, Gewalt gegen un» anzuwendeu. Und dann, schau unser stattlich Gefolge, Eastilien« edle Ritterschaft, fi« wissen ein Schwei t zu handhaben, wenn e« nötig ist. Ja im Hinterhalte, di traue ich e« ihm zu, da wühlt und schürt er nach Herzenöluf, .'und trachtet Schaden anzurichtrn, so viel er nur kann, doch ernstlich gefährlich, nein, da» ist er nicht." „Und wenn die» eben ein Hinterhalt wäre, wohin ,r »cknen Herrn und König lockt? Wen» wir wirklich in einen Hinterhalt fielen, au» den: kein Entkommen möglich? Wenn er da» Vertrauen meine» Köuig» mißbrauchte und ihn gefangen gj»»t — wa» dam»? Hör«, mein König l Don Heinrich« Gu > -msittztgkeit, sein leichter Sinn ist BerchLnng, hinter der ,r siine» gar ernsten Plan verbirgt und dieser besteht in nichl» igcmn, al» sich der Krone Eastilien« zu bemächtig«:!. _ hätte er sonst so viele Kriegöknechte angeworben, d e eben so plötzltch wieder verschwanden, al» fie aufgetauclst in find sie gekommen?" „Nach Toro! mein Königs! ich weiß e» bestimmt." „Glanbst Du! Nun dann mache jetzt ein fröhlich Gesicht, in Toro nn»erschretb« ich dir Haftbefehle und jetzt vorwärt«, ich will mir die fremden Söldner in der Näh« besehe»." Und rascher ging c» jetzt seinem Ziele zu. Schon vergoldrten di« letzten Sr.ahlen der untergehenden Sonn« die fernen BergeSriesen, al» d:r König mit seiner Ve» gleitung in die Näh« der Festung Dero gelangte. Kaum waren fi« über de« Kann» eine» niederen Hügel» heraufgekommen, al» dröhnende Hornfignale von den Wällen herab die Gäste begrüßte. Sofort wurde da» große Thor geöffnet, die Zugbrücke herabgelaffen und Don Heinrich ritt mit einem kleinen Gefolge dem König entgegen, ihn ehrfurchtsvoll begrüßend. „La« «einst D«, Do« Samuel" fragte der König „ist die» ein Hinterhalt, steht so der Empfang eine» Verschwörer» au»?" „Möge ich mich täuschen, gern gesteh« ich dann meinen Jrrthum «in, doch nochmal» set auf Deiner Hot, mein Köuig. Do» Heinrich'» heuchlerische Denruth lassen mich fürchten, daß meine Ahnungen zur Wahrheit werden." Don Heinrich war jetzt in die unmittelbare Näh« de» König» gekommen. ,Hch danke Dir, mein Brude»", sagte er „für die hohe Ehre die Du mir und der Stadt durch Deinen Besuch erzeigst, und mögest Du überzeugt sein, ich weiß diese Ehre zu schätzen, und noch lange soll man von diesem Besuche de» König» sprechrn." „Ich komme, weil ich Dir'» zugrsaqt," rntgegnete der König, „und weil ich niemal» mein Wort zurücknchme, selbst wen» man e» mir durch Täuschung oder Arglist ab ge» rungen. Du hast zur Besichtigung der Festungswerke mich eingrladrn und mir eine Urberraschung in Au»ficht gestellt, nun denn ich bin hier." Don Heinrich war bei de» König« Worten bleich geworden, doch sofort hatte er fich wieder gefaßt. Schweigend ritt er jetzt an der Spitze de» Zuge», um den König und seine Gäste zu geleiten. Bor der Zugbrücke angelaugt, scheut« de» König» Pferd vor den dunklen Brückenpfeilern, und wollte trotz Sporen und Peitsche nicht vorwärt» gehen. „Da» Pferd ist klug", flüsterte Don Samuel, „mein König . ührrlaffe dem Thtere die Zügel und e» jagt: Dich zur Freiheit, Du bist gerettet!" Doch der Känig bohrte abermal» dir Sporeu tief in dt« Weichen de« Thirrr», daß e» schmerzlich aafwieherte und mit einem gewalligrn Satz« über die Brücke stürmte. Auf den Straßen, dt« Do« Pedro pasfin«, hatten sich'die Bürger der Stadt grupprmv-is« oufgrstellt, doch kein freudig.. Willkomm drang an» ihre«'Mund«. Nur schweigsame finsteres Gesichter konnte mau schiuen, und gar manche» kluge blitzt?- ' drohend auf.

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